Am Standort Eberswalde soll eine Schuldnerberatung für den Landkreis Barnim so schnell wie möglich in Betrieb gehen. Darüber hat Barnims Sozialdezernentin Yvonne Dankert am Mittwoch im Sozialausschuss des Kreises informiert. Sie habe im Januar eine sogenannte Interimsvergabe in die Wege geleitet. Den Zuschlag habe der Kreisverband Bernau der Arbeiterwohlfahrt (AWO) erhalten. Der Träger müsse den neuen Vertrag allerdings noch unterzeichnen.

Seit Januar keine Schuldnerberatung mehr

Seit Jahresbeginn konnte der Landkreis keine Schuldnerberatung mehr anbieten – eine Leistung, zu der er laut Sozialgesetzbuch allerdings verpflichtet ist. Bis Ende 2020 hatte die AWO Bernau zwei Standorte, in Eberswalde und Bernau, unterhalten – mehr als 20 Jahre. Zum Aus war es offenbar wegen finanzieller Differenzen mit dem Landkreis gekommen. Der Träger forderte seit Längerem höhere Zuwendungen, um die Mitarbeiter in den Anlaufstellen nach Tarif bezahlen zu können.

Vorerst soll nur ein Standort wieder in Betrieb gehen

Nun solle der Vertrag die vorhandenen finanziellen Mittel nutzen, indem zunächst nur eine Schuldnerberatung den Betrieb aufnimmt, teilt Yvonne Dankert auf Nachfrage der Märkischen Oderzeitung mit. Die Zusammenarbeit mit dem alten Träger sei jedoch vorerst eine Übergangslösung. Ein reguläres Vergabeverfahren, dann europaweit, laufe voraussichtlich am 1. Juli an, so die Sozialdezernentin.
Wann genau Betroffene sich wieder am Standort Eberswalde beraten lassen können, hänge nun von der Rückmeldung der Arbeiterwohlfahrt ab.