Wahlforum
: Rentner leiden unter Ärztemangel in Eisenhüttenstadt

Bei einem Wahlforum in der Stahlstadt trafen Senioren auf Kandidaten für die Stadtverordnetenversammlung.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Wahl-Forum im Gewi-Treff: Kandidaten für die Stadtverordnetenversammlung stellten ihr Ansichten vor.

Gerrit Freitag

„Aber Sie sind doch unsere Vertreter. Wenn nicht mal Sie etwas machen können, was sollen wir dann tun?“, fragte eine ältere Dame in die Runde, als es um das Thema Augenarztmangel in Eisenhüttenstadt ging. Da wurde schnell klar, dass viele Senioren schlicht verzweifelt sind. Eine Frau berichtete, dass sie mit dem Bus nach Beeskow fahren müsste, dass das körperlich aber viel zu anstrengend sei. Parteiübergreifendes Verständnis bei den Politikern war ihr da sicher. „Für alte Menschen ist das unzumutbar“, erklärte Marina Marquardt (CDU) und war da auf einer Wellenlänge mit Diana Makarow (Linke), die von ihren Erfahrungen berichtete, als sie mit ihrem Vater zum Augenarzt nach Beeskow musste. Ingrid Siebke (SPD) verwies darauf, dass der Bürgermeister diesbezüglich mal über einen Kleinbus gesprochen habe. Da wolle sie noch einmal nachhaken. Oliver Kuppinger (Bündnis 90/Grüne) schlug vor, dass man sich nach der Wahl zusammensetzen sollte, um Möglichkeiten auszuloten.

Hannelore Guschel, die ehemalige Krankenhauschefin, die erstmals für die SPD in die Stadtverordnetenversammlung einziehen möchte, verwies auf die vielen Regularien, die es gibt, damit sich Ärzte niederlassen können. So wurde die Kassenärztliche Vereinigung (KV) erwähnt. An der kommt man nämlich nicht vorbei. Von den Bündnis–Grünen wurden „rollende Arztpraxen“ angesprochen. Das Thema sei im Kreistag nicht unbekannt, erklärte Ingrid Siebke. Darüber müsse man ernsthaft nachdenken. Aber auch hier gebe es mit der KV einen weiteren Entscheidungsträger.

Der nicht barrierefreie Bahnhof und Wahllokale, die schwer zu erreichen sind, spielten auch eine Rolle. Ingrid Freninez (CDU) bat darum, dass die älteren Herrschaften den Seniorenbeirat für solche Probleme mehr als Ansprechpartner nutzen. Zudem kam der parteiübergreifende Wunsch auf, dass der Druck aus der Bevölkerung bei bestimmten Problemen größer sein müsste. Unterschriftenlisten wurden vorgeschlagen.  „Aber der Weg kann ja auch von der Politik zu uns führen“, warf Petra Schneider von der Volkssolidarität ein. Im Endeffekt einigte man sich darauf, dass beide Seiten aufeinander zugehen müssen.

Ein weiteres Thema, das Oliver Kuppinger (Grüne) beschäftigt, ist die Stadtbibliothek. Er hält die gekürzten Öffnungszeiten für nicht tragbar, würde sich wünschen, dass die Lokalpolitiker mehr auf die Nutzer hören.