„Wenn jetzt hier Musik laufen dürfte, würde ich tanzen“, sagte die 36-jährige Tierärztin nach ihrem Wahlsieg. 21 Ortsverbände habe sie in den letzten Wochen besucht – und dabei offenbar viele Mitglieder überzeugen können.

Herausforderer verabschiedet sich in den Ruhestand

Der unterlegene von der Marwitz, der seit 2009 im Bundestag sitzt und in den Jahren 2013 und 2017 jeweils das Direktmandat im Wahlkreis 59 erringen konnte, gratulierte Buder „coronalike“ per Ellenbogen zum Wahlsieg. Dann sagte er an die siegreiche Kontrahentin gerichtet: „Sie haben viel Arbeit vor sich.“ Den Partei-Mitgliedern dankte er und merkte an, sie hätten ihn nun in den Ruhestand geschickt.
Anders ist es bei Buder, für sie geht es jetzt erst richtig los. Bei der CDU ist die Senkrechtstarterin erst seit 2018, hat es in dieser kurzen Zeit aber schon weit gebracht. Sie ist nicht nur Fraktionschefin in Biesenthal, sondern auch stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU Barnim. Die Vierfach-Mutter hat zudem mehrere ehrenamtliche Posten inne, unter anderem im Landeselternrat.
In ihrer Rede vor den Delegierten in der Erich-Wünsch-Halle sagte Buder: „Ich gebe ihnen mein Versprechen, dass ich das tun werde, was ich am besten kann: Ich werde mich kümmern.“ Eine Botschaft, die ankam. Es gibt einen ganzen Strauß an Themen, für die sich einsetzen will. Zum Beispiel für die Ortsumgehung der B158 in Ahrensfelde. Oder für einen besseren Bahnanschluss von Wriezen und Bad Freienwalde. „Wir wollen auch mehr Menschen vom Radfahren überzeugen“, so Buder. Dafür brauche es ein besseres Radwegenetz im Barnim und Märkisch Oderland. Gleiches gelte für die medizinische Versorgung.

Konkurrenzwahl nicht gewollt

Während Buder bei den CDU-Mitgliedern versuchte, mit Themen und einem neuen Geist zu punkten, brachte von der Marwitz seine Erfahrung ins Spiel – und seine Kontakte. „Ich weiß, was Sorgen im ländlichen Raum bedeuten. Und wie wichtig es ist, die Beziehungsgeflechte zu nutzen.“ Dass es zwischen dem 59-jährigen Landwirt aus Friedersdorf und der Tierärztin überhaupt zu dieser Konkurrenzwahl kam, war laut Buder nicht gewollt. Sie habe eindeutige Signale bekommen, dass ihr Kontrahent nicht wieder antreten werde.
Von der Marwitz wiederum nannte die Signale „nicht so eindeutig“. Seinen Entschluss, erneut zu kandidieren, erklärte er mit Corona. Die Pandemie würde eine große Herausforderung für das Land bedeuten. „Da ist bei mir der Wunsch entfacht: Ich werde mich dieser Arbeit stellen.“ Dazu hat von der Marwitz auch noch Gelegenheit auf höchster politischer Ebene. Jedoch nur bis September 2021, dann wird er aus dem Bundestag ausscheiden.