Essen in Spreenhagen: Restaurant „Lindeneck“ steht seit eineinhalb Jahren leer

Vor dem leerstehenden Restaurant in Hartmannsdorf klärt Bürgermeisterin Christine Reinhold über die Vorzüge des Standortes auf.
Maria Häußler- Das Restaurant „Lindeneck“ in Hartmannsdorf steht seit eineinhalb Jahren leer.
- Die letzte Betreiberin verließ das Lokal ohne Vorankündigung und schuldet noch Miete.
- Bürgermeisterin Christine Reinhold sucht dringend neue Mieter für das Restaurant.
- Es soll als Treffpunkt dienen, um die Dorfgemeinschaft zu stärken.
- Der Mietpreis beträgt 1100 Euro monatlich, Renovierungsarbeiten werden teilweise übernommen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bürgermeisterin Christine Reinhold steht vor einem Restaurant, dem ehemaligen „Lindeneck“, im Spreenhagener Ortsteil Hartmannsdorf. Die Fenster sind dunkel. „Zu vermieten“ steht in roten Lettern auf einem großen Schild. Über dem Kopf der Spreenhagener Bürgermeisterin hängt noch der Name der letzten Gaststätte an diesem Standort: „Trattoria Da Gino“.
Das T und das erste R fehlen, die Topfpflanzen im Außenbereich sind verkümmert. Reinhold schließt die Tür auf, dunkelrot gestrichene Wände umrahmen zwei große Gasträume. Ein einsames Regal mit ein paar Gläsern markiert den ehemaligen Tresen.
Das Restaurant steht seit fast eineinhalb Jahren leer. „Das ist nur möglich, weil die Gemeinde als Eigentümer etwas länger warten kann“, sagt Reinhold. Warten, das bedeutet, die Räumlichkeiten nicht anderweitig zu vermieten, zum Beispiel als Wohnung. „Uns fehlt die Gaststätte als Treffpunkt im Ort“, sagt sie. „Wir wollen hier essen und Feste feiern.“ Immer wieder würde dieser Wunsch von Bürgern an sie und Ortsvorsteherin Laurin Schulz herangetragen.
Letzte Betreiberin des Restaurants in Spreenhagen verschwand
Das Restaurant in Hartmannsdorf betrieb 22 Jahre lang ein Ehepaar, das österreichische Küche servierte. Nachdem die Mieter das „Lindeneck“ 2022 schlossen und in den Ruhestand gingen, versuchten drei verschiedene Gastwirte ihr Glück: Ein Restaurant mit kroatischer Küche und zwei Italiener eröffneten und schlossen bald wieder.
Die Betreiberin der „Trattoria Da Gino“ verließ das Restaurant im Juni 2023 ohne Vorankündigung und Schlüsselabgabe, wie die MOZ berichtete. Bis heute seien Mietschulden offen, bestätigte Jasmin Schröder, Leiterin der Wohnungswirtschaft, auf Nachfrage. Der ehemalige Bürgermeister Bernhard Baumann sagte damals: „Das wird wohl nie wieder eine Kneipe“.
Die neue Bürgermeisterin Reinhold hat dagegen noch Hoffnung. „Wir haben den Willen, dass es wieder eine Gaststätte wird und geben nicht so schnell auf“, sagt sie. Der Standort ist ihrer Meinung nach attraktiv: An Hartmannsdorf führt der Europaradweg vorbei. „Die Berliner radeln ja wie verrückt“, sagt sie.

Das Restaurant in Hartmannsdorf bei Spreenhagen hat zwei große Gasträume. Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Christine Reinhold und die Ortsvorsteherin Laurin Schulz hoffen auf Wirte als neue Mieter.
Maria HäußlerDas Kuchencafé „Hollys Kuchen“ sei ein bekannter Stopp in Hartmannsdorf und das könnte die Gaststätte in Zukunft auch werden, meint Reinhold. „Die Menschen bringen Hartmannsdorf mit Hollys Kuchen in Verbindung und kommen mit Reisebussen hier an“, sagt Ortsvorsteherin Laurin Schulz, die ebenfalls zum Termin in der Gaststätte gekommen ist. „Dadurch ist der Ort sehr bekannt“.
Auch ein Café oder eine Kneipe wären denkbar
Die Mieteinheit umfasst 201 Quadratmeter, davon sind 69 Quadratmeter Gastraum. Hinzu kommen eine große Küche, Toiletten und ein Außenbereich. 1100 Euro monatlich soll es kosten. Die Gemeinde würde Renovierungsleistungen vornehmen – wenn der Mieter bei der Renovierung viel Eigenleistung erbringt, könne man über mietfreie Monate sprechen, sagt die Leiterin der Wohnungswirtschaft Schröder. Küche, Tresen und Möbel müsste der Mieter mit einbringen.
Ein Interessent habe kürzlich abgesagt, erzählt Reinhold. Er betreibt bereits zwei Restaurants, auch deshalb hat Reinhold auf eine Zusage gehofft. Die Lieferwege seien ihm zu weit gewesen, sagt Reinhold. Wohnungen und Häuser zu vermieten, sei in Hartmannsdorf dagegen kein Problem. Warum sich kein Gastwirt traut, verstehe sie nicht. Auch ein Café oder eine Kneipe wären denkbar, sagt Reinhold. Doch im Gespräch wird klar, dass sich Bürgermeisterin und Ortsvorsteherin eher ein Restaurant wünschen.
Laurin Schulz und Christine Reinhold schwärmen von der Atmosphäre im „Trattoria Da Gino“: Kerzen, angestrahlte Weinflaschen und dazu die rote Wandfarbe. „Da kann man schon etwas draus machen“, sagt Schulz. Die Bepflanzung im Außenbereich sei früher einmal eine richtige Hecke gewesen, die die Gäste von der Straße abschirmte. „Jetzt gibt es dafür viel zu beobachten“, sagt sie und lacht. In Spreenhagen gebe es einen Lieferservice, der bis nach Hartmannsdorf fährt, doch der ersetze kein Restaurant im Ort.
Reinhold blickt in den Gastraum. „Wir waren hier so oft, ob im Winter oder Sommer, als Runde mit zwanzig Leuten“, sagt sie. „Und dann hat man hier noch mehr bekannte Gesichter getroffen.“ Schulz nickt und fügt hinzu: „Einfach mal nicht kochen müssen, das wäre schön“.

