„Man ist froh, wenn Sozialdemokraten mal richtig weit vorne liegen“, heizte Daniel Keip, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Brandenburg an der Havel, die ohnehin ausgelassene Stimmung bei der SPD-Wahlparty am Sonntagabend im Turbinenhaus an. Jede Hochrechnung befeuerte die gute Laune, die nach 289 von 379 ausgezählten Wahlvorständen im Wahlkreis 60 endgültig kein Halten mehr kannte. Ein Glückwunschreigen und Geschenkesegen prasselte auf Sonja Eichwede nieder. Die SPD-Landtagsabgeordnete Katja Poschmann resümierte, „wir haben einen super Wahlkampf gemacht“ und überreichte einen Bilderrahmen mit unzähligen Zeitungsausschnitten als Beleg. Auch Abgesandte der Konkurrenz – so von Die Linke, Die Partei und Bündnis90/Die Grünen – gratulierten. Daniel Keip brachte es auf den Punkt: „Du hast gezeigt, dass man als Newcomerin richtig durchstarten kann!“

33-Jährige holt Direktmandat für den Bundestag

Einen Monat vor ihrem 34. Geburtstag hat Richterin Sonja Eichwede das Direktmandat für den Bundestag errungen – mit deutlicher Mehrheit. Am Ende der Auszählung lag sie mit 32,1 % der Erststimmen weit vorn, bei lediglich 20,1 % für die einstige Oberbürgermeisterin und 2017 in den Bundestag gewählte Dr. Dietlind Tiemann. Eichwede habe sie auf die Couch verbannt, feixte Keip. Tiemann indes traf die Niederlage doppelt schwer, da „die AFD-Zahlen beängstigend sind“. 16,5 % der Erststimmen bescheren ihr Platz 3. Bei den Zweitstimmen genügten der AFD sogar 16,4 % für Platz zwei, da die CDU nur 15,3 % einfuhr, während die SPD satte 33,3 % auf sich vereinen konnte. Das weitere Votum der Wählerschaft: 8,3 % (Erststimmen: 8,7%) für DIE LINKE, 8,2 % (6,4) für die FDP und 8,4 % (6,5) für Bündnis 90/Die Grünen.

Dank für einen „tollen, fairen Wahlkampf“

Sonja Eichwede dankte ihren Genossen für einen tollen Wahlkampf, der Konkurrenz für einen fairen Wahlkampf und SPD-Regionalgeschäftsführerin Gerlind Mittelstädt als „das Herz unseres Wahlkampfes“. Keip wiederum rückte Eichwede in den Vordergrund: „Du bist unsere Stimme für die Region und du wirst richtig was bewegen. Jetzt gilt es alles zu geben, das Olaf Kanzler wird.“
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