Tierquälerei in Klosterfelde: Wellensittiche in Briefkasten gestopft – so geht es den Vögeln

Diese beiden Wellensittiche wurden in Klosterfelde in einen Briefkasten gestopft. Hinweise auf den oder die Täter gibt es bislang nicht.
Claudia RückerEine grausige Entdeckung machten kürzlich ein Kunde sowie Mitarbeiter des EGN Baustoffmarkts in Klosterfelde: Unbekannte hatten zwei Wellensittiche in einen Briefkasten, der an der Außenwand des Marktes angebracht ist, gestopft und dort vermutlich zum Sterben zurückgelassen. Gerade noch rechtzeitig wurde man jedoch auf das Gezwitscher der beiden Jungtiere aufmerksam, wodurch die zwei Vögel vor dem Verdursten gerettet werden konnten. Auch ein neues Zuhause haben die Wellensittiche inzwischen gefunden.
Aber der Reihe nach: Es war am Freitagmorgen, 22. September, als ein Kunde die Mitarbeiter des Baumarktes ansprach. „Er sagte uns, dass er Vogelgezwitscher aus dem Briefkasten hören würde“, berichtet Claudia Rücker, die bei EGN arbeitet. „Wir konnten uns das zunächst gar nicht vorstellen. Wir dachten, dass die Geräusche vielleicht einfach aus der Umgebung kommen würden.“ Als man den Briefkasten jedoch genauer in Augenschein nahm und mit dem Handy hineinleuchtete und ein paar Fotos machte, wurde die Vermutung des Kunden bestätigt.
Wellensittiche wurden in Küchenpapier eingewickelt
„Auf den Fotos haben wir gesehen, dass da tatsächlich zwei Wellensittiche drin sind“, sagt Rücker. „Sie waren in Küchenpapier eingewickelt und sollten wohl nicht lange überleben. Warum sonst, stopft jemand Vögel in einen Briefkasten?“ Zumal am Briefkasten erkenntlich sei, dass dieser nicht täglich, sondern alle zwei Tage – zuletzt am Mittwoch, 20. September – geleert wird. „Wir vermuten“, so die Baumarkt-Mitarbeiterin, „dass die Wellensittiche schon ein oder zwei Tage dort drin verbracht haben.“
Nach dem Vogel-Fund setzte sich Rücker zügig mit dem Unternehmen „City Briefboten“, dem der Briefkasten gehört, in Verbindung. Dieses schickte daraufhin einen Mitarbeiter vorbei, der den Briefkasten öffnete. „Wir haben den zwei Vögeln dann erst einmal Wasser und etwas zu Fressen gegeben“, berichtet Rücker. Auch mit dem Tierheim Ladeburg befand sie sich bereits im Austausch. „Zur Freude aller konnten wir jedoch einen Wellensittich-Züchter in Klosterfelde ausfindig machen. Dieser hat die Tiere übernommen.“

Nach ihrer Rettung wurden die beiden Wellensittiche mit Wasser und Futter versorgt. Es war wohl Rettung in letzter Sekunde.
Claudia RückerJungvögel konnten in letzter Sekunde gerettet werden
Inzwischen haben sich die Jungvögel wohl auch einigermaßen von ihren Strapazen erholt. „Der Züchter erzählte mir, dass sie weitestgehend wieder fit seien und sich gut zurechtfinden würden“, freut sich Claudia Rücker. „Er sagte mir aber auch, dass sie nicht viel länger ohne Wasser überlebt hätten. Das war also wirklich eine Rettung in letzter Sekunde.“
Eine Idee, wer die Vögel in den Briefkasten gestopft hat, hat die EGN-Mitarbeiterin nicht. „Der Bereich rund um den Postkasten ist leider nicht videoüberwacht„, sagt sie. „Darüber haben wir uns natürlich auch schon geärgert.“ Schließlich sei die Tierquälerei ein großes Gesprächsthema innerhalb der Belegschaft gewesen. „Wir waren alle geschockt“, so Rücker. „Keiner von uns versteht, wie jemand auf so eine Idee kommt.“ Etwas Ähnliches habe sie in Klosterfelde jedenfalls noch nicht erlebt.
Facebook-Nutzer äußern ihr Unverständnis
Auf Facebook schlägt der Fall ebenfalls schon hohe Wellen. In den Wandlitzer Gruppen äußern viele Nutzer ihr Unverständnis. „Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr“ und „Dafür gibt es keine Worte. Unglaublich!“ sind nur einige der Kommentare.



