Tierheim Märkisch Buchholz: Glückskatze Wilhelmine – zu 30 in einer Zweiraumwohnung

Glückskatze Wilhelmine traut dem Frieden in ihrem Katzenzimmer im Tierheim Märkisch Buchholz nicht. Tierpflegerin Kelis Reichenbach kann zunächst locken, so viel sie will.
Jens Olbrich- Wilhelmine, die Glückskatze, ist im Tierheim Märkisch Buchholz.
- Über 30 Katzen wurden aus einer überfüllten Zweiraumwohnung gerettet.
- Die Katzenhalterin war überfordert und suchte Hilfe beim Veterinäramt.
- Wilhelmine ist skeptisch gegenüber neuen Situationen und Menschen.
- Sie ist nun vermittelbar und könnte als Zweitkatze dienen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wilhelmine lässt sich zunächst mit nichts dazu verlocken, ihre Katzenhütte zu verlassen. Misstrauisch hockt sie ins Dunkel zurückgezogen und beobachtet skeptisch Tierpflegerin Kelis Reichenbach, ignoriert geflissentlich die Leckerlis. Dass Europäisch-Kurzhaar-Katze Wilhelmine tatsächlich eine Glückskatze ist, lässt sich im Dämmerlicht der Box nur erahnen.
Da sich Wilhelmine rarmacht, erklärt die Tierpflegerin derweil, wie ihre Einordnung als Glückskatze zustande kommt. Sie basiert ausschließlich auf der bunten Mischung der Fellfarben Schwarz, Weiß und Rot. Wilhelmine sei eine sogenannte Tricolor-Katze und damit ausgesprochen selten. Die Färbung des Fells sei eine Laune der Natur und so nicht gezielt zu züchten. Dass Tricolor-Katzen als Glückskatzen bezeichnet werden, gehe auf die Seltenheit der Färbung zurück.
Wilhelmine beobachtet neugierig, was die Tierpflegerin tut
Hermine, eine weitere Katze, die mit Wilhelmine ins Tierheim Märkisch Buchholz kam und sich mit Wilhelmine ein Katzenzimmer teilt, fordert derweil die Aufmerksamkeit und Leckerlis von Kelis Reichenbach ein, die Wilhelmine verschmäht. Während Wilhelmine mit geänderter Taktik bereits einen langen Hals macht und aus dem Eingang heraus beobachtet, wie Hermine gestreichelt wird, erzählt die Tierpflegerin weiter: „Im Februar kamen die Katzen zu uns ins Tierheim.“

Interessiert beobachtet Wilhelmine, wie Mitbewohnerin des Katzenzimmers, Hermine, von Tierpflegerin Kelis Reichenbach gestreichelt wird.
Jens OlbrichDie Geschichte, die Kelis Reichenbach über Wilhelmine und die anderen Katzen erzählt, klingt beinahe bizarr, irgendwie auch traurig. Ursprung der Geschichte sind zwei kleine Katzen, die eine Frau in der Hoffnung, dass es „Katerchen“ sind, bei sich aufnahm. Zu spät bemerkte sie, dass eines der vermeintlichen „Katerchen“ eigentlich eine Katze ist. So geschah, was geschehen musste, die Natur nahm ihren Lauf. Da änderte es auch nicht mehr viel, dass noch eine weitere Katze hinzukam.
Und aus diesen drei Katzen wurden schnell mehr, von insgesamt über 30 Tieren weiß Kelis Reichenbach zu berichten. Katzen können zweimal pro Jahr tragen und bringen vier bis sechs Katzenwelpen pro Wurf zur Welt. „In der kleinen Zwei-Raum-Wohnung wurde es also schnell zu eng“, fügt sie hinzu. Aus welchem der vielen Würfe Wilhelmine stammt, sei ungewiss. Das Geburtsdatum des inzwischen kastrierten Tieres wird auf 2023 geschätzt.
Wilhelmine ist nicht auf die Welt um sie herum vorbereitet
Die noch relativ junge Wilhelmine „ist ein bisschen launisch“, beschreibt die gelernte Tierwirtin Reichenbach die dreifarbige Katze. Das Tier sei sehr skeptisch, was ungewohnte Situationen angehe. Erklärbar sei das Verhalten unter anderem damit, dass Wilhelmine nichts Anderes kenne, als ihre 30 Artgenossen, die Zweiraumwohnung und die Frau, die sie gefüttert hat. Nicht sozialisiert könne man das nicht nennen, eher nicht auf diese Welt vorbereitet, denn einen Freigang kannte das „Katzenrudel“ nicht.

Die Neugierde hat gewonnen. Glückskatze Wilhelmine wagt sich heraus zu Tierpflegerin Kelis Reichenbach.
Jens OlbrichHaus und Wohnung der Frau seien sauber gewesen, erzählt Kelis Reichenbach. „Sie hat sich wirklich Mühe gegeben, dass es den Katzen gut geht, dass es sauber im Haus ist und nicht so nach Katze stinkt.“ Letztendlich sei sie jedoch überfordert gewesen. Auf der Suche nach Hilfe hat sie sich dann mit einer Selbstanzeige an das Veterinäramt gewendet, nachdem sie zuvor schon verschiedene Tierschutzvereine mit der Bitte um Rat und Tat angesprochen hatte.
Tierheim Märkisch Buchholz konnte nicht alle Tiere aufnehmen
„Die Frau war uns sehr dankbar, dass wir ihr geholfen haben“, erinnert sich Kelis Reichenbach. Alle Tiere hätten sie aus Platzgründen nicht aufnehmen können. „Im ersten Schwung haben wir neun Katzen abgeholt“, berichtet sie weiter. Unter diesen neun Katzen waren drei Mamas, die schon geworfen hatten und drei Tragende, die nun nach und nach im Tierheim gebären. Die verbliebenen Katzen und Kater seien kastriert worden.
Spendenkonto Tierheim Märkisch Buchholz
IBAN: DE81 1009 0000 7213 9490 09
Berliner Volksbank
Interessenten an Glückskatze Wilhelmine oder einem anderen Tier finden die bedürftigen Fellnasen im Tierheim Märkisch Buchholz
● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de
Bis auf Glückskatze Wilhelmine und die Katzenmamas seien inzwischen alle Tiere auch schon wieder vermittelt, erzählt die Tierpflegerin. Auch Hermine sei die letzten Stunden im Tierheim zu Gast. Bei den Katzenmamas würde es noch mindestens acht Wochen, bis sie und die Kleinen so weit sind, auszuziehen.

Da es wirklich sicher zu sein scheint, verlässt sich Wilhelmine schließlich darauf, was Tierpflegerin Kelis Reichenbach ihr vermittelt, verliert nach und nach ihre Scheu.
Jens OlbrichWilhelmine, die wohl für sich festgestellt hat, dass es Hermine trotz der fremden Menschen im Katzenzimmer gut geht, hat sich inzwischen auch zu Kelis Reichenbach getraut. Sie beweist damit, dass die Prophezeiung der Tierpflegerin richtig ist: Mit Ruhe und Geduld sowie etwas Katzenverstand fasse sie Vertrauen. Vermittelbar sei Wilhelmine, da mit Artgenossen sehr gut sozialisiert, auch zu einer bereits vorhandenen Katze als Zweitkatze. Und, nicht zu vergessen, als Glücksbringer für den Besitzer.



