Fisch in Erkner und Berlin: Das kostet ein Fischbrötchen bei der Hafenräucherei

Die Hafenräucherei im Treptower Park hat zwei Öfen. Fischer Dennis Merkin kauft das Erlenholz direkt beim Förster im Wald.
Maria Häußler- Hafenräucherei in Treptow räuchert langsam mit Erlenholz – rund vier Stunden pro Charge.
- Betrieb gehört zur Löcknitz-Fischerei am Kaniswall; Imbiss und Hofladen verkaufen Fisch.
- Auswahl vor Ort: Aal bis Lachs; viele Stammkunden, dazu Laufkundschaft und Touristen.
- Preise steigen wegen Energie: 100 g Aal 5,90 €, Lachs 4,30 €; Lachsbrötchen 6 €.
- Gewässer um Erkner werden „zu sauber“ für Arten wie Zander, daher verändert sich das Vorkommen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dicker Rauch quillt aus einem der beiden länglichen Öfen, die vor einem kleinen Imbiss im Treptower Park stehen. Hier wird Fisch sehr langsam gegart. Etwas über vier Stunden dauert der Prozess des Räucherns mit Erlenholz. Die Löcknitz-Fischerei am Kaniswall verkauft seit 1992 Fisch im Hofladen in Neu Zittau, südlich von Erkner. 1994 kam die Hafenräucherei in Berlin Treptow dazu.
„Räuchern war früher vor allem ein Prozess zum Haltbarmachen. Heute hat man Kühlschränke und es geht um die Veredelung“, sagt Geschäftsführer Dennis Merkin bei einem Kaffee vor seinem frisch renovierten Imbiss am Treptower Hafen. Der 38-Jährige hat die Fischerei von seinem Stiefvater nach dessen Tod übernommen. Der gelernte Hotelier erzählt von seinem einwöchigen Praktikum vor etwas mehr als zehn Jahren. „Danach wusste ich, dass mir das liegt.“ 2019 kam dann überraschend die Leitung des Familienbetriebs dazu.
An diesem Mittwoch (20. Mai 2026) bestellen vor allem Senioren an der Theke: Aal, Butterfisch, Forelle, Heilbutt, Karpfen, Lachs, Makrele, Rotbarsch, Rogen, Saibling und Schillerlocken liegen dort auf Tellern und in Brötchen. Etwa 40 Prozent seien Stammkunden, die sich schon viele Jahre hier ihren Fisch hier holen. Der Rest sei Laufkundschaft, vor allem auch Touristen.
Preise der Hafenräucherei im Treptower Park
Am Standort in Treptow sind die wenigsten Fische aus eigenem Fang. Das liege daran, dass es eher ein Imbissgeschäft ist und sich die Leute den Fisch selten mit nach Hause nehmen. „Für die Räucherware eignen sich Meeresfische wegen des höheren Fettgehalts“, erklärt Merkin. „Nur der Räucheraal, den fangen wir selbst.“ Die selbst gefangenen Fische verkaufe er frisch im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt in Erkner.
Die Preise sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, auch wegen der Energiepreise. 100 Gramm Aal kosten zum Beispiel 5,90 Euro, Butterfisch 3,19 Euro, Forelle 2,59 Euro und Lachs 4,30 Euro. Ein Backfisch vom Seehecht mit Remoulade im Brötchen kostet 6,50 Euro, das Lachsbrötchen 6 Euro. Ein Bismarckbrötchen gibt es immerhin noch für 3 Euro. „Ein Bismarckbrötchen und ein kleines Bier müssen für einen Fünfer zu kriegen sein“, das sei die Einstellung seines Stiefvaters gewesen, erzählt Merkin. Das sei seit letztem Jahr nicht mehr möglich.

Fischerei Löcknitz
Maria Häußler„Hier essen die Leute vor allem Lachsbrötchen“, sagt Dennis Merkin. Oft würden die Kunden aber auch nach regionalem und saisonalem Fisch fragen. „Empfiehlt man dann einen Karpfen oder Wels, rümpfen sie die Nase“, sagt Merkin. Auch zugekauften Fisch versuche er aus der Region zu bekommen, sagt Merkin, wie zum Beispiel die Forellen Saiblinge aus Angermünde.
Gewässer um Erkner „zu sauber“ für manche Fische
Die Gewässer in der Gegend seien aber für manche Fischarten „zu sauber“, erklärt Merkin. Durch Industrieabfälle und Düngemittel gelangten in der Vergangenheit Phosphat und damit Nährstoffe in die Spree und die Seen rund um Berlin. Inzwischen nehme das ab. Merkin gibt zu, dass sich das abstrus anhört. „Zu viel ist auch nicht gut. Aber manche Fischarten wie der Zander brauchen das trübe Wasser.“ Es gebe dadurch nicht unbedingt weniger Fische, aber andere.
Laut Bundesumweltamt nimmt der Phosphorgehalt im Wasser in deutschen Gewässern tatsächlich ab. In den Flüssen sei die Konzentration allerdings immer noch zu hoch, Ziel ist es diese bis 2030 weiter zu reduzieren. Das übermäßige Wachstum von Algen aufgrund von Phosphor und ihre Zersetzung verbraucht demnach zu viel Sauerstoff.
Dennis Merkin sagt, dass er immer noch sehr gerne Fisch isst, vor allem den selbst gefangenen. „Nur Räucherfisch esse ich fast gar nicht mehr“, sagt er und lacht. „Wenn man das über Jahre jeden Tag sieht, schmeckt, anfasst, räuchert... nur zur Qualitätssicherung mal ein Stück.“
Das Geschäft sei nicht vom Brand am Treptower Hafen vor vier Jahren betroffen gewesen. Aber ein Umbau stand schon seit Längerem an: „Der Verkauf ist jetzt im linken größeren Teil. Das ist für uns praktischer, dann ist alles an einem Ort“, sagt Merkin. Die Gestaltung der rechten Seite würde bald folgen. In diesem Winter will der Geschäftsführer den Imbiss am Treptower Park weiterbetreiben.
Vor zwei Jahren sei der Imbiss schon einmal an den Wochenenden geöffnet gewesen. Diesmal ist das Ziel, komplett zu öffnen. Ein Problem: Im Winter wird das Wasser abgestellt. „Wir hoffen, dass wir dieses Jahr eine eigene Wasserleitung bekommen“, sagt Merkin. Er sei dazu bereits im Austausch mit dem Verpächter, der Stern- und Kreisschiffahrt.

