Kanurennsport
: „Irgendwann Olympia“

Eberswalder Sportschüler holt Deutschen Meistertitel im Mehrkampf.
Von
Dirk Schaal
Eberswalde
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Vollgas im Wasser: Leon Michael Reckzeh

Michael Reckzeh

Einen kleinen Schritt in diese Richtung hat der 14–Jährige unlängst bei den Deutschen Meisterschaften im Kanurennsport in Brandenburg gemacht. Keiner war wie im Vorjahr besser im Kanumehrkampf (Zeitfahren 500 m, Stechpaddeln 250 m, Slalom, Laufen 1000 m und Schwimmen 50 m), nur einen Kontrahenten musste er im K1 über 500 Meter den Vortritt lassen und den Sprung auf den Bronzerang schaffte er mit  Luis Schmitt im K2 über 2000 Meter.

Titelträger ist stolz auf Bronze

Auch wenn es seltsam erscheinen mag, im Rückblick erwähnte er als Erstes den dritten Platz. „Das war eine echte Überraschung und hat mich riesig gefreut. Auf diese Medaille bin ich mächtig stolz“, kommentierte er die Platzierung. Denn kurz vor der Meisterschaft fiel sein angestammter Zweier–Partner, Ben Hanisch, Sohn des Kanu–Bundestrainers, verletzungsbedingt aus.

Mit Kampfsport hat Leon Michael Reckzeh seine sportliche Laufbahn begonnen: „Irgendwann hatte ich keine Lust mehr darauf. Meine Mutter ist gern am Wasser, da bin ich dann mit neun Jahren zu Empor Eberswalde.“ Das war jedoch im Winter, Wasser spielte beim Training überhaupt keine Rolle, Lauf– und Krafttraining standen an. "Irgendwie hat es mir Spaß gemacht, ich bin ja dabei geblieben“, erinnerte sich der Eberswalder Kanute an seine Anfänge.

Erfolgreich ging es weiter für ihn, Erfolge auf Landesebene stellten sich ein und so wurde er ein Kandidat für höhere Ziele. „In der siebenten Klasse bin ich auf die Sportschule Potsdam gekommen. Am Anfang hatte ich da einige Probleme, das richtige Gleichgewicht zwischen Sport und Schule zu finden, aber mittlerweile läuft das richtig gut“, berichtete der 14–Jährige. Ein typischer Montag in Potsdam beginnt für ihn mit Training von 7.30 bis 9.30 Uhr. Danach ist Schule und um 15 wird wieder für zwei Stunden zum Training gerufen. Die Zeiten variieren im Laufe der Woche, das Pensum bleibt jedoch gleich. Im Grundlagentraining ist er neun Kilometer auf dem Wasser unterwegs und dann kommen noch Kraft, Kondition und andere Übungen hinzu.

Klein, aber oho

Auch wenn Leon mit 1,73 Meter Körpergröße der Kleinste seiner Kanu–WG in Potsdam ist, hat er große Ziele. Im nächsten Jahr wechselt er in die Altersklasse Jugend. „Dann brauche ich endlich keinen Mehrkampf mehr zu machen, den mag ich eigentlich nicht“, sagte der Deutsche Meister in dieser Disziplin mit hörbarem Aufatmen. Jedoch ist er 2020 dann der junge Jahrgang der Jugend und erwartet deshalb keine herausragenden Platzierungen. Die sollen sich dann spätestens in zwei Jahren bei Olympic Hope (eine Art Europameisterschaft der Nachwuchskanuten) einstellen. Und das Fernziel ist sowieso klar: „Irgendwann Olympia“.

Neben Leon waren auch weitere Eberswalder Empor–Kanuten bei der Deutschen Meisterschaft  dabei. Nele und Lara Wiegand verpassten im Finale des K4 der Schülerinnen A die Überraschung und schrammten hauchdünn an einer Medaille vorbei und wurden Sechste. In einem spannenden Rennen kamen vier Boote innerhalb einer Sekunde ins Ziel. Im K2 über die 2000 Meter paddelten sich die Zwillinge auf den elften Platz bei starker Konkurrenz von 26 Booten.

Lana Simon hat sich in ihren Rennen im C1 über 200 und 500 Meter gegen starke Konkurrenz teuer verkauft. Auch wenn es nicht für eine Medaille reichte, zeigte Lana, insbesondere am letzen Wettkampftag, eine starke Willensleistung. Im C1 über 5000 m kam Lana als Sechste ins Ziel.