Wahl 2024 in Oder-Spree: 335 Bewerber für 56 Sitze im Kreistag – Kandidaten der Parteien

Der Kreiswahlausschuss von Oder-Spree ließ 335 Männer und Frauen zur Kreistagswahl 2024 zu. Einige aber fielen durch.
Marcel GädingWenn am 9. Juni im Landkreis Oder-Spree ein neuer Kreistag gewählt wird, dann gibt es zum letzten Entscheid 2019 eine Parallele: die Zahl der Kandidatinnen und Kandidaten. Wie vor fünf Jahren finden sich auch 2024 exakt 335 Namen auf den Stimmzetteln wieder, es stehen 56 Mandate zur Verfügung.
Doch das war es dann auch soweit mit Gemeinsamkeiten. Denn auf die Wahlberechtigten warten zahlreiche Neuerungen. Und: Nicht jeder, der kandidieren will, ist auch zur Wahl zugelassen. Der vierköpfige Kreiswahlausschuss unter der Leitung von Kreiswahlleiterin Christine Kinner hat tagelang alle Bewerbungen für die vier Wahlkreise gesichtet.
Dabei galt es, Berge von Papier zu studieren. Nur, wer bestimmte Voraussetzungen erfüllt, darf auch gewählt werden. Dazu zählt, dass Kandidaten von Vereinigungen, die nicht im Bundestag, Landtag oder Kreistag vertreten sind, 30 Unterschriften von Menschen aus dem Landkreis Oder-Spree vorliegen müssen. Einfacher haben es Angehörige von Parteien und Organisationen, die mindestens einen Sitz in den genannten Gremien besetzen.
Die meisten Kandidaten kommen von SPD und BVB/ Freie Wähler
Besonders eifrig waren SPD sowie BVB/ Freie Wähler: Die Sozialdemokraten schicken 78 Frauen und Männer in den vier Wahlkreisen ins Rennen; BVB/ Freie Wähler 71. Damit haben die beiden Vereinigungen fast die zulässige Höchstzahl von Wahlvorschlägen eingereicht – das sind pro Wahlkreis und Partei 21, bei vier Wahlkreisen also maximal 84.
Andere etablierte Volksparteien hingegen hatten schon Mühe, Kandidaten zu finden: Von der CDU wurden 36 Bewerber zur Kreistagswahl zugelassen, von den Linken 23, von den Grünen und der FDP jeweils 28.
Auf den Wahlzetteln finden sich zudem Kandidaten der Partei „Die Heimat“, die aus der rechtsextremen NPD hervorging, von der AfD (26 Bewerber), die „Bauern, Jäger und Angler“, die Piraten/ Ökologische Partei Deutschlands sowie die Tierschutzpartei.
Kreistagswahl LOS: BSW-Ableger in drei Wahlkreisen
Ganz neu im Rennen ist das „Bündnis LOS für Vernunft und Gerechtigkeit“, ein Ableger der neuen Wagenknecht-Partei. Weil das BSW noch keinen Landesverband in Brandenburg hat, mussten dessen Mitglieder in der Mark eigene Wählervereinigungen gründen. In Oder-Spree ist das Bündnis mit 9 Kandidaten in den Wahlkreisen 1 bis 3 vertreten, hingegen nicht in Wahlkreis 4 (Eisenhüttenstadt, Amt Brieskow-Finkenheerd, Amt Neuzelle, Amt Schlaubetal).
Vier Bewerber werden nicht zur Kreistagswahl LOS 2024 zugelassen
Aus dem Rennen sind auch zwei Kandidaten der Tierschutzpartei in den Wahlkreisen 3 und 4: In einem Fall konnte man keine Unterstützungsunterschriften nachweisen. In einem anderen Fall versäumte die Bewerberin, ihre Unterlagen fristgerecht – also bis zum 4. April, 12 Uhr – einzureichen.
Aus formellen Gründen abgelehnt wurden zudem im Wahlkreis 4 die Kandidaturen eines Grünen sowie eines Christdemokraten. Übersichtlich ist bei der Kreistagswahl außerdem die Zahl der parteilosen Einzelbewerber: In Wahlkreis 3 sind das zwei, in Wahlkreis 4 einer.
Mit den jetzt gefassten Beschlüssen, wer zugelassen ist zur Kreistagswahl, kann die Wahlleitung nunmehr aktiv werden, unter anderem die entsprechenden Stimmzettel gestalten und drucken lassen.
Kreistagswahl 2024: die Wahlkreise in LOS
■ Wahlkreis 1: Erkner, Grünheide (Mark), Schöneiche bei Berlin, Woltersdorf
■ Wahlkreis 2: Fürstenwalde/Spree, Amt Odervorland
■ Wahlkreis 3: Beeskow, Friedland, Rietz-Neuendorf, Storkow (Mark), Tauche, Amt Scharmützelsee, Amt Spreenhagen
■ Wahlkreis 4: Eisenhüttenstadt, Amt Brieskow-Finkenheerd, Amt Neuzelle, Amt Schlaubetal






