Stadtlauf in Eberswalde: Nach Großbrand am Marktplatz – 1000 Bäume für besseres Klima

Baumpatenschaft für ein besseres Klima. Die Aktion konnte nur stattfinden, weil es den dritten Stadtlauf von Eberswalde gegeben hat.
Stephan Backert- Der Stadtlauf in Eberswalde wurde nach Großbrand verschoben, Ersatztermin war der 10. November.
- Über 100 Freiwillige pflanzten über 1000 Bäume und Sträucher am Lichterfelder Bruch.
- Verschiedene Baumarten wurden gepflanzt, um den Wald besser an den Klimawandel anzupassen.
- Müll und Unrat wurden vorher aus dem Wald entfernt.
- Einnahmen aus Essenverkauf gingen an die Nachwuchsabteilung des SV Eberswalde.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Schweren Herzens musste der Stadtlauf 2024 in diesem Jahr unmittelbar nach dem Großbrand, der in der Innenstadt im September wütete, verschoben werden. Noch heute zeugen Blumengebinde von der Anteilnahme rund um die Geschehnisse am Marktplatz, die zwei Menschenleben forderten. Mit dem Sonntag (10. November) wurde ein Ersatztermin gefunden, der jetzt für mehr frische Luft sorgt.
Laufen kräftigt die Lunge. Jedoch stand nicht nur die Atemfähigkeit der Sportlerinnen und Sportler beim Stadtlauf im Fokus. Auch der Wald in der Waldstadt ist als Lunge der Natur den Anforderungen des Klimawandels ausgesetzt. Neben dem Laufen spielt auch der Klimaschutz beim dritten Stadtlauf Anfang November eine große Rolle.
Mehr als 100 Eberswalder für mehr als 1000 Bäume
Weit über 100 Eberswalder Freiwillige, vom Kindergartenkind bis zu Senioren, fanden sich am Sonnabendmittag (23. November) am Lichterfelder Bruch ein, um über 1000 Bäume und Sträucher zu pflanzen. Bei der Anmeldung für den Stadtlauf Anfang November bestand laut René Hoffmann die Möglichkeit, eine Baumpatenschaft zu übernehmen, unabhängig davon, ob man am Lauf teilgenommen hat. „Es gibt auch Firmen, die laufen gar nicht, weil sie andere Sportarten lieben. Die kaufen aber trotzdem diese Baumsetzlinge“, so René Hoffmann. Der Augenoptiker ist auch Vorsitzender des Vereins Partner für Gesundheit, der das sportliche Großereignis in Eberswalde organisiert.
Elsbeere, Walnussbäume oder Wildkirschen sollen laut Eberswaldes Stadtförster Florian Manns dafür sorgen, dass der Wald, der bisher von Kiefern dominiert ist, besser an den Klimawandel angepasst wird. Insgesamt wurden 22 Sorten neu gepflanzt, bis auf Weißtanne und Eibe alles einheimische Laubgehölze. „Eine große Mischung ist wichtig, damit der Wald stabil bleibt“, so die Aussage des Forstexperten. Auch die Trinkwasserbildung soll so verbessert werden.
Säckeweise Müll aus Wald in Eberswalde
Bevor die Bäume und Sträucher gepflanzt werden konnten, wurde der Wald jedoch erst einmal gründlich von Müll und Unrat bereinigt. Den Hinweis hierzu gab ein Mädchen, welches laut René Hoffmann auf die Grundschule in Finowfurt geht. Säckeweise wurde der Müll von den vielen Freiwilligen aus dem circa 3 Hektar großen Wald geholt.
So viele Bäume können nicht einfach so in den Wald gepflanzt werden. Dazu braucht es fachgerechte Anleitung und Vorbereitung. So wurden beispielsweise Wurzeln von Weiden vor der Pflanzung mit einer Axt eingekürzt. Die Arbeit wurde in die zwei Gruppen Waldrand und Waldbäume aufgeteilt.
Stadtförster von Eberswalde erklärt Hintergründe
Stadtförster Florian Manns hatte nicht nur im Wortsinn alle Hände voll zu tun. Geduldig beantworteten er und seine Kollegen alle Fragen der Teilnehmer rund um die Pflanzung der ausschließlich heimischen Baum- und Straucharten. Das Feld der Freiwilligen, die Spaten und Schaufel selbst mitbrachten, war vielfältig. Auch ein freundlicher Hund sorgte für gute Laune bei der Arbeit.
Moa Ludwig kommt aus Eberswalde. Sie war mit Mitarbeitern ihres Unternehmens vor Ort. „Wir haben 200 Bäume für diese Aktion gespendet. Wir sind Eberswalder und machen das heute komplett als Betriebsausflug. Alle Kollegen sind da, mit Kind und Kegel“, so die Geschäftsfrau, die ein Unternehmen für Abrechnungen für Fahrtkosten von Taxiunternehmen oder Rettungsdiensten für Kunden in ganz Deutschland betreibt. Das Unternehmen hat vorherige Baumpflanzaktionen bereits unterstützt, ist in diesem Jahr aber zum ersten Mal selbst beim Pflanzen der Bäume vor Ort gewesen.
Ehepaar aus Eberswalde sorgt für neue Walnussbäume
Rosi und Günther Schwelle wohnen ebenfalls in Eberswalde und waren beim Gespräch gerade dabei, ihren zehnten Walnussbaum an diesem Tag zu pflanzen. „Wir nehmen seit 18 Jahren am Stadtlauf teil. Wir sind für die Natur, die Umwelt und den Klimaschutz.“ Bei der Frage, ob sie einmal von den gepflanzten Walnussbäumen naschen wollen, mussten beide etwas lachen.

Das Ehepaar Schwelle aus Eberswalde beim Pflanzen von Walnussbäumen am Stadtrand. Sie waren Teil von über 100 Freiwilligen, die für besseres Klima im Barnim sorgen.
Stephan Backert„Wir wollen den Tieren nichts wegnehmen“, sagte Günther Schwelle und schlug mit einem klirrendem Geräusch mit seinem Spaten einen Stützpfahl für den Baumsetzling ein.
Überhaupt spielten Geräusche bei der großen Pflanzaktion an der Grenze von Eberswalde zu Lichterfelde eine große Rolle. Ein lautes Knacken machte offensichtlich, dass ein Spaten eines Freiwilligen durchgebrochen war. Am Stand des SV Eberswalde (Kanu) brutzelten Bratwürste und es gab selbstgemachten Kesselgulasch.
Auch warmer Apfelsaft und Glühwein waren bei den freiwilligen Baumpflanzern bei den frischen Temperaturen heiß begehrt. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Speisen gehen, so sagte es der Vorstandsvorsitzende und Trainer Jochen Kaiser, an die Nachwuchsabteilung des Vereins. Unterstützt wurde die Pflanzaktion auch von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.



