Tierheim Eisenhüttenstadt: Warum begehrte Malteser-Hunde monatelang auf ein Zuhause warten

Kümmern sich um die vier verspielten Malteser im Tierheim am See: Kati Moritz (links) und Ingolf Schneider. Die Hunde erhalten gerade eine neue Frisur.
Hagen BernardWährend manche Hunde und Katzen eine gefühlte Ewigkeit im Tierheim verbringen müssen, haben es einige Vierbeiner schon rassebedingt recht einfach.
Zum Beispiel Zwerghunde wie Malteser und Bolonka. „Für solche Hunde haben wir schnell Adoptanten, die teilweise dafür auch eine weite Anfahrt auf sich nehmen“, erklärt Jana Feister. Sie leitet das Tierheim am See an der Vogelsänger Chaussee in Eisenhüttenstadt.
Tierheim muss oft auf Gerichtsurteil warten
Dennoch kann es so sein, dass einige dieser beliebten Familienhunde einige Monate auf ein neues Zuhause warten müssen. So wie gerade einige Malteser-Hunde, die aus einer Beschlagnahmung stammen. Diese waren von einem Händler in einer Dusche gehalten worden. Das waren Mama Lucy und Papa Luke mit vier jetzt vier Monate alten Welpen.
Zwar hatten sich für diese verspielten und gleichermaßen intelligenten Vierbeiner sofort Liebhaber gefunden, die auch regelmäßig mit ihnen Gassi gingen, doch mussten diese einige Wochen warten, bis endlich das Okay zur Vermittlung kam. Der Vorbesitzer hatte sich letztlich erfolglos gegen die Beschlagnahmung gewehrt.
Generell ist es laut Jana Feister so, dass mitunter Behörden ihre Entscheidungen rückgängig machen und andererseits es einige dabei sogar auf eine Gerichtsverhandlung ankommen lassen.
Doch so geht es diesem Tierheim häufig. Es erhält zwar beschlagnahmte Tiere zur Pflege, doch deren Zukunft ist wegen des Verhaltens der Vorbesitzer oft ungewiss.
Drei Welpen nach einem Tag vergeben
Für die Vermittlung waren dem Tierheim zwar bisher die Hände gebunden, aber die Mitarbeiter waren nicht untätig und hatten bereits in den vergangenen Wochen einige Interessenten gefunden. Daher ist neben den drei und vier Jahre alten Elterntieren ist ein Tag nach der offiziellen Freigabe von den Welpen nur noch Luis übrig geblieben. Warum es gerade Luis ist, ist für einen Außenstehenden kaum erklärbar. Alle vier Welpen wirken beim Gassigehen und obligatorischen Kämmen verspielt, anhänglich und sehr lebendig. Lediglich Papa Luke schien sich mitunter vom Gewusel nicht anstecken lassen zu wollen und suchte hin und wieder für sich ein ruhiges Plätzchen.
„Diese Hunde sind sehr liebebedürftig und unkompliziert. Sie sind daher auch für Anfänger geeignet“, erklärt Jana Feister. Natürlich wäre der aufgeweckte Malteser auch als Familienhund sehr geeignet. Die Rasse gilt als recht robust und gesund, die Lebenserwartung beträgt zwölf bis 15 Jahre. Die Hunde können bis zu vier Kilogramm schwer werden, die Schulterhöhe liegt knapp über 20 Zentimeter.

