Wegen Tesla-Chef Elon Musk
: SPD-Bundestagsabgeordnete löscht Twitter-Account bei X

Die SPD-Politikerin Simona Koß, die Märkisch-Oderland und den südlichen Barnim im Bundestag vertritt, verabschiedet sich aus dem sozialen Netzwerk.
Von
Tilman Trebs
Bernau
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Die Bundestagsabgeordnete Simona Koß (SPD) hat ihren Wahlkreis in Märkisch-Oderland und im Niederbarnim.

Die Bundestagsabgeordnete Simona Koß (SPD) hat ihren Wahlkreis in Märkisch-Oderland und im Niederbarnim.

Die Bundestagsabgeordnete Simona Koß (SPD) hat ihren Wahlkreis in Märkisch-Oderland und im Niederbarnim. Von Tesla-Chef Elon Musk hat sie nun die Nase voll.

Tilman Trebs

Ohne die sozialen Netzwerke kommt heute kaum noch ein Politiker aus. Nirgendwo lassen sich politische Botschaften schneller unters Volk bringen, als dort. Wenn die Medien dann vielleicht noch aufgreifen und daraus eine Schlagzeile machen – umso besser.

Der Kurznachrichtendienst Twitter, der inzwischen X heißt, gilt als einer der wichtigsten Kanäle. Bundespolitiker, die gehört und von den Hauptstadtjournalisten gelesen und zitiert werden wollen, sind dort fast alle vertreten.

Simona Koß spricht von „Desinformation und Propaganda“

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Simona Koß, die ihren Wahlkreis in Märkisch-Oderland und im Niederbarnim hat, verabschiedet sich jetzt aber aus dem sozialen Netzwerk. In diesen Tagen werde sie ihren Account bei X löschen, kündigte sie Ende dieser Woche per Pressemitteilung an.

„Grund dafür sind die zunehmende Verbreitung von Desinformationen und hasserfüllter Propaganda sowie jüngste Äußerungen von Elon Musk“, erklärt die Politikerin, die in Prötzel lebt. Sie bezeichnete diese als gefährlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die öffentliche Sicherheit.

Betreiber von Plattformen sollen Verantwortung übernehmen

Simona Koß kritisiert insbesondere Musks Vorhersage eines „unvermeidlichen Bürgerkriegs“ nach rassistischen Krawallen in England und seine Unterstützung antisemitischer Äußerungen. „Diese Aussagen sind unverantwortlich und gefährden den gesellschaftlichen Frieden“, betont Koß. Sie fordert, dass Betreiber von Online-Plattformen ihre Macht verantwortungsvoll ausüben müssen.

Die SPD hat sich bereits Anfang des Jahres von der aktiven Nutzung von X verabschiedet. Koß appelliert an die Nutzer sozialer Medien, kritisch zu hinterfragen, welche Plattformen sie unterstützen.

Mehr Hass und Fake News seit Übernahme durch Elon Musk

Tesla-Gründer Elon Musik, dem auch die Tesla-Fabrik in Grünheide gehört, hatte den damaligen Kurznachrichtendienst Twitter für 44 Milliarden US-Dollar gekauft. Seit der Übernahme hat die Verbreitung von Falschmeldungen, Verschwörungstheorien und Hetze auf der Plattform deutlich zugenommen. Musk hatte Accounts, die zuvor wegen Regelverstößen entfernt worden waren, wieder reaktivieren lassen. Prominentes Beispiel ist US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump, der X inzwischen wieder nutzen darf. Die verbreiteten Inhalte werden kaum noch kontrolliert. Musk nutzt die Plattform selbst, um krude Thesen und Fake News zu teilen. Der Elektroauto-Pionier gehört inzwischen zu den Unterstützern von Trump im Präsidentschaftswahlkampf.

Simona Koß hatte Twitter und später X aber augenscheinlich nur sporadisch genutzt. Die letzten eigenen Beiträge datieren vom 20. März dieses Jahres. Damals hatte sie auf X vom Blaulichttreffen in Märkisch-Oderland berichtet, im Januar auf X die Zerstörung der Erinnerungseiche auf dem jüdischen Friedhof in Biesenthal verurteilt. Mit 682 Followern ist das Publikum der Brandenburger Politikerin auch eher überschaubar. Ihre Beiträge erreichten meist nur eine niedrige, dreistellige Reichweite.

Simona Koß bei Instagram, Facebook, TikTok und Threads

Die Bundestagsabgeordnete wird weiterhin über andere Kanäle wie Instagram, Facebook, TikTok, Threads und ihren Newsletter mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt bleiben. Eine Übersicht ist unter https://simona-koss.de/social zu finden.