Spenden in Panketal: Familie Petzold kämpft für einen Herzenswunsch

Familie Petzold aus Schwanebeck hält zusammen: Anton Petzold (20), Anja Petzold (52), Adrian Petzold (25), Vater Alexander Petzold (55, sitzend)
Janice Marx- Familie aus Schwanebeck pflegt Vater nach schwerer Hirnblutung – Alltag stark verändert.
- 2021 fiel Alexander Petzold ins Koma, nach Not-OP lernte er Atmen, Essen und Sprechen neu.
- Mutter ist selbst krank, Sohn Adrian übernimmt Hauptpflege, Bruder Anton hilft nach der Arbeit.
- Tagespflege entlastet die Familie, Adrian kann sein Lehramtsstudium wieder vorantreiben.
- Spendenaktion für behindertengerechten Gebrauchtwagen: Ziel sind Reisen an die Ostsee.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es war im Februar 2021, als Familienvater Alexander Petzold mit seinem jüngeren Sohn Anton vom Einkaufen im Kaufland in Berlin-Buch zurückkehrte. „Er klagte über starke Kopfschmerzen und konnte unser Auto nicht mehr richtig steuern, fuhr Schlangenlinien“, erinnert sich Anton Petzold, damals 15 Jahre alt. Zu Hause angekommen, legte sich der Vater zum Ausruhen ins Schlafzimmer.
Die Familie wohnt in Schwanebeck. Vater Alexander (damals 50) arbeitete als Postbote und war täglich viel in Bewegung. Jedes Jahr fuhren die Eltern mit den zwei Söhnen ein- bis zweimal an die Ostsee in den Urlaub, meist nach Usedom – das war eine Tradition.
Die Familie blieb auf der Insel entweder in einer Ferienunterkunft oder auf dem Campingplatz. Neben seinem Beruf bei der Post war Alexander Petzold ein Technikfreak und konnte sehr versiert mit Computern und Software umgehen.
Söhne bringen den Vater in die Notaufnahme
Doch an dem schicksalhaften Tag im Februar 2021 entglitten dem Familienvater die Zügel. „Seine Kopfschmerzen müssen unfassbar heftig gewesen sein“, berichtet der ältere Sohn Adrian, damals 21 Jahre alt. Schließlich sackte der kräftige Mann in sich zusammen. Die Söhne brachten ihn im Auto ins Helios Klinikum Berlin-Buch.
Die Diagnose: eine schwere Hirnblutung. Petzold wird notoperiert, fällt ins Koma. Neun Wochen lang kommt der Postbote nicht wieder zu sich. Als er endlich wieder das Bewusstsein erlangt, ist nichts mehr wie vorher. Der Schwanebecker muss nach Monaten auf der Intensivstation das Atmen, das Essen und das Sprechen wieder lernen.
„Seit der Rückkehr aus dem Koma ist mein Vater in seinem ganzen Wesen verändert – das ist nicht mit seiner vorherigen Persönlichkeit zu vergleichen“, sagt Adrian Petzold heute. Auch seine Expertise beim Reparieren von technischem Equipment oder dem W-Lan-Router vermissen die anderen Familienmitglieder schmerzlich.
Die Familie will Vater zu Hause in Schwanebeck pflegen
Sehr langsam kehrt Alexander Petzold wieder teilweise ins Leben zurück. Die Familie steht voll hinter dem Vater. „Wir haben beschlossen, ihn zu Hause zu pflegen, damit er ein würdevolles Leben im Kreise seiner Familie führen kann“, erklärt der heute 25-jährige ältere Sohn. Er soll auf keinen Fall dauerhaft in einem Pflegeheim betreut werden, da sind sich alle einig.
„Mit unglaublicher Willenskraft, Geduld und Ausdauer kämpfte sich unser Vater Schritt für Schritt zurück ins Leben“, betont Adrian Petzold. Vier Jahre lang seien Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden Woche für Woche in die Familie gekommen.
Da er gewaschen und gewickelt werden muss sowie auf einen Rollstuhl angewiesen ist, ließ sich die gesamte Familie in der Früh-Reha von den Pflegern ausbilden. „Wir sind alle drei einen Tag mitgelaufen, haben geschaut, wie man einen pflegebedürftigen Menschen richtig versorgt“, so Adrian Petzold, der nach vier Jahren alle Handgriffe blind ausführen kann.
Wie die Familie mit anpackt, damit der Vater zu Hause leben kann
Inzwischen kommt kein Pflegedienst mehr. Adrian Petzold ist bei der häuslichen Pflege die Hauptperson. „Meine Mutter ist selbst pflegebedürftig, weil sie an Multipler Sklerose erkrankt ist und danach noch Krebs bekommen hat. Trotzdem hilft sie, wo sie kann.“ Bruder Anton (heute 20) arbeitet in Vollzeit, löst nach Feierabend den Bruder bei der Pflege ab.
„Unser Vater lebt mit großen Sprechproblemen und einer halbseitigen spastischen Lähmung. Er kann trotz wöchentlichen Trainings bei einer Logopädin nur sehr kurze Sätze sprechen, maximal drei, vier Worte“, gibt Adrian Petzold zu bedenken. Manchmal klappe es auch gar nicht mit der Kommunikation.
Inzwischen besucht der Familienvater eine Tagespflege und verbringt dort Zeit mit anderen Menschen. Für Sohn Adrian bedeutet das, dass er sein Lehramtsstudium wieder stärker vorantreiben kann, wenn der Vater tagsüber betreut ist.
Ein behindertengerechtes Auto wäre der größte Segen für Familie Petzold
Der größte Wunsch der Familie ist, wieder die alte Tradition aufnehmen zu können, gemeinsam mit dem Vater an die Ostsee zu fahren.
„Unser Familienauto ist in die Jahre gekommen und für die besonderen Bedürfnisse unseres Vaters nicht geeignet. Für jede Fahrt müssen Rollstuhl, Sauerstoffgerät, medizinische Hilfsmittel und weitere notwendige Ausrüstung mitgenommen werden“, berichten die Söhne. Gerade für eine richtige Reise nach Usedom mit Übernachtungen braucht die medizinische Ausrüstung für den Vater viel Platz.
Familie Petzold hat deshalb beschlossen, eine Spendenaktion über GoFundMe ins Leben zu rufen, um für einen behindertengerechten Gebrauchtwagen mit großem Kofferraum zu sammeln. „Jede Spende, sei sie noch so klein, hilft uns, dieses Stück Leben und Normalität in unsere Familie zurückzubringen“, betont Adrian Petzold.



