Tierheim Eisenhüttenstadt
: Per Internet in Hund verliebt – 700 Kilometer Fahrt sind kein Problem

Das Tierheim am See im brandenburgischen Eisenhüttenstadt hat einen Bolonka-Mischling vermittelt, dem die Tötungsstation in Rumänien gedroht hatte. Nun ist der einjährige Rüde im Erzgebirge.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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Geben dem Malteser-/Bolonka-Mischling Monty ein neues Zuhause: Christian und Heidi Weißer. Sie hahen wegen des einjährigen Hundes die 350 Kilometer lange Tour aus dem Erzgebirge nach Eisenhüttenstadt auf sich genommen.

Hagen Bernard

Ende gut, alles gut – heißt es für den Malteser-/Bolonka-Mischling Monty. „Liebe Grüße aus dem Erzgebirge an das Tierheim am See. Heute vor fünf Wochen haben wir unseren Schatz und Sonnenschein Monty (Hagen) abgeholt. Er ist ein super lieber, verschmuster und lernbegeisterter Hund. Wir sind sehr glücklich und möchten ihn nie wieder hergeben. Monty gehört von erster Minute an zu uns“, heißt es von seinen Haltern. Das sind Christian (73) und Heidi (70) Weißer aus Oelsnitz, Ortsteil Neuworschnitz.

Damals hatten sie den vom Tierheim am See in Eisenhüttenstadt zu vermittelnden Mischling im Internet gesehen.

Sofort in den Hund verliebt

Da sich Heidi Weiß sofort in das fünf Kilogramm wiegende weiße Wollknäuel verliebt hatte, bemühten sich die Erzgebirger umgehend um die Adoption. „Nach dem Anruf hatten wir erst einen Tag vom Tierheim nichts gehört. Dann kam die Nachricht, dass wir kommen können“, erklärt Christian Weißer. Dafür nahmen sie die 350 Kilometer lange Anfahrt in Kauf.

Dabei wussten sie bereits aus dem Internet, dass der damals als Hagen bezeichnete Hund wenige Wochen zuvor von deutschen Tierschützern in der Smeura aus der Tötungsstation im rumänischen Pitesti gerettet worden war. Diese Tierschutz-Organisation vermittelt solche Hunde an Tierheime in Deutschland.

Christian und Heidi Weißer hatten bereits erfahren, dass Hagen ein sehr zugänglicher Hund sei, der sich von jedem streicheln ließe und dabei durchaus auch selbst den Kontakt suche.

Rüde hat Trauma in Rumänien gut verarbeitet

„Für das, was Hagen in Rumänien erleben musste, ist er erstaunlich fröhlich und aufgeschlossen. Er ist sehr menschenbezogen, sehr sozial zu anderen Hunden und auch Katzen-verträglich“, hatte bereits wenige Tage nach der Ankunft Tierheimleiterin Jana Feister über ihn geurteilt.

Allerdings waren damals seine durch Bisse verursachten Narben am Körper nicht zu übersehen. Mittlerweile konnte sich der anhängliche Hund etwas Fellpflege angedeihen lassen, sodass die Narben überdeckt sind. Laut dem Rentner-Paar wohnen in ihrem Ort viele junge Familien, „von denen sich fast jeder einen Hund hält“.

Da ihr Vierbeiner gestorben war, suchten sie nach einem Nachfolger und Spielgefährten für ihren Zwerghasen. Da laut Christian Weißer bei ihnen zu Hause alles auf kleine Rassen zugeschnitten sei, kam ihnen dieser quirlige Hund aus Rumänien gerade recht.

Spielgefährte auch für Zwerghasen

„Solche kleinen Hunderassen sind in Tierheimen schwer zu bekommen. Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt mit Hagen so viel Glück haben“, erklärt Heidi Weißer. Allerdings hatten beide ihn bereits in Eisenhüttenstadt umgehend auf Monty umbenannt. „Es soll was Kurzes sein, was auch leicht zu sprechen ist“, erklären die neuen Halter unisono.

„Hagen kam in Begleitung von einem Hund, der bereits vergeben war. Ich habe ihn geholt, da ich für Rentner wenig geeignete Hunde habe. Hagen ist mit seinem freundlichen Wesen für sie sehr gut geeignet und ist auch der ideale Familienhund. Er gibt viel Zuwendung zurück“, erklärt Jana Feister.