BER in Schönefeld: Fluglärm – hohe Beteiligung an Flugrouten-Protest in Zeuthen

Bis Sonntag (19. Januar) hatten Bürger aus Königs Wusterhausen, Wildau, Eichwalde, Zeuthen und Schulzendorf Zeit, sich mit einem Protestbrief gegen die Verlegung der Flugrouten am BER in Schönefeld auszusprechen. Wie war die Beteiligung?
Jana Scholz- Hohe Beteiligung an Flugrouten-Protest in Zeuthen und Umgebung.
- Über 3.000 Protestbriefe aus Zeuthen, 1.555 aus Schulzendorf.
- Gemeinden fordern, die Einführung des PBN-Verfahrens zu verzögern.
- Bürgerproteste richten sich gegen mehr Fluglärm durch neue Flugrouten.
- Persönliche Übergabe der Protestbriefe an Deutsche Flugsicherung geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zeuthens Bürgermeister Philipp Martens (Die Linke) macht gegen Fluglärm mobil. In der ersten offiziellen Arbeitswoche des neuen Jahres hat er deshalb eine spontane Protestbriefaktion gestartet. Hintergrund ist die geplante Einführung eines satellitengestützten Abflugverfahrens am Flughafen in Schönefeld, das die Deutsche Flugsicherung (DFS) bereits im Oktober 2025 durchsetzen will. Es wird befürchtet, dass sich im Zuge dessen die Flugrouten, besonders die Hoffmann-Kurve, verschieben werde.
Für die 12.000-Einwohner-Gemeinde wäre dies in Sachen Lebensqualität ein herber Rückschlag – der Fluglärm könnte sich so nämlich noch verstärken. Doch nicht nur Zeuthen wäre von der Abflug-Änderung am BER betroffen. Auch Wildau, Eichwalde, Schulzendorf und Königs Wusterhausen bekämen die Auswirkungen zu spüren, genauer: zu hören. Aus diesem Grunde haben alle Rathäuser in den genannten Umlandgemeinden des BER Protestbriefe der Bürger entgegengenommen.
Fluglärm am BER: Hohe Protestbeteiligung in Zeuthen
Sowohl in Zeuthen als auch in den Nachbargemeinden ist die Briefaktion am Sonntag, 19. Januar, zu Ende gegangen. Inzwischen seien die Gemeindemitarbeiter mit der Auszählung und Verteilung der Bürgerschreiben untereinander beschäftigt, ließ Zeuthens Bürgermeister im Gespräch mit unserem Medienhaus verlauten.
Stolz sagt er: Etwa ein Drittel der wahlberechtigten Einwohner in Zeuthen hätten sich mit einem Protestbrief beteiligt. Konkret in Zahlen sind das nach Stand vom Montagmittag (20. Januar) über 3.000 Briefe, die im Zeuthener Rathaus eingegangen sind.
Auch in den umliegenden Gemeinden ist die Resonanz groß. „Mir liegen jetzt 1555 Protestbriefe aus Schulzendorf vor“, teilte der dortige Bürgermeister Markus Mücke am Montagmittag mit. Auch in der Stadt Wildau, die zwar weniger vom Fluglärm betroffen ist, zeigen die Bewohner Anteilnahme und Betroffenheit. Stadtsprecherin Katja Lützelberger teilt mit, dass weit über 600 Protestbriefe eingegangen seien.

Eichwaldes Bürgermeister Jörg Jenoch zeigte bei Facebook die Vielzahl der Briefe, die seine Gemeinde bis zum 19. Januar erreichten.
Screenshot Facebook.com/Wir Eichwalder - Jana ScholzNach erfolgter Auszählung wollen sich die Gemeindechefs zum weiteren Vorgehen austauschen. Auch der Eichwalder Bürgermeister Jörg Jenoch ist dabei. Geplant ist eine persönliche Übergabe der Protestbriefe bei der Deutschen Flugsicherung noch in dieser Woche.
Das soll die Protestaktion in Zeuthen und Umgebung bewirken
Die DFS hat bislang vor, die neue EU-Richtlinie zur Einführung des sogeannten Performance-Based-Navigation Verfahrens (PBN) noch in diesem Jahr am Flughafen BER in Schönefeld umzusetzen. Da diese Richtlinie jedoch erst am Sommer 2030 für alle deutschen Flughäfen verpflichtend ist, geht Zeuthens Bürgermeister Martens und seine Amtskollegen von einer überstürzten Entscheidung aus.
Mithilfe der Protestbriefe der Bürger aus den Umlandgemeinden des BER will man versuchen, die geplante Einführung des PBN-Verfahrens zurückzustellen, bis alle Alternativvorschläge, darunter der zuständigen Fluglärmkommission, ausreichend begutachtet und diskutiert worden sind. Gefordert wird von der DFS zudem, dass sie die Einhaltung der Hoffmannkurve gewährleistet. Unterbunden werden soll zudem die „massenhaft und unrechtmäßige Nutzung“ der Geradeausstarts (15-Grad-Abflug), die direkt über Schulzendorf, Eichwalde und Zeuthen führen.
Schon jetzt die Lärmbelästigung rund um den Flughafen BER in Schönefeld groß. Neben Gemeinden Zeuthen, Eichwalde und Schulzendorf sind davon auch andere direkt angrenzende Gebiete betroffen, darunter Blankenfelde-Mahlow sowie die Region rund um Erkner, Schöneiche und Grünheide.

