Tierheim Eisenhüttenstadt
: Hund Willi kämpft sich zurück – Cane Corso war total abgemagert

Cane Corso Willi war lebensbedrohlich dünn, als er ins Tierheim Eisenhüttenstadt kam. Nach nur wenigen Wochen ist der Hund ein echter Kraftprotz geworden. Wie hat das funktioniert?
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Tierheim Eisenhüttenstadt: Ute Valentin und Cane Corso Willi verstehen sich super. Als der Hund gebracht wurde, war er komplett abgemagert und hatte mit dem Leben abgeschlossen.

Janet Neiser

Willi zieht sofort Blicke auf sich, wenn er aus dem Zwinger kommt, und manchem dürfte er auch Respekt einflößen. Kaum zu glauben, dass der gold-gestromte Carne Corso Anfang September 2023 mehr oder weniger als tierisches Wrack ins Tierheim Eisenhüttenstadt kam.

„Er hatte nur 21 Kilogramm, war total abgemagert. Man hat die Wirbelsäule und die Rippen gesehen. Ganz furchtbar war das“, erinnert sich Ute Valentin an die erste Begegnung mit Willi, den sie liebevoll Maus nennt.

Aus einem Verein war zuvor die Anfrage bei der Tierpension Eisenhüttenstadt eingegangen, ob diese den Hund aufnehmen könnte. Der Verein hatte laut Ute Valentin vier Tiere aus einem Shelter in Rumänien gerettet, drei Hunde waren bereits in Niedersachsen untergekommen, einer musste noch versorgt werden. Willi.

Kämpfer im Römischen Reich

Cane Corso Willi hat schon ordentlich an Gewicht zugelegt, wiegt jetzt 34 Kilogramm, als er nach Eisenhüttenstadt kam, waren es 21 Kilo.

Janet Neiser

Und wie es nun mal so ist, Ute Valentin konnte nicht Nein sagen. Sie empfing den Cane Corso mit offenen Armen, wie zuvor schon den dreibeinigen Wuschel oder aber „Professor“. Etwa vier Jahre alt sei der Hund. Die Wurzeln vom Cane Corso gehen zurück bis ins Römische Reich. Dort seien die Hunde als Kämpfer gegen Gladiatoren in den Arenen eingesetzt worden, erzählt Ute Valentin beim Gassigehen.

Willi ist auch ein Kämpfer. Er hat sich zurück ins Leben gekämpft, wiegt mittlerweile 34 Kilogramm. „Aber da geht noch was rein“, sagt die Tierheimchefin mit einem Lächeln. „Das ist ja ein großer Hund.“ Gutes Futter habe er bekommen, und das bekommt er noch immer. „Ich koche sogar für ihn.“

Ute Valentin ist überzeugt davon, dass Willi ein „einwandfreies Wesen“ hat. Auch wenn er in Brandenburg als Listenhund der Kategorie 2 gilt.

Willi, der Kämpfer mit Herz

Das heißt, er darf gehalten werden, aber unter bestimmten Auflagen. So brauche es beispielsweise einen Wesenstest (Hund) und einen Sachkundenachweis (Halter). Im Gegensatz zu Hunderassen der Kategorie 1, die als definitiv gefährlich gelten wie der American Pit Bull Terrier oder American Staffordshire Terrier, wird bei Tieren der Kategorie 2, zu der auch Rottweiler und Bullterrier gehören, eine Gefährlichkeit nur vermutet.

Dem Cane Corso sagt man nach, dass er ungemütlich werden kann, wenn die eigene Familie bedroht wird. „Der eignet sich gut als Wachhund“, sagt Ute Valentin, die Willi auch eher auf einem Grundstück mit Zwinger als in der Wohnung sieht. Aber ja, ein Familienhund sei er.

„Er ist definitiv händelbar“, sagt sie mit Blick auf den athletischen Hund, der auch hier und da als Polizeihund zum Einsatz kommt. Er gilt als intelligent und arbeitsfreudig, aber auch als durchsetzungsstark.

Und Willi liebt Streicheleinheiten. Die bekommt er auch an diesem Tag immer wieder und die genießt er sichtlich. Der Cane Corso, ein Kämpfer mit Herz.

Tierpension Eisenhüttenstadt, Oderlandstraße 3b, 15890 Eisenhüttenstadt, Tel. 03364 283442

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