Nazi-Parole in Neuzelle: Teenager ruft verbotenen Gruß – Polizei kennt Identität

Die rechtsextreme Szene in Deutschland ist teilweise, aber nicht immer am Kleidungsstil zu erkennen. Manchmal sind die Sympathisanten ganz unscheinbar. In Neuzelle hat ein Teenager jüngst eine Nazi-Parole gegrölt. Die Polizei weiß, wer es ist.
Ole Spata/dpaIn Hessen sollen mehrere Berufsschüler im Kino den Holocaust beklatscht haben. Bei einer Karnevalsparty in Nordrhein-Westfalen ertönten ausländerfeindlichen Gesänge. Und auch auf anderen Faschingsveranstaltungen wurden Nazi-Parolen gegrölt, die nun Ermittlungen nach sich ziehen. Rechtsextreme Äußerungen und Aktionen stehen in Deutschland fast schon auf der Tagesordnung.
In Eisenhüttenstadt und Neuzelle hatte die Polizei jüngst ebenfalls wiederholt mit verbotenen Schmierereien und Äußerungen zu tun. In Neuzelle gab es zum Wochenbeginn erneut einen Zwischenfall, der Konsequenzen haben wird.
15-Jähriger ruft Nazi-Parole
Am Nachmittag des 20. Februar waren einer Frau auf dem Stiftsplatz drei Jugendliche aufgefallen. Einer von ihnen habe „deutlich vernehmbar eine Nazi-Parole“ von sich gegeben, heißt es im Polizeibericht. Zudem habe er die Frau, die die Polizei als Zeugin bezeichnet, „auch noch grob beleidigt“.
Auf Nachfragen teilt ein Polizeisprecher mit, dass es sich um die Parole „Sieg Heil!“ gehandelt hat. Ebenso wie bestimmte Symbole ist auch diese Grußform aus der Nazi-Zeit heute verboten, weil sie für eine besondere Nähe zum nationalsozialistischen System steht.
Die daraufhin alarmierte Polizei konnte zwei der Jugendlichen ergreifen, darunter auch den Tatverdächtigen. Bei ihm handelt es sich um einen 15-jährigen Deutschen, der mit einem 16-Jährigen unterwegs gewesen war. Er wird sein Verhalten nun zu erklären haben. Dem Polizeisprecher zufolge erhält der Teenager über die Eltern eine Vorladung, an der die Erziehungsberechtigten teilnehmen können, aber nicht müssen.
Nazi-Symbole entfernt
Erst im Januar hatte ein mehrere Meter großes, in den Schnee getrampeltes Hakenkreuz in Neuzelle für Aufregung gesorgt. Daraufhin gab es eine Demonstration für Toleranz und Weltoffenheit von Schülern und Lehrern der beiden Rahn-Schulen.
In Eisenhüttenstadt waren am Platz der Jugend an einer leerstehenden Immobilie ebenfalls Nazi-Symbole aufgefallen: eine Doppelrune und Schwarze Sonne. Die Verwendung der Rune ist verboten und somit strafbar. Die Zeichen wurden nach Bekanntwerden aber schnell übermalt. „Nachdem die Stadtverwaltung über die verfassungsfeindlichen Symbole in Kenntnis gesetzt wurde, sind diese durch den Bereich Sicherheit und Ordnung unverzüglich entfernt worden“, teilte das Rathaus auf Nachfrage mit.


