Leichtathletik
: Rundkurs mit knackigen Steigungen

Der Bernauer Michael Tschendel und die Eberswalderin Ines Sobotta siegen über 15,6 Kilometer.
Von
Dirk Schaal
Brodowin
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Auf gehts: Start über 7,8 und 16,6 km beim 12. Brodowiner Naturlauf

Dirk Schaal

Was Nico Czadseck als Chef der Browiner Sportgemeinschaft mit seinen fast 40 Helfer auf die Beine gestellt hatte, nötigte Respekt ab. Ein kleines Familienfest, dessen gründliche Vorbereitung überall zu spüren war.

Die kleinen Läufer erreichten nach 2 km zuerst das Ziel. Nur sechs Sekunden trennten die ersten drei Jungs. „Nach der Wende ist Paul mächtig aufgekommen“, kommentierte Sieger Ben Weimann (U 14) von den Bernauer Lauffreunden das Geschehen. Jedoch konnte er sich mit vier Sekunden Vorsprung vor Paul Volwarski (U 12, Motor Eberswalde) ins Ziel retten. Zwei Sekunden dahinter lief Alessandro Rehm (U 14, Bernau) über die Ziellinie.

Bei den Mädchen war die Bernauerin Emily Bucks nicht zu schlagen. Für die Zwölfjährige ist es ihre Abschlusssaison in Bernau, ab August wechselt sie zur Sportschule nach Potsdam. „Da freue ich mich schon riesig drauf“, sagte sie mit Medaille um den Hals. Die bekam übrigens jedes Kind.

Erster Lauf, erster Sieg

Sein erster Start in diesem Jahr, sein erster Sieg — der Britzer Marcel Buse war Schnellster über die 7,8 km. „Bisher hat es mit den Laufterminen leider nicht gepasst, beruflich und privat, immer kam was dazwischen“, erklärte der Cupzweite des Vorjahres. Vermutlich werden auch nicht viele Läufe dieses Jahr dazukommen: „Aber es hat richtig Spaß gemacht, es ist ein schwieriger Kurs, zwei knackige Steigungen, hüglig entlang der Karpaten — Respekt denen, die zwei Runden gedreht haben.“ Hinter ihm lief der Werneuchener Olaf Wasmer als Zweiter ins Ziel. Mit vier Minuten Abstand gewann seine Frau Yvonne Wasmer die Frauenkonkurrenz über eine Runde.

Bereits zur Halbzeit hatte sich angekündigt, dass der Bernauer Michael Tschendel Schnellster über die 15,6 km sein würde. Doch auf der zweiten Runde verlor er etwas, der Eberswalder Martin Powalla wurde mit nur zehn Sekunden Rückstand Zweiter.

Erst Lauf dann 100–km–Marsch

Riesenapplaus gab es für den Lokalmatador Martin Bressel, Fußballer der SG Brodowin, der Platz drei belegt. Schon vor dem Start hatte er erklärt, dass er einen Podestplatz belegen wollte, eine Punktlandung. Viel Zeit zum Verschnaufen hatte er trotzdem nicht. „Um 16.15 Uhr starte ich beim Mammutmarsch in Berlin 100 km in 24 Stunden, da muss ich mich etwas sputen“, sagte er im Ziel. Platz fünf über die Doppelrunde holte der Bernauer Andreas Rienäcker, der danach nicht anderes im Kopf hatte, als im Bett zu verschwinden: „Als ich heute morgen von der Nachtschicht kam, hatte ich noch überlegt, ins Bett oder gleich nach Brodowin. Das Ergebnis ist ja bekannt“, sagte er sichtlich geschafft.

Überhaupt nicht geschafft sah die 15,6–km–Siegerin Ines Sobotta aus. Noch auf der Ziellinie wurde die Krankenschwester abgepasst, sofort zu einem kleinen Notfall zu kommen. Ein kleiner Läufer hatte sich an seiner Medaille verletzt. Als alles erledigt war konnte auch die Eberswalderin strahlen: "Ich wollte unter einer Stunde zehn bleiben — geschafft.“

Nicht lang genug können die Strecken für Corinna Splinter sein. „Umso länger, umso besser“, sagte sie lachend im Ziel. Am vorigen Wochenende hatte sie bei ihrem ersten Start in zehn Stunden die 73 km des Rennsteiglaufes absolviert, da waren die 15,6 km in Brodowin fast Peanuts für die Eberswalderin. Im nächsten Jahr will sie den Rennsteig in acht Stunden bezwingen und noch so manchen Ultralauf folgen lassen.

Hinter ihr kam der Amtsdirektor von  Britz–Chorin–Oderberg, Jörg Matthes, ins Ziel. In Sportkleidung und nach 1:25,33 Stunde Laufzeit. „Der Kurs hat es in sich, aber ich bin sehr zufrieden.“