Mit einer menschengroßen „10“, mit Transparenten, einem Koffer und einem Karton mit Unterschriftenlisten sowie in der historischen Uniform eines Bahnbediensteten haben sich Kommunal- und Landtagspolitiker aus Bernau, Panketal und Biesenthal auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt, um die Einführung des 10-Minuten-Taktes der S-Bahn auf dem Abschnitt zwischen Bernau und Buch massiv zu beschleunigen. Um dies zu erreichen, übergaben die Vertreter der CDU Bernau und Panketal und der Landtagsfraktion BVB/FreieWähler eine Petition an den Landtag sowie Unterschriften für die seit Jahren geforderte Verkürzung des Fahrtaktes der S2 an die Vorsitzende des Potsdamer Petitionsausschusses Carla Kniestedt (Bündnis 90/Die Grünen)

S-Bahn bleibt hinter der Einwohnerzahl in Bernau und Panketal zurück

Mit 2898 Unterschriften wird die Petition der CDU-Ortsverbände Panketal und Bernau unterstützt. Eigentlich sollte die Petition schon seit Monaten übergeben sein, die Corona-Einschränkungen hatten dies verhindert. Die Einwohnerzahl in Bernau sei auf rund 40.000 und in Panketal auf etwa 20.000 gestiegen, aber die Entwicklung der S-Bahnverbindung sei dahinter zurück geblieben, lautet die Kritik von Christin Enkelmann vom CDU-Ortsverband Panketal.
„Die Bürger wünschen sich seit Langem, dass dieser Stillstand beendet wird“, sagt sie und verweist auf die vollen Zügen in den Hauptverkehrszeiten. Dabei sei eine Taktverdichtung auch nach Aussagen der Bahn mit der vorhandenen Infrastruktur möglich. Die Realität aber sehe anders aus. Mit der Vorlage des Prüfungskonzeptes des Landes mit dem Jahr 2030 als Horizont habe sich gezeigt, dass „eigentlich nichts auf den Weg gebracht wurde“. Erst mit dem nunmehr beschlossenen Antrag zur Taktverdichtung auf den Außenästen der S-Bahn hätten die neuen Regierungsparteien einen „großen Schritt nach vorn“ getan. Allerdings handele es sich hierbei immer noch um einen Prüfauftrag. Die Petition und der beschlossene Antrag der brandenburgischen Regierungsparteien SPD, CDU und Bündnisgrüne würden dieser Situation ineinandergreifen.

16 Millionen Euro für zusätzliche Züge stehen zur Abstimmung

Der Zehn-Minutentakt muss jetzt „sehr zügig“ kommen, unterstrich der Landtagsabgeordnete Péter Vida (BVB/Freie Wähler). Bauliche Änderungen an der Trasse seien nicht erforderlich, es fehle aber an Zügen. Daher habe seine Fraktion im Rahmen der noch im Dezember für Brandenburg stattfindenden Haushaltsberatungen die Bereitstellung von 16 Millionen Euro für die Anschaffung von Zügen beantragt. Vida, der auch Bernauer Stadtverordneter ist, wies darauf hin, dass die Taktverdichtung auf dem „Ast“ der S2 „am billigsten zu haben ist“. Er sei nur etwa acht Kilometer lang und liege in einem Bereich mit einer hohen Bevölkerungsdichte. „Wenn es eine Verkehrswende geben soll, dann nur durch eine Verbesserung der Angebote.“ Vida übergab der Vorsitzenden des Petitionsausschusses weitere 1500 Unterschriften, mit denen dieser Antrag unterstützt wird.

Begeisterung bei den Bündnisgrünen

Carla Kniestedt stellt zunächst klar, dass der Ausschuss jeden Antrag „extrem sorgfältig prüft, auch wenn er nur eine Unterschrift trägt“. Gleichwohl machte sie keinen Hehl daraus, dass sie als Bündnisgrüne „komplett begeistert sei, dass alle die Verkehrswende schaffen wollen“. Dies sei ein übergreifendes Anliegen, so sollte auch der ländliche Raum bei der Verbesserung des Verkehrsangebots nicht vergessen werden.
Dafür trat die Biesenthaler Stadtverordnete Sabine Buder (CDU) ein, die für den nächsten Bundestag kandidiert. Die Entwicklung der Infrastruktur müsse auf allen Ebenen beschleunigt werden. „Wir haben überall Wachstumsschmerzen und müssen Geschwindigkeit in den Ausbau des Angebots als Alternative zum Auto hinein bekommen“, hielt Nicole Walter-Mundt fest, die als verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion zu der Übergabe der Unterschriften gekommen war.