Sommerklänge in Frankfurt (Oder): Filmmusik auf dem Anger – Festival in den Parks

2022 gab es zum Abschluss der Sommerklänge vor Tausenden Zuhörern auf dem Anger Filmmusik aus Star Wars und Harry Potter zu hören. Und diesmal?
Winfried MausolfJahr für Jahr strömen beim Open-Air-Sommerfestival „Klassik ohne Grenzen“ in Frankfurt (Oder) Tausende Menschen in die Parks der Stadt. Für die Konzerte interessieren sich nicht nur Liebhaber klassischer Musik, sie sprechen ein breites Publikum an. Auch für 2024 hat die städtische Messe und Veranstaltungs GmbH (MuV) ein umfangreiches Programm zusammengestellt.
Bei freiem Eintritt bietet das Festival an fünf Wochenenden neun Konzerte. Zu hören gibt es ein Crossover-Programm aus Kammermusik, zeitgenössischen Interpretationen und originellen Arrangements. Los geht es am Sonntag (4.8.) um 11 Uhr auf dem Anger. Joel von Lerber und das Streichorchester der Philharmonie Zielona Gora möchten die Zuhörer mit dem „Zauber der Harfenklänge“ und Musik von François-Adrien Boieldieu sowie Claude Debussy einnehmen.
Konzerte im Lennépark, Lienaupark, Getraudenpark
Bei „Classic meets Jazz“ spielt das Atom String Quartet Werke polnischer Komponisten aus verschiedenen Epochen, darunter Chopin. Am Sonnabend (10.8.) geht es um 19 Uhr im Lennépark los. Das Streichquartett gilt als eine der besten polnischen Jazzbands und wandert zwischen den Musikgenres, bedient sich dabei auch der polnischen Volksmusik.
Weiter geht es mit dem Klaviertrio Atsuko Koga, Georgiy Lomakov und Radosław Kurek und „Confluences“ am Sonntag (11.8.) um 11 Uhr im Lennépark. Ihre musikalische Reise mit Flöte, Cello und Klavier widmet sich den Werken van Beethovens, Gabriel Faurés und Charles Martin Loefflers.
Auf Słubicer Seite spielt eine Woche später, Sonnabend (17.8.), das Duo Karmelita Pończocha Werke von Camille Saint-Saëns, Darius Milhaud und Eric Sammut. Malerische Melodien und eine Welt bunter Illustrationen sind bei „Tango mit Marimba“ ab 19 Uhr im Atrium des Collegium Polonicum zu erleben.
„The best of Kroke“ (jiddisch: Kraków) bietet am Sonntag (18.8.) ab 11 Uhr im Lienaupark das polnische Klezmer-Trio Kroke. Klezmer ist eine Volksmusiktradition, die aus dem Judentum stammt. Das Trio nimmt die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise ins jüdische Viertel des alten Krakaus, auf den Balkan und in den Orient. Kroke hat auf einigen der renommiertesten Musikfestivals der Welt gespielt – darunter auf Einladung Steven Spielbergs in Jerusalem, wie Tomasz Pilarski, Leiter des Stadtmarketings berichtet.
„Mit der Zaubergeige durch den Dschungel“ im Gertraudenpark ist ein Programm nicht nur, aber vor allem für Kinder. „Reiseleiter“ und Sprecher Malte Arkona sowie Tassilo Probst an der Violine gehen am Sonnabend (24.8.) ab 16 Uhr der Frage nach, wie cool klassische Musik sein kann. Cello und Klavier in meisterhaftem Klang präsentieren Waldemar Malicki und Małgorzata Krzyżanowicz am gleichen Tag im Atrium des Collegium Polonicum. Ihr Programm heißt „Der Virtuose und Margarete“ und startet um 19 Uhr. Wer möchte, kann an dem Tag also stundenlang klassische Musik genießen.
Der große Abschluss auf dem Anger – wieder mit Filmmusik
Mit „Apollo und Dionysus“ präsentieren die deutsch-griechischen Schwestern Danae und Kiveli Dörken tags darauf, Sonntag (25.8.) um 11 Uhr, im Gertraudenpark eine sehr persönliche Auswahl an Musik. Das Duo am Klavier spielt Werke von Franz Schubert, Johannes Brahms, Maurice Ravel und Manuel De Falla.
Der Anger ist nicht nur die Spielstätte für das Eröffnungs-, sondern auch für das große Abschlusskonzert Ende August. Die Veranstalter erwarten am Sonnabend (31.8.) ab 19 Uhr wieder um die 5000 Besucher bei gutem Wetter. Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder) und das Orchester der Philharmonie Gorzow spielen dann unter der Leitung von Mark Rohde „Musik des Kosmos, der Leidenschaft und Liebe“. Am Klavier sitzt Kateryna Titova aus der Ukraine.
In den vergangenen Jahren waren auf dem Anger bereits etliche Klassiker aus Filmen und Musicals zu hören – von Harry Potter über Star Wars bis Cats. Auch diesem Jahr darf sich das Publikum wieder auf Filmmusik freuen. Und zwar auf Meisterwerke klassischer Komponisten wie Peter Tschaikowsky, Sergeij Rachmaninow, Richard Strauss und Richard Wagner, die mit ihren Stücken die Filmwelt bereichert haben. So setze beispielsweise Stanley Kubrick in seinem Science-Fiction-Film „2001: A Space Odyssey“ auf die kraftvolle Wirkung von Richard Strauss' „Also sprach Zarathustra“. Angekündigt wird ein facettenreiches Potpourri klassischer Stücke, die in der Welt des Films ein zweites Leben gefunden haben.
Laut Veranstalter finden die Konzerte auch bei schlechtem Wetter statt: Auf Frankfurter Seite bietet die Marienkirche Schutz vor Regen, auf polnischer Seite das Collegium Polonicum. Verlegungen werden gegebenenfalls kurzfristig bekannt gegeben. Mit einer Ausnahme: Das Abschlusskonzert könne nicht verlegt werden, sagte Eventmanager Robert Reuter von der MuV. Arbeiter würden bereits eine Woche vor dem Termin beginnen, die Technik am Anger aufzubauen.
Was passiert bei Sturm und Regen?
Im schlimmsten Fall müssten die Besucher Regenschirme und -mäntel mitbringen. Er hoffe aber optimistisch auf bestes Sommerwetter. Vor zwei Jahren, erinnerte er sich, habe glücklicherweise ein Regenguss erst bei den letzten Noten des Abschlusskonzerts eingesetzt.
Oberbürgermeister René Wilke jedenfalls zeigte bei der Programmvorstellung in der Marienkirche schon einmal Vorfreude auf den musikalischen Sommer. Die Konzerte unter freiem Himmel seien in der Corona-Zeit aus der Not heraus entstanden, um Kultur trotz Kontaktbeschränkungen weiterhin stattfinden zu lassen. „Inzwischen sind sie zu festen Terminen in der Doppelstadt geworden.“ Die Erwartungshaltung der Bürger sei ähnlich hoch wie beim Stadtfest, so Wilke.



