Hund in Eisenhüttenstadt: Diät für Muskelprotz – Rocco sucht sportliches Herrchen

Der Staffordshire Bullterrier Rocco lebt im Tierheim an der Oderlandstraße in Eisenhüttenstadt. Der bisherige Halter gab den sechsjährigen Rüden aus gesundheitlichen Gründen ab.
Hagen BernardBeim sechsjährigen Rüden Rocco ist es erst das dritte Mal, dass das Tierheim an der Oderlandstraße einen Staffordshire Bullterrier beherbergt. Dabei existiert diese von Ute Valentin geführte Einrichtung bereits seit 24 Jahren. Schließlich waren Vertreter dieser Rasse jahrelang als sogenannte Listenhunde geführt worden, da sie als gefährlich galten.
Seit dem 1. Juli werden im Land Brandenburg keine Hunde mehr nur aufgrund ihrer Rasse pauschal als gefährlich eingestuft. Ob ein Hund als gefährlich bewertet wird, sollen nunmehr Wesensteste entscheiden. Für Vierbeiner, die aufgrund anderer Merkmale als ihre Rasse den Status gefährlich haben, bleiben Leinen- und Maulkorb-Zwang in Kraft.
Ex-Kampfhund Rocco aus Eisenhüttenstadt ist lieb
Beim Rüden Rocco hat Tierheimleiterin Ute Valentin keine Bange, dass er bei normalem Verhalten gegenüber Menschen gefährlich wird. „Gegenüber Menschen ist Rocco sehr freundlich. Das ist ein lieber Kerl. Zumindest haben wir es als Mitarbeiter im Tierheim festgestellt. Wie er sich jedoch gegenüber anderen Hunden verhält, weiß ich noch nicht. Das müssen wir erst einmal abwarten.“
Auf alle Fälle scheint Rocco aus einer guten Haltung zu kommen. Aus gesundheitlichen Gründen hatte der bisherige Halter sich von ihm getrennt. Denn Rocco verlangt dem Halter auch körperlich schon einiges ab. „Er ist ein Temperamentsbolzen. Er spielt gern Ball und badet auch gern. Doch er braucht eine sportliche Betätigung, muss ausgelastet werden“, erklärt Ute Valentin.
Hund im Tierheim Eisenhüttenstadt hat viel Kraft
Die Bestätigung dafür kommt prompt. Als Pfleger Roland Zahn ihn an einer Leine für ein Foto vorstellt, nutzt Rocco umgehend das Spiel der Leine und springt den Gast zur Begrüßung an. Was vom Hund eher als freundliche Geste gemeint ist, kommt beim ihm fremden Besucher als recht wuchtiger Aufprall an. Allein schon deswegen möchte man ihn nicht als Feind haben.
„Rocco is sehr nett. Aber einer Familie mit kleinen Kindern würde ich von diesem Hund abraten“, sagt die Tierheimleiterin. Noch hat dieses Tierheim Rocco nicht für eine Adoption angeboten. Doch Ute Valentin ist sehr zuversichtlich, dass ihr „Temperamentsbolzen“ nicht allzu viel Lebenszeit in ihrem Heim verbringen wird. Schließlich ist Rocco freundlich, gesund und hat keine höheren Ansprüche.
Allerdings komme er laut Pfleger Roland Zahn bei den derzeit hochsommerlichen Temperaturen recht schnell ins Japsen. Um das abzumildern, sei Rocco bereits auf Diät gesetzt, erklärt er augenzwinkernd. Das heißt natürlich für Rocco nicht, dass er dort ewig Kohldampf schieben muss. Außerdem kommt er drei- bis viermal täglich aus seiner Behausung nach draußen, um auch so das eine oder andere unnütze Kilo loszuwerden.

