Fußball
: Von wegen müdes Gekicke

Resonanz übertrifft beim 2. Internationalen Fußballturnier für Polizeimannschaften die Erwartungen.
Von
Dirk Schaal
Bernau
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  • Mit sichtlich Spaß am Ball: das Team der Polizeiinspektion Barnim

    Mit sichtlich Spaß am Ball: das Team der Polizeiinspektion Barnim

    Dirk Schaal
  • Kaum vom Ball zu trennen: Anna Gasper

    Kaum vom Ball zu trennen: Anna Gasper

    Sergej Scheibe
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Mit dabei waren Teams der Polizeischule Slupsk, der Polizeiakademie Prag, Mannschaften aller Direktionen der Polizei Berlin und des LKA Berlin, aller Direktionen und Einrichtungen der Brandenburger Polizei und drei Mannschaften der Bundespolizei.

Wer müdes Gekicke auf den sechs Kleinfelder auf der Anlage des FSV Bernau erwartet hatte, der wurde eines wesentlich Besseren belehrt. Viele Gesichter begegnen einem fast jedes Wochenende auf oder neben dem Fußballplatz oder sogar in Live–Fernsehübertragungen.

Nationalspielerin macht Dampf

„Ich wurde gefragt, ob ich mitmachen würde, und nun bin ich mit viel Spaß hier“, erklärte Anna Gasper, angehende Polizeikommissarin in Potsdam und im erweiterten Kader der Fußballnationalmannschaft der Frauen.

Mit drei Jahren folgte sie ihren älteren Brüdern zum Fußballtraining, seitdem lässt sie die Faszination des rundes Leders nicht mehr los. Bei den Bambini des DJK Südwest Köln machte sie ihre ersten Fußballschritte, wurde später bei Bayer Leverkusen B–Juniorinnen Bundesligatorschützenkönigin und wechselte vor zwei Jahren zum FFC Turbine Potsdam. Mittlerweile hat sie 41 Bundesligaspiele (3 Tore) für Turbine absolviert, trainiert bei der Nationalmannschaft mit und studiert nebenher auf der Polizeischule in Potsdam.

Anfang des Jahres hatte das Trainingslager im Nationalteam mitgemacht, doch für die WM in Frankreich wurde sie nicht nominiert. Ein wenig traurig darüber wirkte sie schon: "Die nächste WM kommt, dann will ich aber dabei sein.“

Auf dem Platz machte die 22–Jährige eine richtig gute Figur. Ihren schnellen Antritten konnte kaum jemand folgen und am Ball machte ihr sowieso keiner etwas vor. „Wir müssen uns erst einmal finden“, sagte sie nach der 0:2–Auftaktniederlage gegen den Titelverteidiger, der 36. Einsatzhundertschaft aus Berlin.

Finalrunde knapp verpasst

Das klappte bei den Barnimer auch recht gut, alle anderen Spiele der Vorrunde konnten sie siegreich gestalten. Für das Viertelfinale reichte es dann trotzdem nicht, ein Tor fehlte gegen das Team der Blumberger Bundespolizei.

„Die K. o.-Runde wäre schon unser Ziel gewesen, aber Hauptsache ist, das alle ihren Spaß am Fußball haben“, sagte der Barnimer Trainer Jörg Rebbin, der auch das Zepter bei der Männermannschaft bei Blau–Weiß Ladeburg schwingt.

Dafür sprangen die Blumberger in die Bresche und spielten sich bis ins Finale. Dort wartete der Titelverteidiger auf die Bundespolizisten. Erst nach Elfmeterschießen (2:3) stand fest, dass die Blumberger in der Hitzeschlacht den zweiten Platz erreicht hatten. Auf Rang drei landeten die Berliner der Direktion 2, Abschnitt 26.

Den Spaß an Sport und Bewegung zu fördern ist für Jens Starigk, Leiter Polizeiinspektion Barnim, Ziel gleich mehrerer sportlicher Veranstaltungen. Neben dem jährlichen Fußballturnier wird in Eberswalde im September ein Herbstwaldlauf ausgetragen. Ob die Teilnahme auch öffentlich ausgeschrieben wird, ist derzeit noch nicht entschieden. Geplant sind Strecken von 2,5, 4,8 und 9,8 Kilometern.

„Wir sind bei den Sportstätten auf Verbände und Vereine angewiesen und bekommen da große Hilfe. Der Kreissportbund, der Fußballkreis, der Landesverband, der FSV Bernau und viele weitere sind uns da eine große Unterstützung, ohne die wir so ein großes Turnier gar nicht ausrichten könnten“, dankte Jens Starigk allen Helfern.

Nicht in die Finalrunde schafften es auch die Polizeikicker aus Märkisch–Oderland, die im Alltag eng mit den Barnimer Kollegen zusammenarbeiten. „Spaß im Wettkampf haben und Hauptsache gesundbleiben“, nannte Michael Snelinski, Trainer des Teams der Polizeiinspektion MOL und erster Polizeihauptkommissar als Ziel. Dass so ein Fußballturnier der Polizei eine gute Zeit für Bankräuber sei, dementierte er jedoch lachend: „Wir haben Besetztgarantien, da müssen unsere Kollegen in die Bresche springen.“