Autodiebstahl
: Auto gestohlen in Neuss, gestoppt an Grenze zu Polen

Knapp 700 Kilometer vom Tatort entfernt, wurde ein in Nordrhein-Westfalen gestohlenes Auto in Brandenburg gestoppt.
Von
Janet Neiser
Coschen
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Die Brücke namens Neißewelle verbindet Coschen in Brandenburg mit dem polnischen Żytowań. Dort stoppte die Polizei ein gestohlenes Auto.

Hubertus Rößler

Es wären nur noch wenige Meter gewesen – bis zu vermeintlichen Sicherheit. Doch die Polizei war schneller. In Coschen im östlichsten Zipfel von Brandenburg, kurz vor dem Grenzübergang nach Żytowań in Polen, schnappten die Beamten einen mutmaßlichen Autodieb. Zumindest saß der junge Mann in einem Auto, das zuvor gestohlen worden war, aber nicht etwa in Brandenburg oder aber in Sachsen, sondern in Nordrhein-Westfalen.

Wie die Polizei mitteilte, war das Fahrzeug, ein Toyota, in der Nacht zum 12. Juni 2024 in Neuss entwendet worden. Von dort bis nach Coschen sind es etwa 670 Kilometer.  Dass der 23-Jährige, der in Coschen in dem Pkw saß, die ganze Strecke zurückgelegt hatte, ist bisher nur eine Vermutung. Es liegt aber nahe, denn der Fahrer, der polnischer Staatsbürger ist, ist nach Angaben der Polizeidirektion Ost bereits wegen vorangegangener Fahrzeugdiebstähle in polizeilichen Auskunftssystemen erfasst.

Fahrer wurde festgenommen

Fakt aber ist, dass die Beamten das besagte Fahrzeug am 13. Juni, kurz nach Mitternacht, nämlich gegen 0:30 Uhr, unter Einsatz eines Stopsticks stoppten. Sie wollten es einer Kontrolle unterziehen. Doch der Fahrzeugführer war nach Angaben der Polizei nicht bereit mitzuwirken. Also mussten sich die Polizisten Zugang zum Pkw verschaffen. Nach Angaben der Polizeidirektion „halfen“ sie dem Tatverdächtigen beim Aussteigen.

Bei der Überprüfung stellte sich dann heraus, dass es sich um das gestohlene Auto aus Neuss handelte. Die Beamten stellten das Fahrzeug sicher und nahmen den 23-Jährigen vorläufig fest. Er wurde bereits einem Haftrichter vorgeführt, der zwischenzeitlich Untersuchungshaft für den 23-Jährigen angeordnet hat. Am Nachmittag befand sich der Mann auf dem Weg in eine Brandenburger Justizvollzugsanstalt.

Stopstick

Bei Stopsticks handelt es sich um etwa einen Meter lange, dreieckige Kunststoffröhren, in denen sich spitze Hohlröhrchen befinden. Die Röhren werden quer über die Fahrbahn ausgelegt. Fährt ein Auto darüber, wird der Plastikstab zusammengedrückt und die darin enthaltene Nagelsperre mit hohlen Röhrchen bohrt sich die Reifen. Dann entweicht die Luft kontrolliert aus den Reifen. Das Fahrzeug bleibt so lenkbar, die Weiterfahrt aber wird erheblich erschwert.