Hinter Einsatzleiter Ricardo Speer, Janine Schilling, Jörg Schumann, Christian Meng, Andreas Müller und Steven Berger liegt unfassbar viel Arbeit, die sie körperlich und seelisch an die Grenzen ihrer Kraft gebracht hat. Die Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren von Eberswalde, Finow und Tornow sowie der Berufsfeuerwehr waren vom 5. bis zum 11. August gemeinsam mit weiteren Helfern aus ganz Brandenburg vor allem an der Ahr-Rotweinstraße von Altenahr nach Dernau zugange, die seit dem Hochwasser nur noch eine Piste aus Modder ist.

Spendenkonto Hochwasserhilfe

Für die Spenden aus Brandenburg wurde ein Konto eingerichtet: Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021

Bild der Zerstörung durch Naturgewalten

Die Asphaltdecke war von der Flut weggespült worden, die zudem 90 Prozent aller Brücken im Kreis Ahrweiler, Rheinland-Pfalz, und zahlreiche Wohnhäuser zerstört hat. „Die zuvor wohlhabene Urlaubsregion ist nicht mehr wieder zu erkennen“, sagt Ricardo Speer, der bei der Berufsfeuerwehr arbeitet und sich ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr Tornow engagiert.
Es ist nicht nur das Bild der Verwüstung durch die Naturgewalten, das sich tief in die Erinnerung der sechs Helfer aus Eberswalde eingebrannt hat. Auch die Erlebnisberichte der Opfer des Hochwassers haben die Brandschützer nachhaltig beeindruckt. „Wir haben zum Beispiel einen ehemaligen Bad Freienwalder getroffen, der vor 20 Jahren ins Ahrtal verzogen ist“, berichtet Janine Schilling. Der Mann habe erzählt, wie er eine Nacht auf dem Dach ausharren musste, weil das Wasser in seinem Haus schon meterhoch stand. „Als es hell wurde, hat er in der Ahr Nachbarn um ihr Leben schwimmen sehen – und ist fast verrückt geworden, weil er nicht helfen konnte“, sagt die junge Frau von der Freiwilligen Feuerwehr Eberswalde, die ihr Geld in der Rettungsdienst Barnim GmbH verdient.

Eberswaldes Bürgermeister sagt Danke

Dabei sei die Ahr ein Flüsschen, das sich im Normalfall mit dem Finowkanal vergleichen lasse, betont Christian Meng von der Freiwilligen Feuerwehr Finow, der für die Arbeiterwohlfahrt tätig ist.
Die erste vom Hilfseinsatz in Rheinland-Pfalz zurückgekehrte Abordnung aus Eberswalde berichtet in einem Besprechungsraum der Feuerwache in der Barnimer Kreisstadt aus dem Katastrophengebiet. Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski spricht dem Sextett, den Dank der Stadt Eberswalde aus. „Ich bin tief beeindruckt von Ihrer Leistung und ungemein dankbar für Ihr Engagement“, sagt er.
Seinen lobenden Worten schließt sich Nikolaus Meier gern an. Der Leiter des Amtes für Brandschutz und der Berufsfeuerwehr ist Eberswaldes ranghöchster Feuerwehrmann. Und ist persönlich vom Hochwasser betroffen. „Eine Tante von mir lebt im Ahrtal“, berichtet er. Sie sei vier Tage nicht telefonisch zu erreichen gewesen und habe ihr Haus aufgeben müssen. „Die Frau ist 81 Jahre alt und steht buchstäblich vor den Trümmern ihrer Existenz“, sagt Nikolaus Meier.

Wasser-Öl-Gemisch aus Kellern abgepumpt

Mit Schicksalen wurden die sechs Helfer aus Eberswalde während ihres Einsatzes auf Schritt und Tritt konfrontiert. „Wir sind aber auch auf Zuversicht, Tatkraft und vor allem auf Dankbarkeit gestoßen“, urteilt Andreas Müller, der in der Freiwilligen Feuerwehr Finow aktiv ist und im Katastrophenschutz der Kreisverwaltung Barnim arbeitet.
Insbesondere eine schwere Aufgabe hat die Brandschützer aus Eberswalde beschäftigt: Sie haben mitgeholfen, Keller leerzupumpen, in denen sich Heizöl mit dem Hochwasser vermischt hatte. „Das Zeug wurde in Kanister verfüllt und zu einer der wenigen intakten Kläranlagen gebracht“, sagt Ricardo Speer.

Zweite Eberswalder Abordnung in Rheinland-Pfalz

Die sechs Helfer aus Eberswalde haben zudem Hausmüll abgefahren und zur Versorgung der Anwohner beigetragen, die nicht selbst kochen dürfen, weil es nur Notstrom gibt.
„Am 16. August kehrt die zweite Abordnung der Eberswalder Feuerwehren aus Rheinland-Pfalz zurück“, teilt Nikolaus Meier mit. Seit dem 10. August sind die vier Brandschützer im Ahrtal im Einsatz. „Die Hilfsbereitschaft in unseren Reihe ist riesig: Wenn es weitere Anforderungen gibt, ziehen wieder Freiwillige los“, verspricht der Amtsleiter, der den Arbeitgebern für die Freistellung der Helfern dankt.
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