Flughafen Schönefeld
: Vom BER in die USA – ein Flug-Ziel gecancelt, eine Langstrecke zurück

Am Flughafen BER in Schönefeld sind vor allem Langstrecken-Verbindungen bislang rar – zum Verdruss nicht nur von Urlaubern. Jetzt fällt auch ein USA-Ziel weg. Wie geht es weiter?
Von
Christian Heinig
Schönefeld
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280662403 Ein Passagierflugzeug der United Airlines rollt am Hauptstadtflughafen BER zum Erstflug vom BER zum New Yorker Flughafen Newark. Auf Flügen an die US-Ostküste müssen Berliner und Brandenburger nicht mehr unbedingt umsteigen. Von Montag an verbindet United Airlines Schönefeld täglich direkt mit dem New Yorker Flughafen Newark. Es ist die erste Langstreckenverbindung vom BER in die USA. +++ dpa-Bildfunk +++

Patrick Pleul

Ob für Urlauber aus Erkner, Schöneiche, Königs Wusterhausen und Fürstenwalde oder auch Geschäftsleute – wer in die Ferne reisen will oder es beruflich muss, für den ist in der Hauptstadtregion der Flughafen BER in Schönefeld der erste Anlaufpunkt. Seit 30. Oktober gilt dort der neue Winterflugplan.

Und das Angebot wirkt auf den ersten Blick durchaus üppig: Es umfasst insgesamt 130 Ziele in 52 Ländern, die von 66 Airlines angesteuert werden. Die beliebtesten sind laut Flughafengesellschaft die europäischen Metropolen Amsterdam, Zürich, Paris, Wien und London. Auffällig ist allerdings die geringe Anzahl von Langstrecken-Verbindungen, die ab dem BER angeboten werden. Direktflüge gibt es bislang nur zu wenigen Zielen, darunter Doha, Dubai, Singapur und New York.

United Airlines streicht Verbindung nach Washington D.C.

Die US-Hauptstadt Washington D.C., die bislang täglich von United Airlines angeflogen wurde, ist dagegen wieder vom Flugplan gerutscht – und das nicht nur über den Winter, was nicht ungewöhnlich wäre, sondern dauerhaft. Das berichtet unter anderem das Flugportal Aerotelegraph. Die amerikanische Airline hat die Streichung der Verbindung, die erst im Mai 2023 feierlich aufgenommen wurde, bestätigt, allerdings bislang keine Gründe genannt.

Washington-Verbindung erst im Mai 2023 mit viel Politprominenz gestartet: Kai Wegner (CDU, l-r), Regierender Bürgermeister in Berlin, Oliver Luksic (FDP), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Aletta von Massenbach, Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident in Brandenburg, und Thorsten Lettnin von United Airlines anlässlich des Erstfluges der Airline von Berlin in die US-Hauptstadt.

Wolfgang Kumm/dpa

Fest steht: Mit Washington verliert der BER nach Los Angeles und San Francisco, die zeitweise von der norwegischen Billig-Fluglinie Norse Atlantic Airways im Programm waren, eine weitere Verbindung in die Vereinigten Staaten von Amerika. Zudem hat Delta Airlines New York aus seinem Angebot genommen.

Derzeit nur New York, bald auch Miami

In die USA gibt es demnach aktuell nur noch eine Direkt-Verbindung vom BER: den täglichen Flug von United Airlines nach New York, zum dortigen Flughafen Newark. Immerhin ist ein wenig Besserung in Sicht. Ab 15. Dezember will Norse, passend zur kalten Jahreszeit in Berlin und Brandenburg, mit Flügen ins warme Miami starten. Die Stadt im US-Bundesstaat Florida soll künftig ein Mal pro Woche angeflogen werden.

Desweiteren will Norse seine New-York-Flüge wiederaufnehmen, wie der BER mitteilt. „Norse Atlantic Airways verbindet ab dem 1. Mai 2024 den BER wieder nonstop mit dem New Yorker Flughafen JFK“, heißt es. Reisende könnten dann viermal pro Woche mit einem 787 Dreamliner der norwegischen Fluggesellschaft in den Big Apple fliegen. Die Langstreckenverbindung an die Ostküste der USA stehe dann bis zum 6. Oktober 2024 im Flugplan der Airline. Flugtage seien Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag.

Eine Boeing 787 Dreamliner von Norse Atlantic Airways steht am Gate auf dem Hauptstadtflughafen BER.

Patrick Pleul/dpa

Politik will mehr Lang- und Mittelstreckenverbindungen

Geht es nach den Ländern Berlin und Brandenburg, soll es dabei aber nicht bleiben. Sie wollen sich weiterhin für mehr Lang- und Mittelstreckenverbindungen am Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld einsetzen. „Der Flughafen Berlin-Brandenburg soll seiner Funktion als Drehkreuz für Ostdeutschland gerecht werden können“, hieß es jüngst in einer gemeinsamen Mitteilung. Dem im Wege stehen bislang offenbar regulatorische Hürden auf Bundesebene bei zusätzlichen Start- und Landerechten.

Dabei soll, wie Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) bereits im September sagte, die USA im Fokus stehen. Damals nannte sie San Francisco, Los Angeles und Chicago als zusätzliche Langstreckenziele. Zudem diskutieren Berlin und der Bund seit einiger Zeit über eine zusätzliche Lizenz für die Fluggesellschaft Emirates. Sie will nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa gern vom BER fliegen, dafür aber keine anderen deutschen Standorte aufgeben.

Nach Angaben der Berliner Landesregierung starten am BER täglich etwa sechs Langstreckenflüge. An westdeutschen Drehkreuzen wie Frankfurt (Main) und München seien es dagegen täglich rund 180.