Volleyball: Schwarz-Weiss als gute Gastgeber

Durchgeschlüpft: Eric Wolf (am Ball) von Schwarz-Weiß Zepernick beim Traditionsturnier
Dirk SchaalEinmal im Jahr ist aber Zepernick Mittelpunkt des Handballgeschehen in der Region: Beim Traditionsturnier, das in diesem Jahr zum zehnten Mal ausgetragen wurde.
Mit Unverständnis und auch Verärgerung hatten die Zepernicker die Absage des Finowfurter SV entgegennehmen müssen, sodass nur fünf Mannschaften um die Pokale des Turnierbesten und des Fairsten antraten.
Dabei richteten sich zunächst alle Augen auf den Neuenhagener HC, der als Pokalverteidiger nach Zepernick gekommen war. "Natürlich möchte man so einen Pokal wieder mit nach Hause nehmen. Auch will man aus jedem Spiel als Gewinner gehen. Aber Hauptaugenmerk ist bei uns die Saisonvorbereitung, wo man bei so einem Turnier schon noch einiges testen kann“, erklärte der Neuenhagener Trainer Peter Rudolph. Im letzten Jahr noch in der Kreisliga der Spielunion D kassierten sie nur eine Niederlage, alle andere Spiele bestritten sie siegreich. So spielen sie als Kreismeister in der kommenden Saison in der Landesliga Mitte. „Da weht ein anderer Wind, ich bin gespannt, wie wir dort reinfinden. Ziel ist jedenfalls der Klassenerhalt“, verriet Peter Rudolph. Einige Zugänge aus der eigenen A-Jugend hatten die Neuenhagener, ansonsten spielt die gleiche Truppe wie in der vorigen Saison. Bei etlichen Nachwuchsteams wird den Randberlinern auch nicht für die Zukunft bange. Die Generalprobe der Neuenhagener vor der Pokalaufgabe am Sonnabend glückte schon mal vielversprechend. Am Turnierende hielten sie den Pokal verlustpunktfrei erneut in den Händen.
Zweikampf mit Torgelow
Schärfster Widersacher um den Turniersieg war der HSV Greif Torgelow. Die Männer spielen in der Bezirksliga Ost in Mecklenburg-Vorpommern, was der Kreisliga hierzulande entspricht. „Wir haben freiwillig den Schritt zurück aus der Verbandsliga gemacht, um in Ruhe die Mannschaft neu aufzubauen“, erklärte Trainer Ronny Thom. Selbst wenn es sportlich zum Aufstieg reichen sollte, entscheiden am Saisonende Vorstand und Mannschaft, ob es eine Liga höher gehen soll. Verstärkt werden soll auch die Nachwuchsgewinnung, mit Flyern und offensiver Werbung will man in die Kindereinrichtungen gehen.
Auch die Torgelower sahen das Turnier eher als Saisonvorbereitung. „Letzter wollen wir natürlich nicht werden, aber es geht uns eher darum, wieder in den Spielbetrieb zu kommen“, sagte Ronny Thom. Erstaunlich ist, dass die Handballer im Durchschnitt mit 120 Zuschauern mehr zu den Spielen locken als die Oberligafußballer des FC (100 Zuschauer durchschnittlich).
Im direkten Turniervergleich Neuenhagen gegen Torgelow setzten sich die Randberliner knapp mit zwei Toren durch.
„Wir waren eben gute Gastgeber“, nahm Bernd Schmieglitz den letzten Platz im eigenen Turnier mit einem Augenzwinkern recht gelassen hin. Dafür spricht auch, dass die Zepernicker den Fair-Play-Pokal gewonnen hatten. Am Wochenende sind die Zepernicker beim Turnier in Torgelow zu Gast und da will man die Position verbessern.
Oberhavel kommt zum Auftakt
Danach geht sein Blick in Richtung der beginnenden Kreisligasaison. Da kommt am 7. September der HSV Oberhavel zum Punktspielauftakt. Ob der Aufstieg ein Thema für die Schwarz-Weissen wäre, bei dieser Frage muss Bernd Schmieglitz nicht lange überlegen. „Dafür fehlen uns die Spieler und Trainingsmöglichkeiten. Ab und an melden sich im Erwachsenenbereich Spieler an, aber das ist eher die Ausnahme. Bei den Jugendlichen haben wir drei Mannschaften, C-, E- und -Junioren im Spielbetrieb und da könnten wir viel mehr aufnehmen, wir bekommen viele Anfragen, wenn wir die Sporthallenkapazitäten hätten. Trainer und Übungsleiter haben wir genug. Einmal in der Woche können alle Mannschaften trainieren, das ist einfach zu wenig“, schilderte Bernd Schmieglitz die aktuelle Situation der Zepernicker Handballer.
Auf Platz drei kam beim Zepernicker Turnier der HC Pankow. In der Berliner Stadtliga spielt die erste Mannschaft, doch beim Turnier war ein Mix aus beiden Männermannschaften am Start. „Für uns ist es heute mehr Training und Saisonvorbereitung“, sagte der Pankower Philipp Schlegel. Genauso sahen es die Männer vom Pfeffersport Berlin auch, die den vierten Platz am Ende belegten.
