Hund in Eisenhüttenstadt
: Hündin Juta vor dem Tod gerettet – über Moskau nach Brandenburg

Mit Hilfe eines kasachischen Tierheimes, Tierfreunden in Moskau und Helfern in Berlin und Eisenhüttenstadt erholt sich die dreijährige Windhündin Juta von einer Wirbelsäulenverletzung. Ihre Rasse ist selten.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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Juta ist ein zentralasiatischer Windhund. Die dreijährige Hündin zog sich in Kasachstan eine Wirbelsäulenverletzung zu. Der Bruch ist verheilt, aber sie hatte stark abgenommen. Seit neun Wochen nimmt sie in Deutschland wieder zu und kann vermittelt werden.

Hagen Bernard

„Hätte ich nicht so viele Hunde, dann würde ich Juta behalten“, sagt Birgit Wernick. Die Eisenhüttenstädterin kümmert sich als Pflegestelle für verschiedene Tierheime regelmäßig um in Not geratene Hunde. Seit neun Wochen lebt die dreijährige Hündin Juta bei ihr.

Diese zentralasiatische Windhündin ist in Deutschland sehr selten. Nach Eisenhüttenstadt kam sie durch mitfühlende Tierschützer. Sie war vor einem kasachischen Tierheim liegend aufgefunden worden. Die näheren Begleitumstände kennt Birgit Wernick nicht.

Auf alle Fälle hatte Juta eine Wirbelsäulenverletzung erlitten, in Folge derer sich ihre Muskulatur an den Hinterläufen sehr zurückbildete und sie völlig abmagerte. Der Bruch ist verheilt.

Völlig entkräftet aufgefunden

Doch um wenigstens diesen Winter zu überleben, benötigte die Hündin Hilfe. Juta hätte laut Birgit Wernick nicht auf der Straße überlebt, da sie völlig entkräftet war. Das dortige Tierheim in Kasachstan sah sich jedoch nicht in der Lage, ihr über viele Wochen die dafür nötige Pflege angedeihen zu lassen. So suchten die Kasachen Hilfe aus dem Ausland.

Mittels Kontakte zu einer seit 30 Jahren in Berlin lebenden Tierschützerin aus der ehemaligen Sowjetunion hatte sich Birgit Wernick bereit erklärt, diese Hündin aufzunehmen. Für den 4000 Kilometer langen Transport musste Juta in Kasachstan erst einmal fit werden. Danach wurde sie auf ihrer Zwischenstation auf der Fahrt nach Deutschland in Moskau per Sonografie und Ultraschall sorgfältig untersucht.

„Das Tierheim in Kasachstan und die Tierschützer in Moskau haben sehr ehrlichen und guten Tierschutz gezeigt. Nun muss sie sich bei mir erholen“, erklärt die Eisenhüttenstädterin.

In Eisenhüttenstadt drei Kilo zugenommen

Juta habe bei der Ankunft 20 Kilogramm gewogen und sei mehr oder weniger nur noch Haut und Knochen gewesen. Dazu wies sie vom Liegen Wassereinlagerungen und offene Stellen auf. Die sind inzwischen verschwunden.

Nach intensiver Zuwendung mit täglichem Training und Physiotherapie kann sich Juta mittlerweile auch wieder recht gut bewegen. „Ihre Rasse ist für die Jagd auf Wildpferde in der Steppe spezialisiert. Sie ist schnell, benötigt dann aber wieder Pausen. Das ist kein Husky. Sie wird also viel auf der Couch liegen wollen und benötigt wie viele andere Windhunde viel Zuwendung“, erklärt Birgit Wernick.

Juta frisst fast alles

Bei einer Schulterhöhe von 63 Zentimetern bringt die feingliedrige Hündin derzeit 23 Kilo auf die Waage. „Anfangs haben wir ihr dreimal täglich etwas zu fressen gegeben, inzwischen sind wir auf zweimal zurückgegangen. Sie nimmt sowohl Trocken- als auch Nassfutter“, sagt Birgit Wernick.

Juta spiele gern, sei neugierig und mag Spaziergänge. Dabei habe sie ein ruhiges Naturell. Sie gehe auch an der Leine.

Allerdings sei sie noch nicht hundertprozentig stubenrein. Da es von ihrer Wirbelsäulenverletzung herrühre, ist sich ihre Pflegerin auch nicht sicher, ob sie die leichte Inkontinenz einmal abstellen wird.

Hündin ist zu allen sehr freundlich

Auf alle Fälle ist Juta eine sehr menschenbezogene Hündin, „die sehr freundlich auch zu anderen Hunden ist. Ich habe bei ihr noch nie irgendwelche Aggressionen erlebt. Sie wäre am besten immer und überall dabei, aber sie kann auch problemlos alleine bleiben. Sie liebt Kuscheltiere und Zewa-Rollen.“

Birgit Wernick: „Wir suchen für Juta erfahrene aktive Menschen ohne kleine Kinder, mit Haus und Garten außerhalb der großen Stadt, die bereit sind, diese besondere Hündin zu lieben und zu pflegen.“ Von ihrer Rasse gebe es maximal noch 1000 Exemplare.

Der Halter sollte etwa dreimal täglich mit ihr spazieren. Da sie kaum über ein Winterfell verfügt, sei sie als Hofhund weniger geeignet. Sie gehöre ins Haus. „Wenn sich jemand vorstellt, der einen Hundezwinger hat, dann bekommt er Juta nicht“, erklärt Birgit Wernick.

Juta lebt derzeit in Eisenhüttenstadt und kann dort auch besucht werden. Den Kontakt vermittelt Tatjana unter Nummer 01601514558.

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