„Ich kann nicht einfach nichts tun“, sagt Silvana Brunn, die Jugendkoordinatorin der AWO im Amt Brieskow-Finkenheerd, angesichts des bedrohlichen Krieges in der Ukraine. Aus diesem Grund haben sie und weitere Verantwortliche Friedenstauben in Kitas und Schulen des Amtes verteilt. Die können die Kinder gestalten. Die Friedenssymbole sind mittlerweile gut sichtbar in verschiedenen Orten des Amtes aufgehängt worden. Anderswo zieren Friedenstauben Fenster – beispielsweise im Hort der Neuzeller Grundschule am Fasanenwald.

Ein Transporter fährt zur Grenze

Auch Dirk Schulz von der gleichnamigen Autoverwertung und Autovermietung in der Glashüttenstraße in Eisenhüttenstadt überlegte nicht lange, als ein guter Freund aus Polen auf ihn zukam und nach einem Transporter fragte. Mit dem wolle er Spenden an die Grenze zwischen Polen und der Ukraine bringen. Und damit das Fahrzeug möglichst voll auf Tour geht, haben Dirk Schulz und seine Familie kurzfristig noch einen Spendenaufruf gestartet. „Verbandsmaterialien, Konserven, Babywindeln, Taschenlampen, Schlafsäcke – all das wird gebraucht“, sagt Angela Grünwald, die am Vorabend auf Facebook über den spontanen Hilfskonvoi informiert hat.
„Ich find’ das richtig toll, was ihr hier macht“, platzt es aus Angela Neugebauer aus Oelsen heraus, die am Montagmittag auf den Hof der Autoverwertung kommt. Ihr Blick wandert natürlich gleich zu einem großen Paket voller Babywindeln und Nudeln und zu einem grünen Container, der ebenfalls schon gut gefüllt ist, beispielsweise mit Verbandskästen, Decken und Nahrungsmitteln. Mittlerweile sind die Spenden an der Grenze angekommen.

Gesamtschule sammelt Spenden für Ukrainer

Gesammelt wird jetzt unter anderem auch in der Gesamtschule 3 mit gymnasialer Oberstufe. „Lasst uns helfen“  heißt die von den Schülern initiierte Spendenaktion für Menschen in der Ukraine, die noch bis 8. März läuft.
Benötigt werden Kleidung, Decken, Babynahrung, andere haltbare Lebensmittel. Wer mitmachen will, kann die Spenden am 4., 7. und 8. März direkt zur Schule,  Maxim-Gorki-Straße 15, bringen. Einfach am Eingang klingeln.
Auch zum Albert-Schweitzer-Gymnasium können Sachspenden gebracht werden – abgepackte Lebensmittel und Decken beispielsweise. Aber auch Taschenlampen oder Spielzeug sind willkommen. Die Schule sammelt für einen Hilfskonvoi des Pflegedienstes Ettmeier und Auto-Bazyli.

Die Situation in Eisenhüttenstadt

Auch die MOZ.de erreichten bereits Fragen, wohin man sich wenden könne, wenn man beispielsweise Möbel abzugeben habe für die Wohnungen, die den Flüchtlingen zu Verfügung gestellt werden sollen. Im Rathaus Eisenhüttenstadt hat es diesbezüglich noch am Montag ein Telefonat mit dem Landkreis gegeben, berichtet Sprecher Tilo Steinert.
„Wer in Eisenhüttenstadt Sachspenden für Flüchtlinge abgeben möchte, kann unter der extra eingerichteten E-Mail hilfe@eisenhuettenstadt.de seine Angebote melden, diese werden an den Landkreis weitergemeldet und bei entsprechenden Bedarf werden die Spender kontaktiert. Eine gesonderte Sammelstelle wird es jedoch bei der Stadtverwaltung nicht geben“, teilt Steinert mit.
Für finanzielle Unterstützung verweist das Rathaus Eisenhüttenstadt auf die bestehenden Konten: „Wer für die Betroffenen des Krieges in der Ukraine spenden möchten, dem empfehlen wir das offizielle Spendenkonto: Aktion Deutschland hilft und Bündnis Entwicklung hilft, Stichwort ARD / Nothilfe Ukraine, IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600.“

