AfD in Eberswalde
: Was AfD-Kandidat Kuffert mit der Stasi zu tun hatte

Medien berichten über eine angebliche IM-Tätigkeit des AfD-Politikers. Roman Kuffert bestätigt Kontakte – aber aus ganz anderen Gründen.
Von
Markus Pettelkau
Eberswalde
Jetzt in der App anhören
AfD-Größe im Barnim: Roman Kuffert will Bürgermeister von Eberswalde werden.

Roman Kuffert (Mitte,  AfD) am 09.08.2019 im Familiengarten Eberswalde

AfD-Größe im Barnim: Roman Kuffert tritt bei der Stadtverordnetenwahl und der Kreistagswahl am 9. Juni als auch bei der Landtagswahl im September für seine Partei an.

Thomas Burckhardt

Der Eberswalder AfD-Politiker Roman Kuffert erlangte erstmals im Jahr 1980 Bekanntheit, als ihm mit einem Freund die Flucht über die Mauer in den Westen gelang. „Tollkühn! Zwei Arbeiter mit Leiter über die Mauer geflüchtet“, titelte die Bild-Zeitung damals.

Heute ist Roman Kuffert vor allem als streitbarer Politiker der rechtspopulistischen AfD bekannt. Und das Boulevardblatt schreibt wieder über ihn. Andere Medien schließen sich an. Danach soll er eine Zeit lang für die Staatssicherheit (Stasi) der DDR gearbeitet haben. Den Berichten zufolge soll er im Mai 1979 schriftlich seine Bereitschaft erklärt haben, für die Stasi unter dem Decknamen „IM Atze“ zu arbeiten.

"Keine Kooperation mit der Stasi"

Roman Kuffert widerspricht nach einer Anfrage dieses Nachrichtenportals dieser Darstellung der Ereignisse deutlich: „Es gab keine Kooperation mit der Stasi, sondern die Verschleierung einer Fluchtvorbereitung“, erklärt der 65-Jährige. „Ich wurde in der DDR seit 1977 permanent zu Verhören beziehungsweise Vernehmungen von der Stasi vorgeladen. Oft musste dort eine sogenannte Erklärung mit identischem Wortlaut abgegeben werden.“

Kuffert habe demnach nie eine sogenannte „Verpflichtungserklärung“ unterzeichnet. „Laut Akte war ich für die Stasi ein IM-Vorlauf, ein möglicher IM-Kandidat“, erklärt er, wie es zu Missverständnissen gekommen sein könnte. „Ich habe der Stasi bewusst Falschinformationen in den Vernehmungen präsentiert. In erster Linie diente mein Verhalten dazu, um meine Fluchtvorbereitungen zu verschleiern und davon abzulenken.“

Im Juli 1979 wurde im Stasibeschluss XV/1273/78 der offizielle Vermerk eingetragen: „Der IM-Vorgang wird aufgrund von Unzuverlässigkeit und erwiesener Unehrlichkeit eingestellt." Diese Quelle stellt Roman Kuffert für die aktuelle Recherche zu seinen möglichen Verstrickungen mit der Stasi selbst zur Verfügung.

Einblick in Stasi-Akte möglich

„Ich bin jederzeit bereit, auf Nachfrage Einsicht in meine Stasiakte zu gewähren, um mögliche Zweifel auszuräumen. Ich war tief im Dissidenten Umfeld verankert, die Stasi hat absolut nichts von mir erfahren“, wirbt Kuffert mit dem Angebot von Transparenz. Niemand sei durch seine Arbeit zu Schaden gekommen. Roman Kuffert tritt sowohl bei den Kommunalwahlen am 9. Juni für die AfD an, als auch bei den Landtagswahlen im September.