So schnell, wie Robert Parr und seine Ehefrau Christina beim Frühstück am Küchentisch den Entschluss gefasst hatten, ein Solidaritätskonzert zur Unterstützung der vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine zu organisieren, so schnell war er umgesetzt. Tesla-Tempo eben auch in Storkow. Dabei waren sich der Pfarrer der Kirchengemeinde Storkower Land und Christina, die Katechetin, sowie die Kantorin Saiko Yoshida-Mengk sicher, genug Verbündete zu finden. Die erste war gleich die Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig.
Dass die Storkower und Friedersdorfer Kantorei sowie der Posaunenchor Storkow, Friedersdorf, Reichenwalde mitmachen würden, stand außer Frage, denn „Musik ist Gottes liebste Sprache“, erklärt das langjährige Chormitglied Ingrid Miethe. „Wir denken, dass wir mit Musik in den Herzen der Menschen etwas bewegen können.“ Dabei, so führt sie weiter aus, gehe es um soziales Miteinander, um den Gedanken zu helfen, die Menschen zu bewegen, darüber nachzudenken, was sie, ihren Möglichkeiten entsprechend, tun können. „Der eine spendet Geld, der andere, der nicht so viel davon hat, spendet Trost oder tatkräftige Hilfe“, ist Ingrid Miethe wichtig auszudrücken.

Singgemeinschaft hat schon eine Gastsängerin aus der Ukraine

Auch bei Barbara Bonk vom Vorstand der Storkower Singgemeinschaft 1970 kam gleich eine neunzigprozentige Teilnahmezusage. „Es war nicht viel Zeit, nur zwei Chorproben standen zur Verfügung, wir mussten sehen, was aus unserem Repertoire passt“, nennt der Vorstandsvorsitzende Mario Döhring das Problem. Bärbel Wegener, seine Stellvertreterin, erklärt, warum alle Chormitglieder sofort bereit waren: „Wir haben mit Daria eine Gastsängerin aus der Ukraine in unseren Reihen und wollten unbedingt etwas machen und haben alle schon privat gespendet.“

Frankfurt (Oder)/ Cottbus

Nun sei das Angebot der Beteiligung gerade recht gekommen, „denn so können wir öffentlich noch etwas tun“. Fünf Lieder wird die Singgemeinschaft singen, darunter das bewegende „Peace on Earth“, das sie zum Abschluss fast eines jeden Konzerts als ihre Botschaft darbietet, und „Pacem“.

Konfirmanden sind auch eingebunden

Angeregt zu dem Konzert wurde Robert Parr durch das Benefizkonzert am 9. März in Fürstenwalde. „Ich habe mich gefragt, wie wir als Christengemeinde außer Friedensandachten und die Beteiligung an dem deutschlandweiten Glockengeläut noch aktiv werden können“, erzählt er. Sein Gedanke ist, mit Musik den so schrecklichen Bildern, die man permanent vor Augen hat, etwas Schönes entgegenzusetzen. „Und durch das Hören, Mitfühlen, Beten, Geben entsteht etwas Gutes“, ist der Pfarrer überzeugt.
Er hat auch seine Konfirmanden in das Vorhaben eingebunden. „Wir haben uns im Konfiunterricht ausgetauscht, wir fühlen uns hilflos, sprachlos und mitfühlend“, schildert Merle Triller die Betroffenheit. „In Gruppen haben wir dann zusammengesessen und unser persönliches Gebet aufgeschrieben, um unsere Sprachlosigkeit zu überwinden.“ Die Gebete werden in dem Konzert ebenso vorgetragen wie einige der Christenlehre-Kinder von Christina Parr. „Die Kinder der 1. bis 6. Klasse beschäftigen sich sehr mit den Vorgängen in der Ukraine, sie fühlen Sorge und Mitleid. An der biblischen Geschichte um König David haben wir gesehen, dass auf Gewalt nicht Gegengewalt folgen muss, es gibt andere Möglichkeiten, mit Konflikten umzugehen.“

Die Stadt Storkow rührt die Werbetrommel

Außer den drei Chören werden Nathali Miller, Michael Gerke, Frenilla Tiepner und Robert Parr als Solisten mitwirken. Auf alle Fälle unter den Besuchern und Spendern wird Bürgermeisterin Cornelia Schulze-Ludwig sein, „weil es mir eine Herzensangelegenheit ist, den Menschen zu helfen, die unverschuldet solche Situationen ertragen müssen“, sagt sie. „Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement und die Bereitschaft zu unterstützen – vor und hinter der Bühne. Wir als Stadt haben die Werbetrommel gerührt, und ich hoffe, es kommen viele Menschen in die Kirche.“
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Das Benefizkonzert

Benefizkonzert für die Zivilbevölkerung der Ukraine „Durch Musik verbunden – Hören, Mitfühlen, Beten, Geben“: 25. März, 17 Uhr in der evangelischen Altstadtkirche Storkow. Mit dabei sind die Storkower und Friedersdorfer Kantorei, Posaunenchor, die Storkower Singgemeinschaft und zahlreiche Solisten. Auch die Konfirmanden und die Kinder der Christenlehre treten auf. Die Spenden, die von den Besuchern erbeten werden, werden der Ukrainehilfe Lobetal übergeben.