GLG-Krise
: Politik im Barnim beantragt Sondersitzung

Die GLG-Krankenhausgesellschaft steckt in der Krise und vor einer Zerreißprobe. Nun will sich die Politik im Barnim stärker einbringen. Letztlich soll der Verbund erhalten bleiben.
Von
Thorsten Pifan
Eberswalde
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Der Landkreis Barnim galt immer als derjenige, der ohne Schulden auskommt und eigene Reserven anlegte. Daran änderte auch der Bau der städtebaulich hochgelobten Kreisverwaltung im Zentrum von Eberswalde nichts. Das Paul-Wunderlich-Haus wurde 2007 eingeweiht.

Kreishaus

Die Schaltzentrale im Barnim. Im Paul-Wunderlich-Haus hat Landrat Daniel Kurth (SPD) sein Büro. Gleichzeitig tagt in dem Gebäude auch der Kreistag.

Thomas Burkchardt
  • Die GLG-Krankenhausgesellschaft steckt in einer Krise – Politik im Barnim will stärker eingreifen.
  • CDU und BVB/Freie Wähler beantragen gemeinsame Sitzung von Gesundheitsausschuss und Kreisausschuss.
  • Ziel: Politik soll Klarheit über die Lage erhalten und bei Lösungen zur Krise mitwirken.
  • Streit zwischen Landräten Kurth (Barnim) und Dörk (Uckermark) belastet Zusammenarbeit.
  • Sitzung vor dem Kreistag am 8. Oktober geplant – Fokus auf Zukunft der GLG und Gutachter-Bericht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der aktuellen GLG-Krise will Daniel Sauer das Heft des Handels mehr in die Politik holen. Entsprechend haben CDU und BVB Freie Wähler im Kreistag beantragt, dass Gesundheitsausschuss und Kreisausschuss gemeinsam tagen, um sich auf den Stand der Dinge bringen zu lassen. „Auch FDP und Grüne haben zu diesem Vorgehen ihre Zustimmung signalisiert“, sagt der CDU-Fraktionschef gegenüber diesem Nachrichtenportal.

Das Ziel dieses Vorstoßes sei es, beide zuständigen Gremien im Kreistag auf einen Sachstand zu bringen, um womöglich aus Reihen der Politik an einer Lösung der GLG-Krise mitzuwirken, die sich aktuell immer weiter zuspitzt. Daniel Sauer hofft, in diesem Zusammenhang klare Informationen über den Sachstand und die Möglichkeiten zu bekommen.

Derzeit wird einmal mehr ein Gutachten erstellt. Es geht um die Variante, die beim Herauslösen der Uckermark-Geschäftszweige den Verbleib der Wolletzseeklinik enthält. Sobald dieses vorliegt, sollen die Politiker aus dem Kreistag Informationen dazu von der Geschäftsführung erhalten – und auch den Verfassern des Gutachtens. „Wir wollen die Möglichkeit schaffen, dass alle offenen Fragen, die es derzeit gibt, fachkundig beantwortet werden“, sagt der CDU-Politiker, der sich auch bereits für den kommenden Wahlkampf als Herausforderer von Landrat Daniel Kurth (SPD) positioniert.

Doch worum geht es eigentlich? Die Krankenhausgesellschaft GLG, an der Landkreis Barnim, Landkreis Uckermark und die Stadt Eberswalde mit unterschiedlichen Gewichten beteiligt sind, steckt derzeit tief in einer Krise und muss sich im schlimmsten Fall sogar einer Zerreißprobe stellen. Denn in der Uckermark gibt es mit zunehmender Dynamik die Bestrebung, die gemeinsame Gesellschaft zu verlassen.

Die Folge der Trennung von Uckermark und Barnim für die GLG

Das aber würde dazu führen, dass die bisherige Struktur auseinandergerissen wird, die vielfach aufeinander aufbaut. Daniel Sauer macht daher im Gespräch mit diesem Nachrichtenportal auch keinen Hehl daraus, dass er „kein Fan der Trennung“ ist. Sein Kommentar: „Es ist schade, dass die schlechte interne Kommunikation dazu geführt hat, dass hier Vertrauen zerschlagen worden ist, das in 20 Jahren Zusammenarbeit aufgebaut worden ist.“

Daniel Sauer sieht inzwischen auch das Verhältnis zwischen dem Barnim und der Uckermark an sich beschädigt. Mehrheitseigentümer der GLG ist der Landkreis Barnim. Daher stellt dieser mit Landrat Daniel Kurth auch den Aufsichtsratsvorsitzenden. „Der Landrat hat sich persönlich sehr in die operative Ebene begeben. Diese Wahrnehmung muss er sich nun auch zuschreiben lassen“, sagt Daniel Sauer.

Dörk und Kurth machen sich gegenseitig Vorwürfe

Hintergrund sind an dieser Stelle schwere Vorwürfe der Uckermark-Landrätin Karina Dörk (CDU) – auch gegenüber dem Barnimer Landrat. Dieser ignoriere als Mehrheitsgesellschafter die Interessen der Uckermark. Kurth indes warf seiner Aufsichtsratskollegin zuletzt „Wortbruch“ vor, sie habe sich entgegen gemeinsamer Absprachen, voreilig öffentlich zum Ergebnis eines Gutachtens zur Zukunft der GLG-Krankenhäuser in Angermünde und Prenzlau geäußert. Fest steht: Das Verhältnis ist derzeit alles andere als entspannt.

Die Sitzung der beiden Gremien hätte bereits terminiert sein sollen, um rechtzeitig vor der kommenden Aufsichtsratssitzung am 20. August Klarheit zu haben. Nachdem die Sitzung des GLG-Aufsichtsratsgremiums aber verschoben worden ist, wurde auch die Sondersitzung vertagt. Fest steht laut Daniel Sauer nun, dass Gesundheitsausschuss und Kreisausschuss zumindest noch vor der nächsten Sitzung des Kreistages gemeinsam tagen sollen.

Der Kreistag kommt im Barnim am 8. Oktober zum nächsten Mal zusammen.