Schule in Schönefeld
: Neue Grundschule entsteht im Nachbarort – wer darf hin?

Weil die Grundschulen in Schönefeld zu voll sind, hat die BER-Gemeinde ein Grundstück in Schulzendorf erworben. Welche Kinder sie nutzen können und wann es losgehen soll.
Von
Jana Scholz
Schönefeld/Schulzendorf
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Schönefelds Bürgermeister Christian Hentschel plant den zeitnahen Bau einer neuen Grundschule - in Schulzendorf.

Schönefelds Bürgermeister Christian Hentschel plant den zeitnahen Bau einer neuen Grundschule - in Schulzendorf.

Jana Scholz
  • Schönefeld plant eine neue Grundschule in Schulzendorf.
  • Das 23.000 Quadratmeter große Grundstück wurde gekauft.
  • Die Schule soll Kinder aus Schönefeld und Schulzendorf aufnehmen.
  • Die Bauarbeiten sollen spätestens 2027 beginnen.
  • Schulzendorf trägt Kosten und zahlt Schulgeld für die Nutzung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Ich möchte meine Gemeinde ‚enkelfähig‘ machen“, sagt Christian Hentschel, Bürgermeister der prosperierenden Flughafen-Gemeinde Schönefeld. Dazu zähle unter anderem der Bau des Wohnquartiers ‚Schönefeld Nord‘. Hier, in direkter Nähe zum BER und von Berlin, sollen auf einem 160 Hektar großen Areal bald etwa 10.000 Menschen ein neues Zuhause finden. Und auch innerhalb weniger Minuten den Hausarzt oder den Bäcker fußläufig erreichen können.

Allerdings muss, damit Schönefeld (Dahme-Spreewald) auch für Familien mit Kindern attraktiv wird, zunächst eine funktionierende Infrastruktur für das Zusammenleben geschaffen werden. Mit der stetig wachsenden Bevölkerungsdichte stößt Schönefeld in absehbarer Zeit an seine Grenzen. Gerade im Bildungssektor müsse zeitnah etwas passieren, damit die jüngsten Bewohner im Grundschulalter nicht auf der Strecke bleiben.

Für Grundschule: Schönefeld kauft Grundstück in Schulzendorf

Eine Idee dabei ist der Bau einer Grundschule in der Nachbargemeinde Schulzendorf. Die Pläne dafür gibt es schon länger. Der Grund, warum die Flughafen-Gemeinde in Schulzendorf ein Grundstück erworben hat, erklärt Schönefelds Bürgermeister Christian Hentschel so: „Damit wir die Kinder aus den Ortsteilen Waltersdorf, Kiekebusch oder Rotberg nicht über 45 Minuten bis zu uns in die Gemeinde transportieren müssen, haben wir uns für Schulzendorf als einen zentralen Ort entschieden.“

Er betont auch, dass die Idee mit der Schule nicht allein von ihm stamme, sondern ein Gemeinschaftswerk mit Eichwalde, Zeuthen und Schulzendorf sei. „Wir vier Kollegen aus dem Norden des Landkreises haben ein tolles Arbeitsverhältnis zueinander und denken ein bisschen anders als früher. Wir denken interkommunal“, sagt der ehemalige Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit. „Wir vier Gemeinden bündeln unsere Stärken und dadurch entstehen so tolle Projekte, wie eben die neue Grundschule.“

Auf dem über 23.000 Quadratmeter großem Areal an der Miersdorfer Straße soll zeitnah eine neue Grundschule für Kinder aus den Schönefelder Ortsteilen und der Gemeinde Schulzendorf entstehen.

Auf dem über 23.000 Quadratmeter großem Areal an der Miersdorfer Straße in Schulzendorf soll zeitnah eine neue Grundschule für Kinder aus den Schönefelder Ortsteilen und der Gemeinde Schulzendorf entstehen.

Markus Mücke

Inzwischen ist der Kauf des über 23.000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Miersdorfer Straße besiegelt. Es befindet sich gegenüber dem Wohngebiet Ritterschlag/Ritterfleck und wurde von privaten Eigentümern erworben.

Bürgermeister Mücke: Bauland war kein Gemeindegrundstück

Das stellt auch Schulzensdorfs Bürgermeister Markus Mücke im Gespräch mit unserem Medienhaus nochmals klar: „Die Gemeinde Schulzendorf war nicht Eigentümerin und hat auch nichts veräußert.“

Zu welchem Kaufpreis das Areal, das sich unweit vom Schulzendorfer Ortskern mit einigen Einkaufsmöglichkeiten befindet, letztendlich veräußert wurde, möchte Markus Mücke nicht sagen und verwies auf den neuen Eigentümer. Doch Kosten entstehen der Gemeinde Schulzendorf dennoch. Denn geplant sei, dass Schönefeld die interkommunale Grundschule zwei-zügig und Schulzendorf ein-zügig belegen wird.

Rathaus Schulzendorf in Brandenburg: Bürgermeister Markus Mücke hat dafür gesorgt, dass das Rathaus sich nahezu autark mit Strom versorgen kann.

Markus Mücke ist seit 2010 Bürgermeister der Gemeinde Schulzendorf (Dahme-Spreewald).

Leonie Koll

Ein Zug bedeutet, dass es sich um jeweils eine Klasse in den Stufen von eins bis sechs handelt. Diese soll vorrangig aus dem Wohngebiet „Am Ritterfleck“ beziehungsweise „Am Ritterschlag“ kommen. „Im Zuge der Nutzung der Grundschule werden die jeweiligen Schulbezirkssatzungen angepasst“, erklärt Schulzendorfs Bürgermeister Mücke. Damit sich die interkommunale Schule am Ende rechnet, soll die Gemeinde Schulzendorf jedoch ein gewisses Schulgeld zahlen. In welcher Höhe und mit welchen weiteren Auflagen zu rechnen ist, ist derzeit noch nicht bekannt.

Schul-Neubau soll schon bald beginnen

Wenn es nach Schönefelds Rathauschef Christian Hentschel geht, beginnen die Bauarbeiten für die Grundschule lieber heute als morgen. Derzeit sei das Projekt europaweit ausgeschrieben, man warte die Vorschläge und Ideen ab. Auch würde es schon die Idee einer weiterführenden Oberschule auf dem Areal geben, wozu sich der Landkreis Dahme-Spreewald jedoch erst im April äußern werde, sagt der Gemeinde-Chef.

Spätestens im Jahr 2028, lieber aber schon 2027, sollen die ersten ABC-Schützen in der neuen Grundschule an der Miersdorfer Straße eingeschult werden.