Wildkatzenzentrum Felidae: Name für Tierbaby gesucht – MOZ-Leser sollen helfen

Neuerdings leben im Wildkatzenzentrum Felidae in Tempelfelde vier Fossas. Hier schmust das noch namenlose Jungtier mit seiner Mutter Manjanga.
Rico Peick/Felidae WildkatzenzentrumKnapp zwei Jahre ist es her, dass man sich im Wildkatzenzentrum Felidae in Tempelfelde zuletzt über Nachwuchs bei den Fossas freuen konnte. Nun hat es wieder geklappt. Bereits Ende Juni erblickte das niedliche Fossa-Baby das Licht der Welt, entwickelt sich seitdem prächtig. Noch ist das junge Männchen namenlos. Das soll sich jedoch bald ändern. Jetzt können die Leser vom MOZ.de über den Namen entscheiden.
Bis einschließlich Dienstag, 24. Oktober, kann über die fünf Vorschläge abgestimmt werden. Bereits vor zwei Jahren wurde auf diese Weise über den Namen des Fossa-Nachwuchses in Tempelfelde entschieden. Damals setzte sich der Name „Taro“ durch. „Der Erstgeborene“ – das bedeutet der Name übersetzt – wurde inzwischen auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) an den Zoo Africa Wild in England übergeben.
Große Freude im Wildkatzenzentrum Felidae in Tempelfelde
Umso mehr freut man sich im Felidae-Zentrum, die ersten Entwicklungsschritte eines Fossa-Jungtiers erneut miterleben zu können. „Das Jungtier ist entzückend“, findet Kuratorin Constanze Mattes. Sie ist für das Organisatorische in der Einrichtung zuständig, also beispielsweise das Management des Tierbestands. „Mit seinen großen Augen, runden Ohren, einer kleinen Stupsnase und einem super langen Schwanz ist es zweifellos zuckersüß.“
Es ist nach Juni 2021 der zweite Fossa-Zuchterfolg in Tempelfelde mit den Tieren Manjanga und Anakona. „Die stolze Mutter kümmert sich liebevoll um ihren Sohn“, berichtet Constanze Mattes. „Sie erträgt geduldig die immer wilderen Spielereien.“ Genug Erfahrung konnte sie dafür schon mit dem großen Bruder sammeln: Taro blieb anderthalb Jahre an ihrer Seite, bevor er Anfang des Jahres die Einrichtung verließ. Dies spiegele das natürliche Verhalten von Fossa-Jungtieren in freier Wildbahn wider, so Mattes. „Auch dort verlassen sie die Mütter nach etwa 18 Monaten.“
Fossas sind in freier Wildbahn akut gefährdet
In England hat Taro nun die Aufgabe, mit einem fremden Weibchen ein neues Zuchtpaar zu bilden und so für den Erhalt der gefährdeten Art beizutragen. Fossas gehören zu der Familie der Madagassischen Raubtiere und sind in ihrer Heimat, der Insel Madagaskar, akut bedroht. „Vor allem Brandrodung für landwirtschaftliche Flächen und Siedlungsbau, aber auch Abholzung für die Papierindustrie und die Gewinnung von Holzkohle stellen die Hauptbedrohung dar“, weiß Felidae-Kuratorin Mattes. Die Einrichtung in Tempelfelde beheimatet derzeit – inklusive des Jungtiers – vier Fossas.
Um diese und die vielen weiteren Tiere im Wildkatzenzentrum besichtigen zu können, bietet die Einrichtung in der Wintersaison ein neues Highlight an: Taschenlampenführungen. Rund 60 Minuten dauert die Tour durch die dann stimmungsvoll beleuchtete Anlage. „Themenschwerpunkt ist natürlich das Verhalten der Tiere bei Nacht“, sagt Constanze Mattes dazu. „Für besonderen Nervenkitzel sorgt die Fütterung der Tüpfelhyänen. Diese ist nur im Rahmen der Taschenlampenführung zu erleben.“ Infos zu Terminen und der Anmeldung sind unter www.wildkatzen-barnim.de zu finden. Tickets kosten 55 Euro für Erwachsene und 35 Euro für Kinder.

In Tempelfelde werden in der Wintersaison „Taschenlampenführungen“ angeboten. Dabei kann das Verhalten der Bewohner des Wildkatzenzentrums in der Dämmerung und der Nacht beobachtet werden.
Rico Peick/Felidae Wildkatzenzentrum70 Tiere leben in der Einrichtung in Tempelfelde
Das Felidae Wildkatzen- und Artenschutzzentrum Barnim entstand 1998 aus einer privaten Initiative des Tierarztes Renato Rafael. Die Sammlung von seltenen und bedrohten Groß- und Kleinkatzen ist seit 2015 im Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zu besichtigen. Heute beherbergt die Einrichtung etwa 70 Tiere aus 25 Arten und Formen mit einem Schwerpunkt auf Katzen- und Marderartigen. Das Zentrum hält seit 2012 Fossas in seinem Bestand. In der Vergangenheit wurden bereits mehrfach Jungtiere geboren.

