Klischees überholt
: Was ist heute noch typisch Frau?

Typisch weiblich, typisch männlich – Manches Klischee ist längst überholt
Von
Annemarie Diehr,
Bettina Winkler
Fürstenwalde
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  • Eine neue Frisur wollen die einen wie die anderen: Karin Schulze lässt sich von Christiane Warzecha die Haare richten, Andreas Chalupka hat sich in die Hände von Kathrin Kassner begeben (von links). Zum Art-of-Hair-Team gehören auch Christine Schneider, Ilona Pochanke und Hannelore Schmidt.

    Eine neue Frisur wollen die einen wie die anderen: Karin Schulze lässt sich von Christiane Warzecha die Haare richten, Andreas Chalupka hat sich in die Hände von Kathrin Kassner begeben (von links). Zum Art-of-Hair-Team gehören auch Christine Schneider, Ilona Pochanke und Hannelore Schmidt.

    Annette Herold/MOZ
  • Erste Frau an Bord: Kapitänin Katja Kampfhenkel steuert die MS Fürstenwalde über den Scharmützelsee.

    Erste Frau an Bord: Kapitänin Katja Kampfhenkel steuert die MS Fürstenwalde über den Scharmützelsee.

    Bettina Winkler
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Typisch Frau: fürsorglich, gesprächig, bestimmt. Was ist dran an den Klischees? Anlässlich des heutigen Frauentages hat die MOZ dort nach den feinen Unterschieden zwischen Mann und Frau gefragt, wo sich beide Geschlechter tummeln.

Frauen gehören zur Kundschaft, Männer natürlich auch, auf eine neue Frisur aus sind die einen wie die anderen. Und dann beginnen die Unterschiede, wie Friseurmeisterin Christiane Warzecha berichtet. Männer seien oft viel klarer in ihrer Kommunikation, bei Frauen müssen sie und ihre Angestellten im Erkneraner Salon Art of Hair mehr auf die Zwischentöne achten. Andreas Chalupka, der das Geschäft mit Kosmetik beliefert, nickt bestätigend und fügt hinzu, dass viele Frauen weit mehr Pflegeprodukte verwenden, „obwohl die Männer aufholen.“

„Ich habe drei paar Schuhe, du mindestens die dreifache Menge“, sagt Siegfried Lehmann. Hand in Hand schlendert er mit seiner Frau die Fürstenwalder Eisenbahnstraße entlang. Ob Frauen tatsächlich stets mehr Treter haben als Männer, kann Nicole Schönert nicht beurteilen, in ihrer Boutique bietet sie nur Damenschuhe an. „Typisch Frau: hohe Absätze toll finden, aber doch lieber was Bequemes nehmen“, sagt die 38-Jährige. „Wenn Frauen den richtigen Schuh gefunden haben, fackeln sie nicht lange.“ Auch der Preis spiele dann keine Rolle.

Bei Süßigkeiten sei es genau andersrum, sagt Gerlinde Heinrich von der Confiserie Chocolata. Während Frauen als Geschenk eher kleine Tütchen mit Naschereien bevorzugten, greifen Männer zu großen Pralinenschachteln und lassen sich das einiges kosten. „Taktisch klug, in dem Gedanken, vielleicht bekomme ich was ab“, sagt Gerlinde Heinrich. „Je älter die Frau, desto dunkler die Schokolade,“ sagt sie über den Geschmack ihrer Kundinnen.

Dass Männer markenbewusster seien als Frauen, berichtet Regina Rabe, die mit ihrem Mann das Erkneraner Juweliergeschäft Koscielny führt. Frauen wüssten beim Uhren- und Schmuckkauf meist auch genauer, was sie möchten und suchten gründlicher aus. Wollen Männer ihrer Liebsten Schmuck kaufen, gibt es nach Regina Rabes Beobachtung zwei Gruppen: Die, die zielstrebig nach einem Stück fragen und die anderen, die sich gleich beim Kauf nach Umtauschmöglichkeiten erkundigen.

An einem Ort, an dem man die Bestätigung jeder Menge Klischees erwarten könnte, hat Peter Neubert vom Auto-Servicepunkt Erkner dagegen ganz andere Erfahrungen gemacht: Es gebe praktisch keine Unterschiede, wenn Frauen oder Männer als Kunden in die Werkstatt kommen. Sein Berufskollege Friedhelm Wieczorek von Autobedarf und Reparaturen will das so nicht ganz stehen lassen und wünscht sich von Frauen mehr technischen Sachverstand. Was die Autopflege angeht, nähmen sich die Geschlechter nicht so viel. „Da gibt es hier wie da Schmutzfinken.“

Beim Umgang mit Geld dagegen macht der Schöneicher Finanzberater Oliver Bremer deutliche Unterschiede aus: Frauen achteten mehr auf Vorsorge, Männer seien risikobereiter. Und noch eins hat er festgestellt: Seit zehn Jahren etwa holten Frauen ordentlich auf, was das Einkommen betrifft, zumindest bei Gutverdienenden sei das so.

Die Frauensauna vom Fürstenwalder Schwapp ist jeden Mittwoch ein kommunikativer Ort. Sogar beim Schwitzen in der Banja werden Neuigkeiten ausgetauscht. Beim Schwimmen fühlt sich die Männerwelt oft von Damen, die nebeneinander im Gespräch vertieft ihre Runden drehen, gestört, erzählt Betriebsleiterin Susann Müller.

Katja Kampfenkel aus Neu-Reichenwalde behauptet sich seit zehn Jahren in einer Männerdomäne. Die 37-Jährige ist Kapitänin bei der Scharmützelsee-Schifffahrt. "Fahrgäste sind manchmal erstaunt, dass eine Frau den Dampfer steuert, daran habe ich mich gewöhnt“, sagt sie. Ihr Bootsmann Remo Tonn schätzt an seiner Chefin  die Gelassenheit und ihre gute Laune.

Was heute für Frauen los ist

Brunch

Ein frühlingshaftes Brunchbuffet und ein Frauenquiz, präsentiert von einem Überraschungsgast, bereitet das Mehrgenerationenhaus zu 10 Uhr vor. Kosten: 3 Euro.

Frauen in der Ketschendorfer Feldmark

Um 11 Uhr wird in der Lily-Braun-Straße,Höhe Gertrud-Fliegenschmidt-Weg die passende Rote Tafel eingeweiht; um 18.30 Uhr spürt Museumsleiter Guido Strohfeldt im Brauereikeller ihrer Geschichte nach

Kaffee und Kuchen

Mit einem Frühstück beginnt der Frauentag, um 10 Uhr, im Anwohnertreff Kiez-KOM

Thekentratsch

Das Kabarett-Duo "die Becker" und "Frau Sierp" kultiviert in dem Programm "Deine Gene braucht kein Mensch" meisterhaft seine geschwisterliche Hassliebe. Die Frauentagsfeier mit Pausensnack beginnt um 19 Uhr und kostet 30 Euro.

Mädchenwochenende

Mädchen der 3. und 4. Klasse werden von Freitag bis Sonnabend im Südclub kreativ sein, Spaß haben und sich mit dem Thema Ungerechtigkeiten befassen.