Bürgerbudget in Eberswalde: 100.000 Euro für Projekte - das sind die Favoriten

Für das Bürgerbudget von Eberswalde wurde eigens ein neuer Taler entworfen. Abstimmung ist am Sonnabend, 19.9.26, von zehn bis 18 Uhr.
Markus Mirschel/Stadt Eberswalde- Eberswalder Bürgerbudget: 100.000 Euro, 46 zugelassene Vorschläge stehen zur Wahl.
- Abstimmung vor Ort am Samstag, 19. September 2026, 10 bis 18 Uhr – online bis Freitag, 12 Uhr.
- Jede Person hat fünf Stimmen und erhält vor Ort fünf Stimmtaler; Auszählung beginnt um 18 Uhr.
- Schwerpunkte sind Kinder, Jugend und Sport, etwa Spielplätze, Jugendzentrum und Sportvereine.
- Strenge Regeln: Kostengrenze 10.000 Euro, keine Förderung in den letzten drei Jahren, viele Ideen fielen raus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Kinder, Jugend, Sport. Die Wunschliste für das Eberswalder Bürgerbudget zeigt klar die Prioritäten der Bewohnerinnen und Bewohner von Eberswalde. 46 Vorschläge wurden zugelassen. Die Eberswalderinnen und Eberswalder sind aufgerufen, daraus ihre Lieblingsprojekte auszuwählen.
Stolze 100.000 Euro sind dieses Jahr im Topf und können auf Projekte verteilt werden. Am Samstag, den 19. September 2026, zwischen 10 und 18 Uhr können Bürger vor Ort im Paul-Wunderlich-Haus abstimmen.
Seit einiger Zeit läuft zudem die Online-Abstimmung, die noch bis 12 Uhr am Freitag, dem 18. September 2026, möglich ist. Jede Eberswalderin und jeder Eberswalder hat fünf Stimmen, die sie oder er beliebig auf die Projekte verteilen kann.
Vor Ort bedeutet das, dass die Eberswalderinnen und Eberswalder fünf Stimmtaler erhalten, die sie in Gefäße für die jeweiligen Vorschläge legen können. Ausgezählt wird am Abend ab 18 Uhr. Das Geld ist nicht von der Haushaltssperre des Landkreises betroffen, die keinen Einfluss auf den städtischen Doppelhaushalt hat, versichert Stadtsprecher Markus Mirschel. „Es geht darum, die Stadt zu gestalten und mitzuentscheiden“, sagt Mirschel.
Wickeltisch könnte in Eberswalde im Park stehen
Da wäre etwa der Vorschlag, am Park am Weidendamm einen Wickeltisch einzurichten. Gleich mehrere Vorschlaggeber möchten Spielplätze aufmöbeln, beispielsweise durch Erweiterung an der Wolfswinkler Straße in Finow, ein neues Spielgerät am Weidendamm, Schatten für den Spielplatz am Christel-Brauns-Weg, Temposchwellen in der Clara-Zetkin-Siedlung, Kommunikationstafeln für alle Spielplätze.
Auch Schulen und Kitas werden vorgeschlagen. So wünschen sich Eberswalder für die Kita „An der Zaubernuss“ einen neuen Spielplatz. Andere würden gerne Bücher für die Villa Kunterbunt, Ballfangnetze für die Kita Zwergenland, Bücherregale für die Schulbibliothek der Grundschule Finow anschaffen, die Fahrradwerkstatt der Kinderakademie sanieren oder den Schulhof der Oberbarnimschulen besser gestalten.
Jugendliche kämpfen für eigenes Zentrum in Eberswalde
Für Jugendliche kämpft der Verein „Perspektive Randlos“ für ein Jugendzentrum. Auch ein Jugendplatz für die Stadtmitte und Basketballkörbe am Spielplatz Ostender Höhen werden vorgeschlagen. Der Bolzplatz an der Lessingstraße könnte bei entsprechend vielen positiven Voten ein höheres Schutzgitter erhalten. Für das Technische Hilfswerk bitten Vorschlaggeber um einen Zuschuss für die Kinder- und Jugendarbeit.

Jugendliche aus Eberswalde kämpfen für ein Jugendzentrum. Hier ein Aushang in der Schicklerstraße.
Antje SchroederDie Eberswalderinnen und Eberswalder können auch Geld aus dem Bürgerbudget an Sportvereine ausschütten: etwa an den SV Stahl Finow, den Eberswalder Sportclub, den SV Kraft Eberswalde, den SV Tornow 90, den FV Preussen, den FSV Lok Eberswalde, den Ostender Sportverein OSV, den SV Empor, den 1. SV Eberswalde, den Verein „Bouldern und Begegnung“ oder die „Young Rebels“.
Ältere Menschen in Eberswalde würden sich sicher über Bänke freuen
Ältere Menschen dagegen halten sich mit Forderungen bescheiden zurück. Es sei denn, die Vorschläge für Sitzbänke mit Lehne an der Friedrich-Ebert-Wiese, mehr Sitzgelegenheiten entlang des Treidelwegs oder eine Bank entlang des Gehwegs Ostender Höhen werden berücksichtigt.
Von einem beleuchteten Geh- und Radweg entlang der Lessingstraße könnten Radfahrer und Fußgänger profitieren, wenngleich die engen Grenzen des Bürgerbudgets nur für ein Teilstück von 50 Metern reichen würden. Den Kleingärtnern würden schon 2500 Euro Zuschuss für die Reparatur des Vereinshaus-Dachs im Verein Wolfswinkel reichen.
Fast die Hälfte der Vorschläge in Eberswalde durchgefallen
Die Kriterien sind streng. Für die Vorschläge gilt eine Kostengrenze von 10.000 Euro, der Verein oder sonstige Träger darf in den letzten drei Jahren kein Geld aus dem Bürgerbudget erhalten haben. Entsprechend streng war die Auswahl. Von 80 Vorschlägen konnten nur etwas mehr als die Hälfte zugelassen werden.
Nicht geschafft haben es unter anderem Ideen für eine Wassersprühanlage gegen die Sommerhitze auf dem Marktplatz, ein Raum der Stille, eine Skaterbahn oder Handschwengelpumpen im Stadtgebiet: Sie hätten das Budget gesprengt. Die Wiederherstellung der städtischen Badeanstalt dagegen ist nicht umsetzbar, da sie nicht im Eigentum der Stadt ist.
Mit dem Bürgerbudget, über das schon zum 15. Mal entschieden wird, hat Eberswalde bereits überregional Bekanntheit erlangt, so Stadtsprecher Markus Mirschel. Lars Stepniak, Mitarbeiter der Kämmerei, sei schon in mehreren europäischen Ländern gewesen, um das Projekt vorzustellen. „Wir geben den Impuls weiter“, sagt Mirschel.

