Die Caritas-Klinik Sankt Marien hat seit Anfang April eine neue gute Seele, die neben Ärzten, Schwestern, Pflegetherapeuten und sozialem Dienst ein wichtiger Baustein in der Behandlung mit ganzheitlichem Ansatz ist: Sabine Kamp. Sie ist die neue Seelsorgerin des Krankenhauses mit geriatrischem Schwerpunkt. Bevor die Diplomtheologin nach Brandenburg an der Havel kam, arbeitete sie, nach zweijährigem Studium der Pastoralpsychologie und einer Ausbildung in Krankenhauspsychologie, sechs Jahre lang in der Krankenhausseelsorge in zwei Kliniken in Berlin, einer kommunalen und einer kirchlichen Einrichtung jeweils mit dem Schwerpunkt der geriatrischen Behandlung.

Ein echter Glücksfall

Ihren Wechsel in die Havelstadt beschreibt sie als echten Glücksfall. Die viele Natur, das Wasser, die Sonnenauf- und -untergänge, die schöne Atmosphäre der Stadt und die Kirchen der Stadt haben es ihr und ihrem Mann, der sie in die Havelstadt begleitet hat, angetan. Und auch ihr neues Tätigkeitsfeld in der Caritas-Klinik Sankt Marien sowie die Empathie und Freundlichkeit im Haus und dessen Atmosphäre begeistert die Mutter zweier erwachsener Kinder. Hier versteht sie sich als das Bindeglied und ist 20 Stunden in der Woche für Patienten, Angehörige und die Mitarbeiter des Krankenhauses eine verlässliche, vertrauensvolle Ansprechpartnerin und seelischer Beistand.

Drei Arbeits-Säulen

Ihre Arbeit beschreibt Sabine Kamp so: „Es sind drei Säulen, die meine Arbeit hier ausmachen. Da ist zunächst einmal der Aspekt der Ermutigung: Hier versuche ich die Menschen, die sich an mich wenden, aus Krisen, Angst, Trauer oder Belastung herauszuführen. Dabei sind Mitleid, Empathie und auch seelischer Beistand unverzichtbar. Nicht immer geht es darum das Geschehene ungeschehen zu machen oder aufzulösen. Vielmehr gilt es positive und bedeutsame Perspektiven zu finden oder wiederzufinden, das sind Kraftquellen.

Ein Schlüssel für ihre Probleme

Wenn ich den Menschen helfen kann, die Schlüssel für ihre Probleme, die sie in sich tragen, zu finden, dann können sie das Leben neu lieben lernen, sich abfinden oder andere Dinge finden und ihre Lebensfreude erneuern.“ Ein weiterer Aspekt liegt darin Verbindungen zu schaffen und - soweit es die Schweigepflicht, der auch Sabine Kamp unterliegt, es zulässt - ein Bindeglied zu sein, indem sie die unterschiedlichen Perspektiven einnimmt. Dadurch kann die Seelsorgerin den Menschen ganzheitlich wahrnehmen und helfen. Und auch die religiöse Perspektive ist ein wichtiger Aspekt der Arbeit von Sabine Kamp.

Mit Gebet und Gottesdienst

Dazu gehören das Gebet, ein Gottesdienst am Bett oder 1000 Fragen an Gott ebenso, wie das gemeinsame Aushalten von Schmerz und die spirituelle Komponente, mit der gemeinsam neue Wege gesucht werden oder das Gottvertrauen mit neuen Inhalten gefüllt wird. „Wichtig für meine Arbeit ist zu sagen, dass das alles absolut auf freiwilliger Basis ist. Nur wer es möchte nimmt meine Hilfe in Anspruch“, betont Sabine Kamp, die sich in der Caritas-Klinik Sankt Marien schon gut aufgehoben fühlt. Wenngleich auch ihr das Coronavirus die Arbeit erschwert.

Coronavirus erschwert die Arbeit

„Angefangen bei den Kontaktbeschränkungen, die das Führen von zeitintensiven Gesprächen nicht einfacher machen, über die Maskenpflicht, die Mimik und Gestik verschlucken bis hin zu untersagten Körperkontakten, darunter einfach nur einmal eine Hand zu halten oder aufzulegen oder ein vollumfänglicher Beistand in der Sterbebegleitung zu sein, das ist in dieser Zeit nicht so einfach“, erklärt die Seelsorgerin. Die Kraft für ihre anspruchsvolle und unverzichtbare Arbeit schöpft Sabine Kamp vor allem aus der Meditation, jeden Tag macht sie 40 Minuten lang Atemübungen, dem Gebet, mit dem sie Dinge des Tages am Abend wieder abgeben kann und aus ihrer eigenen Lebensfreude, die sie mit zu den Patienten nimmt.

Kraft durch Meditation

Um Patienten der Klinik, deren Angehörigen und dem Mitarbeitern des Hauses noch mehr Freude zu vermitteln, hat sich die engagierte Seelsorgerin bereits einige Dinge überlegt. So denkt sie unter anderem über kleine Konzerte im Innenhof, Gottesdienste und Grußkarten nach, die allen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und unvergessliche Momente schaffen sollen und sicher auch werden.