Bühne für Bad Saarow: Architektin aus Fürstenwalde entwirft Freilichtbühne für Kurort

Neue Bühne für Bad Saarow: Eine Architektin aus Fürstenberg entwirft die neue Freilichtbühne für den Kurort. Die Stiftung der Sparkasse Oder-Spree beteiligt sich mit 10.000 Euro am Bau. Vereinsvorsitzende Vera Jaspers (links) erhielt kürzlich den Förder-Scheck.
Marcel Gäding- Architektin Jana George entwirft Freilichtbühne für Scharwenka-Kulturforum in Bad Saarow.
- Kosten des Projekts bei 155.000 Euro, Sparkasse Oder-Spree spendet 10.000 Euro.
- Baubeginn voraussichtlich Herbst 2025, Eröffnung geplant für Mai 2026.
- Spendenaktion läuft, um restliche Finanzierung zu sichern.
- 2025 sind 60 Veranstaltungen geplant, 2022 wurden 4.600 Besucher begrüßt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Denkmalschützer sind gelegentlich komplizierte Leute. Zumindest denken das Menschen, die nicht vom Fach sind. Dabei hat deren Arbeit durchaus etwas Prägendes. Ohne ihr Wirken wäre so manches alte Gebäude oder historisches Bauensemble heute nicht mehr in seiner ursprünglichen Form erkennbar.
Das alpin anmutende Gebäude des Komponisten Xaver Scharwenka (1850-1924) gehört ohne Frage zu den Sehenswürdigkeiten von Bad Saarow. Es steht als Zeugnis damaliger Baukunst unter Denkmalschutz. Und so blieb auch dem Scharwenka Kulturforum e.V. als Betreiber des heutigen Veranstaltungshauses keine Wahl, als mit den Plänen für ein neues Projekt bei der zuständigen Denkmalbehörde in der Kreisverwaltung Beeskow vorzusprechen.
Verein plante Freilichtbühne in Bad Saarow
Der Verein, der seit zehn Jahren in dem einstigen Sommerhaus des Künstlers ein Veranstaltungsforum betreibt, will in den Garten investieren. Dort finden zwischen Juni und September die Kurkonzerte statt. Bisher nutzte man dafür einen Pavillon, den man in jedem Baumarkt kaufen kann. Immer wieder seien die Zeltplanen geflickt worden, damit die Behausung die nächste Saison übersteht, berichtet Vereinsvorsitzende Vera Jaspers.
Lange schon war es der Wunsch des Kulturvereins, eine Freilichtbühne zu bauen. Doch passt ein solches Bauwerk in die Kulisse des ehrwürdigen Scharwenka-Hauses? Tatsächlich zeigten sich die Mitarbeiter der für Denkmalschutz zuständigen Behörde offen. Viel leichter als gedacht sei man sich einig gewesen, heißt es vom Verein. Damit war eine Hürde bis zur Umsetzung genommen.
Architektin aus Fürstenwalde liefert Pläne für Freilichtbühne
Vier tragende Säulen aus Stahl, ein begrüntes Dach und ein offener Blick in die dahinterliegende Landschaft beschreiben die neue Freilichtbühne, die gut 40 Quadratmeter groß sein soll. Die Entwürfe dafür stammen von der Fürstenwalder Architektin Jana George. Und es gibt sogar schon ein kleines Modell von dem Projekt, das die beiden Vereinsmitglieder Rolf und Regine Ulrich anfertigten, unter anderem mit handelsüblicher Knete.

Das von Rolf und Regine Ulrich angefertigte Modell zeigt die neue Freilichtbühne als Miniatur. Ab 2026 soll das Bauwerk für Veranstaltungen im Scharwenka-Haus Bad Saarow dienen.
Marcel GädingDie Säulen der Bühne erhalten einen anthrazitfarbenen Anstrich. Auch sollen neue Stühle die bisherigen Plastikexemplare ersetzen. Die Sitzgelegenheiten sind eine Spende vom Rotary Club. 100 Stück haben dessen Mitglieder finanziert. Sie stehen bereits im Lager.
Hürde Nummer zwei: die Finanzierung. Anfänglich rechnete der Vereinsvorstand mit 50.000 Euro. Mittlerweile liegen die Kosten für Planung und Umsetzung bei rund 155.000 Euro, wie Vereinsvorsitzende Vera Jaspers sagt. Die LAG Märkische Seen übernimmt 80 Prozent der Kosten über das LEADER-Programm. Wo aber soll das restliche Geld herkommen? Immerhin wird das Haus ehrenamtlich betrieben, die Einnahmen decken gerade einmal die Ausgaben. Da ist wenig Gelegenheit, in größere Projekte zu investieren.
Gehör fand der Verein bei der Stiftung der Sparkasse Oder-Spree. So gelang es, Kuratoriumsmitglied Elisabeth Alter und Stiftungsvorstand Harald Schmidt zu überzeugen. Vor wenigen Tagen überreichten beide einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro an die Vereinsvorsitzende und ihre Stellvertreterin Ilona Genschmar.
Verein veranstaltet Spendenaktion für Bühne in Bad Saarow
„Die Förderung gemeinnütziger Projekte gehört zu unserem Stiftungszweck“, begründet Harald Schmidt das Engagement. Allerdings zeigt er sich auch verwundert, dass die Gemeinde Bad Saarow – ihr gehört das Scharwenka-Haus – sich nicht an dem Vorhaben beteiligt. „Die Kommune sollte sich künftig stärker für ihr Juwel positionieren“, fordert Schmidt. Das habe er dem Bürgermeister bereits persönlich gesagt.

Ilona Genschmar vom Verein und Steffen Deckert von der Sparkasse Oder-Spree am Modell für die neue Freilichtbühne in Bad Saarow.
Marcel GädingDerzeit läuft eine Spendenaktion, mit deren Hilfe der Verein das restliche Geld akquiriert. Wer mindestens 100 Euro gibt, bekommt als Geschenk eine CD mit einem Deutschlandfunk-Feature über Xaver Scharwenka. Spender, die 500 Euro und mehr stiften, werden mit ihrem Namen an einer der vier Bühnensäulen verewigt.
Gebaut wird vermutlich ab Herbst, nach der Gartensaison 2025. Eröffnung soll 2026 sein, eventuell im Mai. Bis dahin haben die rund 40 aktiven Mitglieder des Vereins ohnehin alle Hände voll zu tun. Geplant sind allein 2025 fast 60 Konzerte, Lesungen und Gespräche, außerdem monatliche Kaffee- und Kuchenrunden. Dass die neue Freilichtbühne eine gute Investition in die Zukunft ist, zeigen die Zahlen. Vergangenes Jahr konnten 4.600 Kulturfreunde begrüßt werden. Seit das Scharwenka-Haus Kulturforum ist, fanden in zehn Jahren 40.000 Menschen den Weg in die Moorstraße.
Spenden für Freilichtbühne Bad Saarow
Wer den Bau der Freilichtbühne in Bad Saarow finanziell unterstützen möchte, kann spenden: Scharwenka Kulturforum e.V., Spendenkonto Konzertbühne, Sparkasse Oder-Spree, Konto DE06 1705 5050 1102 3397 13. Informationen zum Programm gibt es unter www.scharwenkahaus.de



