Im Friedrich-Wolf-Theater in Eisenhüttenstadt fehlen sämtliche Stühle im Parkett, 477 an der Zahl. Lediglich im Rang sind noch die 234 Plätze zu finden. Richtig kahl sah der große Saal aus? Mittlerweile stehen Stühle und Tische, ganz individuell angeordnet, dort. Denn am 30. September startet im Friedrich-Wolf-Theater die erste Ballhaus-Woche, und zwar um 20 Uhr mit „Best of Varieté mit Paulsen & Consorten“.
Es gibt einen Mann in Eisenhüttenstadt, der möchte etwas Neues im Theater anbieten. Und er ist vor allem bestrebt, vorhandene Möglichkeiten und Chancen tatsächlich zu nutzen. Die Rede ist von Jens Zörner, der 2020, zum Start der Corona-Pandemie, die Aufgabe übernommen hat, das Friedrich-Wolf-Theater zu leiten.

Erste Ballhaus-Woche in Eisenhüttenstadt

Für ihn ist das Haus mehr als ein Theater, es ist ein Multifunktionshaus – zumindest lief unter diesem Namen die mehrjährige Modernisierung und Sanierung in den Jahren 2006 bis 2010, in die viereinhalb Millionen Euro geflossen sind – ohne Fördermittel wäre das Projekt undenkbar gewesen.
Der Saal des Friedrich-Wolf-Theaters ohne Stühle im Parkett
Der Saal des Friedrich-Wolf-Theaters ohne Stühle im Parkett
© Foto: Janet Neiser
Schon damals erklärt der zuständige Architekt Wolfgang Nader Koueider: „Es ist nicht möglich, ein Haus wie dieses zu unterhalten, wenn sie dem Betreiber nicht die Möglichkeit geben, alle möglichen Veranstaltungen darin anzubieten – nicht nur Kino, nicht nur Theater, sondern auch Bälle und Kongresse.“ Aus diesem Grund konnte man seitdem die Parkettbestuhlung bei Bedarf aus- und einbauen. Zuletzt war das 2011 der Fall, als es im Rahmen einer Tanzwoche einen Ball gegeben hat.
Jens Zörner glaubt an diese vielfältigen Möglichkeiten, er möchte sie nutzen. Und er möchte, dass die Besucher durch das neue Ambiente ein völlig neues Kulturerlebnis genießen können. Aus diesem Grund wird es vom 30. September bis 8. Oktober die Ballhaus-Woche geben. Sechs Veranstaltungen, mal Tanz, mal Musik, mal Kabarett. Eine bunte Mischung, von der Jens Zörner sich eine große Anziehungskraft erhofft.

Theaterleiter möchte neues Kultur-Erlebnis ermöglichen

„Uns ist es wichtig, den Raum zu dynamisieren“, sagt er. Man wolle dem Besucher die Möglichkeit geben, selbst Teil der Inszenierung zu werden. „Wir wollen Überraschungsmomente schaffen.“ Der Theaterleiter weiß sehr wohl, dass der Aus- und Einbau der Stühle mit einem großen Aufwand verbunden ist und dass man so etwas gut planen muss, auch wegen der anderen Veranstaltungen.

Das Programm der Ballhaus-Woche

● 30. September, 20 Uhr – Best of Varieté mit Paulsen & Consorten;
● 1. Oktober, 20 Uhr – Theaterball mit dem Tanzorchester Christoph Sanft;
● 2. Oktober, 16 Uhr – Tanzcafé mit Live-Musik;
● 3. Oktober, 20 Uhr – „Die Legende vom heißen Sommer“ mit den Oderhähnen aus Frankfurt (Oder);
● 7. Oktober, 20 Uhr – Konzert von Sandow (40 Jahre, Best of Tour);
● 8. Oktober, 20 Uhr – Konzert von Dota „Wir rufen dich Galaktika“
Aber ihn treibe auch der persönliche Ehrgeiz an, es mal auszuprobieren. „Das ist ein unfassbar gutes Haus“, betont Jens Zörner mit Blick auf das Theater, das nach den Plänen von Peter Schweizer, Hermann Enders und Hans Klein errichtet wurde, und zwar ab 1953. 1955 schließlich wurde das an einen klassizistischen Tempelbau erinnernde Kulturhaus „Friedrich Wolf“ übergeben. Der aktuelle Theaterleiter ist überzeugt, dass die Besucher an einem Tisch mit Kerze und Wein, ganz anders genießen können. Denn je nach Veranstaltung wird der große Saal in den kommenden Tagen natürlich auch bestuhlt oder aber bleibt gänzlich leer wie bei den Konzerten von Sandow und Dota.

Mehrere Highlights – mal mit, mal ohne Stühle

Im Friedrich-Wolf-Theater mal nicht im Zuschauerraum zu sitzen und Tänzern auf der Bühne zuzusehen, sondern im Saal selbst Walzer oder Tango zu tanzen, das dürfte manch einen sicherlich reizen. Beim Theaterball soll das möglich sein. Das Tanzorchester Sanft wird am 1. Oktober das ganze Repertoire auspacken: Swing, Foxtrott und lateinamerikanische Rhythmen bis hin zu den Discofox-Klassikern und brandaktuellen Hits. Getränke sind bereits kalt gestellt.
Und am 2. Oktober wird nachgelegt: Zu Live-Musik der Night & Day Partyband wird diesmal am Nachmittag getanzt – natürlich bei Kaffee und Kuchen.
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Die Konzerte dürften ebenfalls Höhepunkte werden: Sandow („Born in the GDR“) werden im Herbst ein Best-of-Album veröffentlichen, denn immerhin sind sie bereits seit 40 Jahren auf den Bühnen zu Hause. Auf die Berliner Band DOTA um die Berliner Musikerin Dota Kehr freuen sich Jens Zörner zufolge auch viele jüngere Menschen. Diesbezüglich habe er nach der Konzertankündigung schon so manche positive Rückmeldung erhalten.
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Tickets für die Veranstaltungen der Ballhaus-Woche gibt es beim Tourismusverein Oder-Region in der Lindenallee, online auf Reservix.de, oder aber an der Abendkasse jeweils eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung.