Biber in Finowfurt
: Dramatische Rettung aus der Schleuse – so geht es dem Tier

Ein abenteuerlustiger Biber geriet in die trockengelegte Finowfurter Schleuse. Wie der Feuerwehr nach misslungen Befreiungsversuchen die Rettung gelang.
Von
Antje Schroeder
Finowfurt
Jetzt in der App anhören
Feuerwehrleute aus Finowfurt hatte ihre liebe Mühe, einen in die Schleuse gefallenen Biber zu befreien. Über diese Bretterwand war das Tier vermutlich in die trocken gelegte Schleuse gefallen.

Feuerwehrleute aus Finowfurt hatte ihre liebe Mühe, einen in die Schleuse gefallenen Biber zu befreien. Über diese Bretterwand war das Tier vermutlich in die trocken gelegte Schleuse gefallen.

Michael Felchow/Freiiwillige Feuerwehr Finowfurt
  • Feuerwehr Finowfurt rettete Biber aus trockener Schleuse.
  • Einsatz am Ostersonntag gegen 17:14 Uhr.
  • Biber wurde mit Kescher eingefangen, wog etwa 25 kg.
  • Tier wurde nach Gesundheitscheck zurück in Kanal gesetzt.
  • Zuschauer applaudierten der Rettungsaktion.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Biber sind neugierige und abenteuerlustige Tiere. Für dieses Nagetier führte der natürliche Erkundungstrieb aber in die Falle.

Am Ostersonntag gegen 17:14 Uhr wurde die freiwillige Feuerwehr Finowfurt zu einem ungewöhnlichen Einsatz an die Finowfurter Schleuse gerufen. Ein Biber war in dem fast leeren Schleusenbecken gefangen und kam nicht mehr heraus. Schon um 15:15 Uhr hatten Passanten das Tier entdeckt, ein zunächst alarmierter Biberbeauftragter konnte aber das Tier nicht befreien.

Brettersperre in Finowfurt zu niedrig für den neugierigen Biber

Der Biber sei vermutlich über eine Brettersperre aus Holz in die Schleuse gekommen, sagt der Gemeindewehrführer Finowfurt, Christian Seeger, am Montagmorgen. Die Schleuse ist derzeit wegen Bauarbeiten nahezu trockengelegt, das Tor in Richtung Finow stand aber offen. Eine hier errichtete Brettersperre ragte an der Kanalseite nicht hoch über die Wasserkante. Seeger vermutet, dass das Tier hier herüber gekrabbelt ist, in die Schleuse fiel und dann nicht mehr zurückkam.

„Wir haben eine halbe Stunde gebraucht, bis wir in raus hatten“, so Seeger. Der Biber zog sich zunächst immer wieder unter das Tor zurück. Schließlich gelang es den Feuerwehrleuten, ihn an einer Stelle, an der das Wasser tiefer stand, mit einem Kescher einzufangen. „Er hat sich gut gewehrt, der Kleine“, sagt Seeger.

Biber in Finowfurt so groß wie ein Labrador-Hund

„Klein“ war der Plattschwanz indessen nicht. Seeger vergleicht die Größe des Bibers mit seinem Labrador-Hund und schätzt das Gewicht auf 25 Kilogramm.

Der verstörte Biber versteckte sich anfangs immer wieder unter dem Tor der Schleuse Finowfurt.

Der verstörte Biber versteckte sich anfangs immer wieder unter dem Tor der Schleuse Finowfurt.

Michael Felchow/Freiwillige Feuerwehr Finowfurt

Die Feuerwehrmänner hätten ihn noch eine Weile zappeln lassen, bis er müde wurde. Zusammen mit dem Biberbeauftragen beurteilten sie den Gesundheitszustand und entschieden, dass das Tier in die Natur zurückgebracht werden könnte. Über eine Steckleiter hoben die Feuerwehrleute den Biber dann über die Wassersperre und setzten ihn wieder im Kanal aus, unter dem tosenden Beifall zahlreicher Zuschauer, die das Vorgehen inzwischen von der Schleusenbrücke aus beobachteten.

Zwei Feuerwehrleute in Watthosen fangen den Biber in der Finowfurter Schleuse mit einem Kescher ein. Bevor sie das 25 Kilogramm schwere Tier wieder über die Bretterwand wuchteten, ließen sie ihn noch eine Weile zappeln, bis er müde wurde.

Zwei Feuerwehrleute in Watthosen fangen den Biber in der Finowfurter Schleuse mit einem Kescher ein. Bevor sie das 25 Kilogramm schwere Tier wieder über die Bretterwand wuchteten, ließen sie ihn noch eine Weile zappeln, bis er müde wurde.

Hans Klawier/Freiwillige Feuerwehr Finowfurt

Der Plattschwanz schwamm am Ende einfach davon

„Ohne sich noch einmal dankend umzuschauen, verließ der Biber entschlossen die Einsatzstelle – vermutlich mit einem neuen Abenteuer im Sinn“, schreibt die freiwillige Feuerwehr Finowfurt auf ihrer Facebook-Seite. An dem Einsatz waren zwölf Feuerwehrleute mit vier Fahrzeugen beteiligt.