Weiteres Hilfsangebot aus Eisenhüttenstadt

Am 1. März machten der Pflegedienst Ettmeier und Auto-Bazyli eine gemeinsame Aktion bekannt. „Wir haben überlegt, wie wir helfen können“, erzählt Lars Ettmeier. Am Ende einigten er und sein Bruder sich auf eine Spendenaktion und einen Hilfstransport. „Am 11. März fahren Alex Bazyli und ich nach Przemyśl an die polnisch-ukrainische Grenze, um dort die Geflüchteten mit Hilfsgütern zu versorgen“, informiert Lars Ettmeier. Bis zum 9. März werden nun Spenden gesammelt.
Auf der Liste der Dinge, die dringend benötigt werden, stehen: Trinkwasser, Babynahrung, Verpackte Lebensmittel, Kekse, Nüsse, Trockenobst, Konserven, Toilettenpapier, Windeln, Desinfektionsmittel, Medikamente wie Schmerztabletten, Arznei gegen Übelkeit und Fieber, Erste-Hilfe-Kästen, sowie Kleidung, Schlafsäcke, Schlafdecken und -kissen, Rucksäcke, Taschenlampen und Kinderspielzeug. „Die Altstadt-Apotheke wird uns Medikamente mitgeben“, freut sich Lars Ettmeier.
Die Spenden können bei Ettmeier in der Fürstenberger Straße 70 (Montag, Mittwoch, Freitag: 8–16 Uhr Dienstag, Donnerstag: 8–17 Uhr) oder bei Auto-Bazyli, Oderberge 24 (Mo-Fr 8–18 Uhr, Sa 8–12 Uhr) abgegeben werden.

Kontakte in Neuzelle und Brieskow-Finkenheerd

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in der Cottbuser Straße nimmt im Notfall ebenfalls kleinere Sachspenden an. Die werden dann aber weitergeleitet zur Zentrale nach Frankfurt (Oder), von wo aus die Hilfsaktion koordiniert werde, ist zu erfahren.
Im Amt Neuzelle können sich Spender auch melden, und zwar telefonisch. „Wir schreiben dann auf, was jemand spenden wollen würde und geben es an den Kreis weiter“, sagt Amtsdirektor Hans-Georg Köhler. Zudem informiert er darüber, dass auch das Amt Neuzelle bei Bedarf fünf Wohnungen für Flüchtlingsfamilien aus der Ukraine zur Verfügung stellen würde.
Im Amt Brieskow-Finkenheerd gibt es ebenfalls eine Telefonnummer, unter der sich Spender melden sollen. Die Spenden würden dann in einem Raum des Gemeindezentrums untergestellt, sagt Amtsdirektor Dirk Wesuls. Wer Geld spenden möchte, der solle sich an die großen Hilfsorganisationen wenden.

Spendensammlung in Müllrose und Neuzelle

In Müllrose wurden bereits Sachspenden gesammelt. Und nun geschieht das Gleiche in der katholischen Grundschule in Neuzelle. Bis zum 11. September können dort Sachspenden angegeben werden. Benötigt werden vor allem lange haltbare Lebensmittel. Außerdem werden Windeln und Babynahrung, Spielzeug sowie Hygieneartikel benötigt. Man nehme aber keine Kleidung entgegen.
Ins Tiergehege Eisenhüttenstadt können Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, ohne Eintritt, kommen. Das hat die Einrichtung bekanntgegeben.
Weitere Informationen zum Thema Ukraine-Hilfe finden Sie auf unserer Themenseite.
Alle aktuellen Entwicklungen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine gibt es in einem Liveticker.

Anlaufstellen für Spender auf einen Blick

Eisenhüttenstadt:
- Rathaus Eisenhüttenstadt: Am 1. März wurde die extra E-Mail-Adresse hilfe@eisenhuettenstadt.de aktiviert. Dort kann man Hilfsangebote machen.
- Hilfskonvoi von Pflegedienst Ettmeier und Auto-Bazyli: Spenden für Ukraine-Flüchtlinge werden bis 9. März angenommen. Benötigt werden u.a.: Babynahrung, verpackte Lebensmittel, Toilettenpapier, Windeln, Desinfektionsmittel, Erste-Hilfe-Kästen, Schlafsäcke, Taschenlampen und Kinderspielzeug. Abgabe in der Fürstenberger Straße 70 o. Oderberge 24.
- Für diesen Hilfskonvoi sammelt auch das Albert-Schweitzer-Gymnasium Sachspenden. Diese können in der Schule abgegeben werden.
- Aktion der Gesamtschule 3: Noch heute können Sachspenden (siehe oben) in der Schule an der Maxim-Gorki-Straße abgegeben werden. Einfach an der Tür klingeln. Die Spenden werden mithilfe verschiedener Helfer an die Grenze gebracht und von dort in die Ukraine.
Amt Neuzelle:
- Spender können unter Tel. 033652 8350 durchgeben, was sie abgeben möchten.
- Die katholische Grundschule in Neuzelle sammelt bis 11. März Sachspenden (Kleidung wird nicht entgegengenommen).
Amt Brieskow-Finkenheerd:
- Wer etwas spenden möchte, wendet sich an das Amt unter Tel. 033609 88223;
Amt Schlaubetal:
- Das Amt Schlaubetal hat ein Spendenkonto eingerichtet. Das Geld soll sowohl für die Hilfe in Deutschland als auch für die Unterstützung der Menschen in der Ukraine eingesetzt werden.
IBAN: DE94 1705 5050 2208 0103 80
BIC: WELADED1LOS
Zahlungsgrund: Spenden Ukraine und 11120.3791200