Hund in Eisenhüttenstadt: Chester wurde zum Sterben im Wald ausgesetzt

Zum Sterben verurteilt und gerettet: Nun sucht der Bernhardiner Chester im Tierheim am See in Eisenhüttenstadt ein neues Zuhause. Mit Tierheim-Mitarbeiterin Lena Loll hat der zehnjährige Rüde sich bereits gut angefreundet.
Hagen Bernard- Berner Sennenhund Chester wurde im Wald ausgesetzt und vom Tierheim Eisenhüttenstadt gerettet.
- Der Hund war dehydriert, verfettet, sein Fell verfilzt, Zähne verfault und Augen entzündet.
- Nach Pflege und Operationen sucht Chester ein Zuhause bei erfahrenen Haltern.
- Chester ist misstrauisch, aber loyal – Spaziergänge liebt er trotz Arthritis.
- Tierheim übernimmt Behandlungskosten nach Adoption – geringe Vermittlungschancen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Das ist ein cooler Hund! Er kommt sofort zu mir. Manchmal muss ich schauen, ob er gute Laune hat. Er frisst sehr gern. Ich könnte ihm ständig Futter bringen“, sagt Lena Loll. Sie arbeitet im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes im Tierheim am See in Eisenhüttenstadt. Zum allein untergebrachten, zehnjährigen Bernhardiner Chester geht sie gern.
Doch laut Tierheim-Leiterin Jana Feister ist bei Chester die Harmonie personenabhängig. „Er ist mitunter misstrauisch und grummelig. Wenn er aber erst einmal Vertrauen gefasst hat, dann ist er lieb und kuschelt auch gern.“
Zum Verdursten am Wasser an einen Baum gebunden
Chester sei den Umgang mit Menschen gewohnt, aber gegenüber Fremden vorsichtig. Schließlich ist ihm von einem Zweibeiner Schlimmes widerfahren. „Hat er erst einmal Vertrauen gefasst, dann ist er ein Typ zum Pferdestehen, der alles für seinen Halter tun würde“, urteilt Jana Feister.

So fanden die Tierheimmitarbeiter Chester im Wald vor.
Jana FeisterIns Tierheim kam dieser Hütehund nach einem Anruf einer Gassigängerin. Sie hatte ihn im Frühjahr an der Helene vorgefunden. Ihr Hund hatte Chester gewittert und sie etwa 100 Meter vom Weg ab durchs Dickicht geführt. Dort traf sie Chester an, der per Leine so an einem Baum angebunden war, dass er nicht ans nahe Wasser herankam. Daraufhin informierte sie das Tierheim.
Chester sei entkräftet und dehydriert in Abwehrhaltung gewesen. Zu zweit brachten Jana Feister und eine weitere Person ihn mehrere hundert Meter durchs Dickicht zum Auto. „Allein hätte Chester es gar nicht bis zum Auto geschafft. Als er die offene Kofferklappe sah, stieg er bereitwillig ein. Zum Glück wollte er, denn die 60 Kilo hätte ich sonst nicht ins Auto bekommen“, erinnert sie sich.
Hund in Eisenhüttenstadt – Vorbesitzer ist bekannt
Laut Jana Feister war er verfettet, die meisten Zähne verfault, sein Fell verfilzt, Augen und Ohren entzündet. Nach zwei Zahn-Operationen und einer dreimonatigen Pflege mit Diät möchte Jana Feister Chester zur Adoption freigeben.
Jana Feister hatte den Fall angezeigt, der vorherige Halter ist bekannt. Das Verfahren ist nun abgeschlossen. Laut der Tierheim-Leiterin deutet beim Verhalten des Hundes vieles darauf hin, dass der Vorbesitzer Chester wohl auch geschlagen habe. Besonders gegenüber fremden Männern meide der Hund Körperkontakt.
Hund in Eisenhüttenstadt – braucht erfahrenen Halter
Aufgrund seines langjährigen Übergewichts hat Chester Arthritis und damit auch Schmerzen. Wahrscheinlich ist er deswegen mitunter übellaunig. Jana Feister: „Er benötigt einen erfahrenen Halter, kleine Kinder sind ungeeignet. Wegen seiner Hüftprobleme muss Chester ebenerdig untergebracht werden. Aufgrund seiner Zahnlosigkeit benötigt er Nassfutter.“
Dabei liebt Chester Spaziergänge, vor allem am Wasser. Doch er braucht seine Pausen. Halbstündige Spaziergänge seien möglich. Gegenüber Artgenossen ist er laut Jana Feister nur bedingt verträglich. Besonders gegenüber größeren Hunden will er sich Respekt verschaffen.
„Sicherlich müssen Fremde mit ihm erst einmal zwei-, dreimal Gassi gehen, bevor er Vertrauen gewonnen hat. Doch dann er anhänglich, kuschelt und spielt gern“, sagt Jana Feister. „Wir sehen als Tierheim zwar geringe Chancen, dass ihn jemand noch adoptiert, doch wir hoffen auf ein Wunder. Schließlich wünschen wir Chester noch einen schönen Lebensabend. Wir würden auch nach der Adoption noch Behandlungskosten übernehmen.“

