Polizeikontrolle in Eberswalde. Mehr als 50 Beamte sind dort am Donnerstagvormittag im Einsatz, um Fahrerinnen und Fahrer auf die Spur zu kommen, die nicht ganz nüchtern unterwegs sind. „Unser Schwerpunkt liegt heute auf Drogen und Alkohol“, sagt Sebastian Thon von der Polizei in Bernau, der den Einsatz in Eberswalde leitet. Schon in den ersten Stunden gab es fünf Verdachtsfälle, die sich erhärtet haben – und eine Festnahme.
Am Ende werden ein Dutzend Fahrerinnen und Fahrer angehalten, bei denen der Konsum von Betäubungsmitteln festgestellt wird. Vier kontrollierte Personen sind ohne Führerschein unterwegs gewesen und zwei haben zwar einen Führerschein dabei, dieser war aber gefälscht. Zudem ahnden die Beamten einen Verstoß gegen die Pflichtversicherung.

Geldstrafe oder Knast

Ein 37-Jähriger hat an diesem Vormittag besonderes Pech. Denn bei der Kontrolle der Personalien stellen die Polizisten in der Mobilen Wache fest, dass er per Haftbefehl gesucht wird. Die Polizisten vollstrecken den Haftbefehl umgehend. Allerdings kann sich der Mann am Ende freikaufen. Polizeihauptkommissar Thon erklärt: „Der Mann hatte eine Geldstrafe zu zahlen und ersatzweise eine Haftstrafe anzutreten.“ Da er in der Lage ist, die Summe – immerhin vierstellig – vor Ort zu bezahlen, darf er weiterfahren.
Derweil schnüffelt sich Drogenhund Vox von der Knappenmühle durch einen VW Polo. Fahrer und Beifahrerin mussten Tüten und Taschen aus dem Fahrzeug räumen. Die Hundeführerin von Vox gibt der Spürnase dezente Hinweise, wo sie als Nächstes schnüffeln soll. Der Fahrer ist derweil zur Blutentnahme beim Polizeiarzt, der ebenfalls vor Ort ist und bei Auffälligkeiten sofort handeln zu können. „Das spart die Fahrten ins nächste Klinikum“, sagt Thon.

Nicht nur Alkohol und Drogen haben Polizisten im Visier

Der Polizeiarzt kommt auch zum Einsatz, als es am Morgen darum geht, einen Unfallverursacher auf Drogen zu untersuchen. Bei einem Unfall in Finowfurt auf der Straße In den Sandstücken gegen 7.45 Uhr ist der 35-Jährige beim Drogenvortest positiv auf Kokain und Canabis getestet worden. Wie viel er konsumiert hat, wird am Ende die Blutprobe zeigen. Seinen Führerschein ist der Mann, der einen Sachschaden von 6000 Euro verursacht hat, schon einmal los. Von der Kontrollstelle gegenüber des Familiengartens muss es sich per Pedes auf den Weg machen.
„Genau solche Unfälle wollen wir verhindern helfen“, sagt Sebastian Thon. Denn wenn die Fahrerinnen und Fahrer wissen, dass die Polizei unterwegs ist, um sie zu kontrollieren, überlegen sie es sich vielleicht zweimal, ob sie mit Drogen im Körper hinter das Steuer steigen. „Dabei sind wir zwar nicht jeden Tag mit solch großem Aufgebot im Einsatz“, sagt der stellvertretende Schichtleiter der Polizei-Inspektion in Bernau, „aber im Kleinen machen die Kollegen täglich Kontrollen.“

Landkreis Barnim unterstützt Kontrolle mit großen Zelten

Ein weiterer Grund für den Einsatz, der vom Landkreis Barnim tatkräftig mit dem Bereitstellen von Zelten unterstützt wird, ist, dass die Polizei in der Waldstadt Präsenz zeigen möchte. „Wir sind da“, sagt Thon, auch wenn es nicht täglich solch große Kontrollen gibt. Ein weiterer Vorteil des großen Aufwands ist, dass auch die eingesetzten Kräfte profitieren. „Hier kommen Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen und können sich auch austauschen, sodass alle gegenseitig von den Erfahrungen der anderen profitieren“, sagt Thon.
Die Polizei aus dem Barnim mit Unterstützung der Bundespolizei und dem Zoll haben an diesem Tag unterschiedliche Interessen. „Unser Schwerpunkt sind zwar die Drogenkontrollen, wir achten aber auch auf andere Delikte“, erklärt Thon. So muss es sich ein junger Mann gefallen lassen, dass sein tiefer gelegtes Fahrzeug genauestens unter die Lupe genommen wird. Am Ende kontrolliert der Polizist noch die Auspuff-Anlage.

Fahrer hat am Auto nicht manipuliert

Der Fahrer erklärt, dass er weiß, wie sie zu manipulieren ist. Er hat aber keine illegalen Veränderungen vorgenommen, auch wenn er bisschen nervös wirkt. Doch weder der Alkoholtest noch die Sichtkontrolle fördern Auffälliges zutage. Die Beamten wünschen dem Fahrer gute weiterfahrt und der junge Mann braust erleichtert von dannen.
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