Auf die Frage, was sich die Bernauer zu Weihnachten schenken sollten, empfahl Stadtwerke-Chef Detlef Stöbe unlängst, Energie-Gutscheine unter den Weihnachtsbaum zu legen. Die Gaspreise waren bereits im November stark erhöht worden. Nun folgen die Strompreise. Und auch dort fällt die Erhöhung kräftig aus.
Wie die Stadtwerke Bernau am Mittwoch bekannt gaben, wird der Arbeitspreis für die Kilowattstunde Strom in der Grundversorgung ab Januar 2023 auf stattliche 60,69 Cent klettern. Der Bruttogrundpreis wird bei 107,10 Euro liegen. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden ergibt sich nach Auskunft der Stadtwerke eine monatliche Kostensteigerung von 75 Euro. In der Grundversorgung waren die Strompreise zuletzt zwei Jahre lang stabil. Kunden mit langfristigen Extratarifen sollen in den kommenden Tagen per Post über ihre neuen Tarife informiert werden. Das gilt auch für Gaskunden.

Stadtwerke-Chef Stöbe will Preisanpassung „nicht schönreden“

Stadtwerke-Chef Stöbe sagte am Mittwoch, dass man die Preisanpassung „nicht schönreden“ müsse. „Sie ist spürbar.“ Durch die langfristige Beschaffungsstrategie habe die städtische Gesellschaft die Preise lange stabil halten können. Das sei jetzt aber nicht mehr möglich.
Allerdings gibt es auch gute Nachrichten. Die für das kommende Jahr von der Bundesregierung geplante Strom- und Gaspreisbremse ist in den neuen Preisen noch nicht berücksichtigt worden. Ab dem Frühjahr dürften die Preise deshalb wieder sinken. Der Gaspreis soll auf 12 Cent und der Strompreis auf 40 Cent pro Stunde begrenzt werden. Über die Umsetzung wollen die Stadtwerke ihre Kunden noch informieren, heißt es in der Mitteilung vom Mittwoch.

Wie passiert mit dem Dezember-Abschlag?

Beschlossen hat die Bundesregierung zudem, die Mehrwertsteuer auf sieben Prozent zu senken. Diese Entlastung wollen die Stadtwerke in der kommenden Jahresverbrauchsabrechnung ausweisen. Außerdem übernimmt der Staat die Abschlagszahlung für Gas und Fernwärme im Dezember. Der Betrag berechnet sich dabei nach einer festgelegten Formel. Es gilt: Ein Zwölftel des prognostizierten Jahresverbrauchs wird mit dem individuellen Erdgaspreis im Monat Dezember verrechnet. „So wird sichergestellt, dass kein Verbraucher bevorteilt wird“, heißt es von den Stadtwerken in Bernau. Informationen dazu, wie die Erstattung des Dezember-Abschlages geregelt wird, soll es ab Montag, 21. November, auf der Internetseite der Stadtwerke Bernau geben.
Detlef Stöbe: „Die Auswirkungen der Energiekrise belasten die Verbraucherinnen und Verbraucher stark. Deshalb begrüße ich die weiteren Entlastungen durch die Bundesregierung, wie die Übernahme des Gasabschlagbetrags für Dezember und die Energiepreisbremse, die im neuen Jahr kommen wird. Auch wir rechnen mit spitzem Stift, um die Preise für unsere Kundschaft so niedrig wie möglich zu halten.“
Bereits im vergangenen Jahr waren die Preise gestiegen. Russland hatte schon 2021 die Lieferung von Gas nach Europa gedrosselt, inzwischen wird gar kein Gas mehr durch die Pipelines geschickt. Spekulationen an den internationalen Energiebörsen trieben die Kosten weiter in die Höhe. Zwar sind dort die Preise inzwischen wieder gesunken. Da kommunale Versorger wie die Stadtwerke aber langfristig, also mit einigem zeitlichen Vorlauf ihre Vorräte kaufen, kommen Preissenkungen beim Verbraucher ebenso mit Verspätungen an wie Preiserhöhungen.
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