Hund in Glienicke
: Winseln gehört – Rottweiler zum Sterben am Friedhof ausgesetzt

Nur durch Zufall ist ein Rottweiler vor einem qualvollen Tod gerettet worden. Das Tier ist in Glienicke ausgesetzt worden. Der angeleinte Hund wurde gefunden und hat jetzt sogar gute Perspektiven.
Von
Jürgen Liebezeit
Glienicke
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Dieser Rottweiler ist zum Sterben in einem Wald in Glienicke ausgesetzt worden. Der junge Rüde wurde zum Glück rechtzeitig entdeckt.

Dieser unterernährte Rottweiler ist zum Sterben in einem Wald in Glienicke ausgesetzt worden. Der junge Rüde wurde zum Glück rechtzeitig entdeckt.

Ordnungsamt Gemeinde Glienicke
  • Ein unterernährter Rottweiler wurde in Glienicke im Wald am Friedhof ausgesetzt.
  • Der Hund wurde zufällig entdeckt und vom Ordnungsamt versorgt.
  • Er leidet unter Bindehaut- und Ohrenentzündungen, ist aber freundlich.
  • Der Hund ist nun in fachkundiger Obhut und hat gute Zukunftsperspektiven.
  • Hinweise zum Vorfall bitte an das Ordnungsamt Glienicke melden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ohne Wasser und Futter ist Ende April ein junger Rottweiler in einem Waldstück am kommunalen Friedhof in Glienicke ausgesetzt worden. Der junge Hund war abseits des Weges auf einer Anhöhe an einem quer liegenden Baumstamm angebunden worden. Nur durch Zufall ist der Rottweiler einem qualvollen Tod entkommen.

Einem Glienicker war am 29. April beim Gassigehen am späten Nachmittag im Kindelwald am Waldfriedhof ein ungewöhnliches Winseln und Fiepen aufgefallen. Sein Hund hatte ihn daraufhin aufmerksam gemacht und ihn auf eine Anhöhe gezogen, wo der Rottweiler schon entkräftet am Baumstamm lag.

Der Mann nahm den herrenlosen Fundhund über Nacht mit nach Hause und versorgte ihn. Am nächsten Tag informierte er das Ordnungsamt im Rathaus.

Rüde vom Tierarzt untersucht – worunter der Rottweiler leidet

Die Mitarbeiter vom Ordnungsamt übernahmen den Rottweiler und stellten ihn zunächst einem Tierarzt in Glienicke vor. Doch die Hoffnung, einen Chip mit Informationen zum Halter zu finden, wurde nicht erfüllt. Der junge Rüde war nicht gechippt.

Nach Angaben der Gemeinde ist der unterernährte Hund nicht kastriert und etwa zwei bis drei Jahre alt. Beide Augen sind von einer Bindehautentzündung betroffen. Auch die Ohren sind entzündet und stark von Milben befallen. Wie lange das Tier an dem Baum angebunden war, lässt sich nicht sagen. „Er ist wohl zum Sterben dort ausgesetzt worden“, deutet Rathaussprecher Arne Färber die näheren Umstände.

Ordnungsamt in Glienicke bittet um Hinweise zum Fall

„Trotz seines Zustandes und der Tatsache, dass er ausgesetzt wurde, ist der Hund freundlich und verträglich“, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde, die die Einwohnerschaft bittet, Hinweise auf den Fall zu geben. Bislang sind laut Färber zwei eingegangen. Die würden nun geprüft, sagte er, ohne vorerst weitere Details zu nennen. Er geht davon aus, dass das Tier nicht in Glienicke zu Hause war. „Sonst hätten wir sicherlich mehr Hinweise bekommen“, so Färber.

Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird weiterhin gebeten, sich bei den Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsamtes entweder per Telefon unter der Nummer 033056-69109 oder per E-Mail (Ordnungsamt@glienicke.eu) zu melden – auch anonym. „Wir freuen uns über jede weitere Info, die wir bekommen“, so Sandy Kuniger vom Ordnungsamt.

Ralf Hewelcke aus Hohenbruch ist Husky-Experte (Foto aus dem Jahr 2018). Er hat auch die Organisation "Nordische in Not" gegründet.  In Hohenbruch betreibt er einen Wildtierpark und eine Hundepension.

Ralf Hewelcke aus Hohenbruch ist Husky-Experte. Er hat auch die Organisation „Nordische in Not“ gegründet. In Hohenbruch betreibt er einen Wildtierpark und eine Hundepension.

Marco Winkler

Der Rottweiler ist inzwischen in fachkundiger Obhut und hat gute Perspektiven, trotz der Aussetzung künftig ein friedliches Hundeleben zu führen. „Wir päppeln den Rottweiler wieder behutsam auf“, berichtet Ralf Hewelcke von der Hundepension Sirius in Hohenbruch, einem Ortsteil von Kremmen. Der Experte, der zudem den Wildtierpark im selben Ort leitet, kümmert sich unter anderem um die Fundhunde aus der Gemeinde Glienicke.

Derzeit werden die Entzündungen des Hundes von einem Tierarzt behandelt. Bevor der Rottweiler an einen geeigneten Halter übergeben wird, ist noch eine Impfung geplant. „Es gibt bereit mehrere Interessenten“, freut sich Hewelcke über die Hilfsbereitschaft vieler Tierfreunde.

Einige seien schon mit dem Hund spazieren gewesen. So können sich das Tier und der künftige Halter gegenseitig beschnuppern und kennenlernen. „Wir prüfen natürlich, ob das Umfeld auch passt und der neue Besitzer genügend Zeit für das Tier hat“, versichert der Hundeexperte, der bedauert, dass der ursprüngliche Besitzer nicht den Mut hatte, seinen Hund an ein Tierheim abzugeben.