Lost Place in KW
: Altes Tanklager Niederlehme – Verfall statt Ferien-Resort

Im Wald von Niederlehme (Königs Wusterhausen) liegen riesige Tanks unter der Erde. Das Echo der Vergangenheit ist an diesem Ort unüberhörbar.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Lost Place in Königs Wusterhausen: Vom Parkplatz aus sind einige zerfallene Gebäude sichtbar.

Lost Place Tanklager in Niederlehme (Königs Wusterhausen): Vom Parkplatz aus sind einige zerfallene Gebäude sichtbar.

Maria Häußler
  • In Königs Wusterhausen gibt es ein verlassenes Tanklager, das einst für Sprengstoffrohstoffe genutzt wurde.
  • Ursprünglich Paraxolwerk genannt, wurde es später von der NVA als Kerosinlager verwendet.
  • Geplant war ein Ferien-Resort, aber die Pläne scheiterten nach dem Tod des Investors Fritz Kroll.
  • Das Gelände gehört weiterhin der Vermögensverwaltungsgesellschaft LogHomes Berlin.
  • Besucher sollten vorsichtig sein, da die Gebäude einsturzgefährdet sind.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Hohe Betonpfosten umranden das ehemalige Tanklager in einem Waldstück in Niederlehme bei Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald). Der Zaun fehlt, am oberen Ende der Pfosten ringelt sich rostiger Stacheldraht. Dahinter stehen zerfallene, mit Graffiti besprühte Gebäude. Lüftungsrohre ragen neben dunklen Schächten aus dem Boden. Aus diesem Lost Place sollte zuerst ein Reiterhof und dann ein riesiges Ferien-Resort werden. Davon ist bis heute nichts zu sehen.

Auf dem Gelände lagerte der nationalsozialistische Rüstungsbetrieb Paraxolwerk Niederlehme einst Methanol für die Herstellung von Sprengstoff. 1951 übernahm die Kasernierte Volkspolizei, später NVA, das Gelände. Die NVA machte daraus das „Treib- und Schmierstofflager 44“ und lagerte Kerosin. Nach der Wende endete die Nutzung und die Bauten verfielen.

Lost Place in Königs Wusterhausen: 1.350.000 Liter fasst ein Tank

Die unterirdischen Tanks sind laut dem Virtual Museum of Dead Places (Vimudeap) über 30 Meter lang, haben einen Durchmesser von etwa sieben Metern und ein Fassungsvermögen von etwa 1.350.000 Litern. Vimudeap ist ein Forschungsprojekt der HTW Berlin im Studiengang Kommunikationsdesign. Um die Qualität zu sichern, recherchiere und überprüfe Projektleiter Thomas Kemnitz das meiste selbst, sagt er. Die Informationen zum Tanklager habe er ebenfalls selbst zusammengetragen.

Die NVA hat das Tanklager demnach um einen stehenden Doppeltank erweitert, ein Betonbunker umgibt ihn. Der Tank hat einen Durchmesser von über 30 Metern und einer Höhe von mehr als sechs Metern. Entsprechend beeindruckend ist die Akustik, wie die Audioperformance von Thomas Born zeigt: Das Echo beim Jodeln im Tank klingt gespenstisch.

Die Angabe von genauen Adressen ist in der Community um Lost Places verpönt: Es gehört dazu, sich selbst auf die Suche zu begeben und manchmal auch quer durch den Wald zu stolpern.

Tipps, wie man noch recht unbekannte Orte findet, gibt es genug: Dazu gehört die Satelliten-Ansicht von Google Maps, aber zum Beispiel auch die Vernetzung über Apps und Foren mit Gleichgesinnten.

Beim Besuch von Lost Places ist Vorsicht geboten: Die verlassenen Gebäude sind oft einsturzgefährdet, die Verletzungsgefahr ist hoch. Die meisten Lost Places liegen auf privatem Gelände.

So auch in Niederlehme: Die Vermögensverwaltungsgesellschaft LogHomes Berlin aus Ingolstadt erstand das ehemalige Tanklager und benannte es in Königswald-Resort um. 2014 plante der Geschäftsführer Fritz Kroll 1800 Betten auf dem 32 Hektar großen Areal: Neben Hotelzimmern sah der Bebauungsplan auch Ferienhäuser und Apartments vor. Auch wegen der Nähe zum Flughafen entschieden sich die Planer für diesen Standort. Eine Sprecherin der Stadt teilte mit, dass der Bebauungsplan für das ehemalige Tanklager seit 2015 rechtskräftig ist, aber seitdem nichts passiert sei.

Fritz Kroll sei verstorben, erzählt seine Frau am Telefon. Das Gelände gehöre immer noch der Vermögensverwaltungsgesellschaft, doch was dort passieren soll, wisse sie nicht. Kroll starb 2018. Sein Sohn, ebenfalls Fritz Kroll, war bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.