Umzug abgelehnt
: Tourismus in Eisenhüttenstadt auf Quartier-Suche

Tourismusverein lehnt einen Umzug in die Räume der Stadtbibliothek im Linden-Zentrum, wie es die Stadtverwaltung vorschlägt, ab.
Von
Stefan Lötsch
Eisenhüttenstadt
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Gehen die Lichter aus? Nach dem Willen der Stadt soll die Tourismusinformation den bisherigen Standort verlassen.

Stefan Lötsch

Am deutlichsten sagte es Peter Müller, SPD-Stadtverordneter, der als Gast an der Jahresmitgliederversammlung teilnahm: Als er das erste Mal vor einem Jahr von der Idee gehört habe, dass die Tourismusinformation in das Linden-Zentrum in die Räume der Bibliothek ziehen soll, da habe er die Idee als so absurd empfunden, dass sie aus seiner Sicht nicht ernst gemeint sein konnte. Allerdings: Die Idee wurde in Ausschüssen vorgestellt und nie gab es ein klares Negativ-Votum der Stadtverordneten. Erst nachdem die Stadtverwaltung das Konzept jüngst in einer Sondersitzung des Kultur-Ausschusses vorgestellt hat, kommt nun eine Diskussion in Gang.

Auch bei der Mitgliederversammlung stand eine Frage im Raum, auf die es schon im Ausschuss keine wirkliche Antwort gab. Die Verwaltung hatte argumentiert, dass sich durch die Zusammenlegung der beiden Einrichtungen eine Synergie ergebe. Doch worin besteht die Synergie? Werden Kosten gespart? Der Service verbessert?

Martina Harz, Leiterin des Fachbereiches Bürgerservice, nannte den eigentlichen Grund. Es gehe darum, die Bibliothek zu sichern. Die ist zwar nicht ernsthaft gefährdet. Sehr wohl gibt es aber Sparvorgaben der Stadtverordneten, die auch vorsehen, dass die Bibliothek künftig im Linden-Zentrum nur noch eine Etage nutzen soll, um Mietkosten zu sparen. Die Stadt schlägt nun aber vor, auch künftig zwei Etagen zu nutzen, um den Standort Linden-Zentrum zu stärken. Die Bibliothek sei der Anker-Mieter, so Martina Harz. Die Immobilie gehört einer Fonds-Gesellschaft. Martina Harz wiederholte, was auch schon Bürgermeister Frank Balzer (SPD) im Ausschuss gesagt hatte: Man befürchte, dass die Immobilie verkomme, wenn immer mehr Etagen in dem großen Gebäude leer stehen. Das abschreckende Beispiel steht gegenüber: das ehemalige Hotel Lunik. Soll die Bibliothek aber weiterhin auf zwei Etagen bestehen, dann benötige sie einen Partner, aus Sicht der Stadt, die Tourismusinformation, so Martina Harz.

Keine Schnittmengen

Der Vorstand des Vereins hatte die von der Stadt vorgeschlagene Variante abgelehnt. Kartin Kohlack, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins, nannte noch einmal die Argumente, die gegen ein Zusammengehen sprechen. So werde in der inhaltlichen Arbeit zwischen Bibliothek und Tourismus keine Schnittmenge gesehen. Der Standort in der Lindenallee habe sich etabliert. „Als wir hier 2008 angefangen haben, hatten wir gar nichts“, sagte Katrin Kohlack. Der jetzige Standort biete viele Vorteile. Zwar solle der Tourismus im Linden-Zentrum im Erdgeschoss eine kleine, 30 Quadratmeter große Fläche erhalten. Dort könnten aber nicht die Waren angeboten werden, die der Verein jetzt anbietet. Die Kunden müssten dann in die 4. Etage, was, so die Befürchtung, kaum einer macht. Auch erkenne man nicht, dass sich die personelle Ausstattung verbessere.