Sperrung in Erkner: Landrat in der Friedrichstraße – was er zu hören bekommt

Besuch in Erkner: Frank Steffen, Landrat von Oder-Spree, sprach in der Friedrichstraße mit mehreren Gewerbetreibenden, darunter auch Yvonne Dagge (2. von links), die das Schreib- und Spielwarengeschäft „Krümelland Stifte & Co" betreibt.
Karolin Ring/Landkreis Oder-Spree- Erkner im Baustellenchaos: Ausbau der Friedrichstraße, Trinkwasserrohre und Flakenfließbrücke.
- Gewerbetreibende klagen: 30–50 % Umsatzeinbußen, Kunden bleiben wegen Sperrungen weg.
- Wünsche der Ladenbesitzer: Umgehungsstraße, barrierefreie Innenstadt, breitere Gehwege.
- Landrat Steffen: Innenstadt soll sozialer Lebensraum werden – Straßenfest zur Einweihung geplant.
- Bauprojekt dauert bis Oktober 2026 – zahlreiche Geschäfte und Gastronomien betroffen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Absperrbaken, Bagger, aufgewühlte Erde – und das gleich an mehreren Orten. In Erkner ist seit Anfang März ein Giga-Bauprojekt im Gange. Es umfasst die Sanierung der Flakenfließbrücke, den Ausbau der Friedrichstraße und die Verlegung von Trinkwasserleitungen in der Innenstadt.
Die Folge: Sperrungen und Umleitungen, von denen nicht nur Anwohner und A10- sowie Tesla-Pendler betroffen sind. Auch Gewerbetreibenden setzt die Großbaustelle mitten im Zentrum merklich zu, vor allem, weil Kunden wegbleiben.
Von der angespannten Lage hat sich nun auch der Landrat von Oder-Spree, Frank Steffen (SPD), ein Bild vor Ort gemacht.
Sperrung in Erkner: „50 Prozent Umsatzeinbußen“
Steffen war am vergangenen Donnerstag (3.7.) in Erkner und besuchte mehrere Ladenbetreiber in der Friedrichstraße, darunter das Schreibwaren- und Spielzeuggeschäft „Krümelland, Stifte und Co“. Betreiberin Yvonne Dagge nahm dabei kein Blatt vor den Mund: „Ich habe 50 Prozent Umsatzeinbußen und muss derzeit von meinen Ersparnissen leben“, sagte sie laut einer Mitteilung des Landeskreises. Sie wünsche sich mehr Lebensqualität durch eine künftige Umgehungsstraße, heißt es, sowie eine attraktive, barrierefreie Innenstadt. Die geplante Verbreiterung der Gehwege an der Friedrichsstraße in Erkner sehe sie als Chance für mehr Kunden-Verkehr.
Landrat Steffen machte auch im bekannten „Wäscheladen“ in der Friedrichstraße Station. Laut Inhaberin Franziska Szcesny-Hönecke seien Spontankäufe wegen der Sperrung schwieriger, die Stammkundschaft halte ihrem Geschäft aber die Treue.

Sperrung für Gigaprojekt in Erkner: Die Bauarbeiten an der L30 umfassen den Ausbau der Friedrichstraße, die Verlegung von Trinkwasserleitungen sowie die Sanierung der Flakenfließbrücke.
Christian HeinigThorsten Bürgerle, Inhaber vom Café Bürgerle, spricht von rund 30 Prozent Umsatzrückgang wegen der Baustelle. Auch anderen Gastro-Einrichtungen macht die Baustelle zu schaffen, wie MOZ.de bereits berichtete. Trotz der Belastung blickt Bürgerle aber nach vorn. Laut Mitteilung wünscht er sich mehr Unterstützung, insbesondere bei Azubiwohnungen.
Das sagt Landrat Steffen zur Friedrichstraße in Erkner
Begleitet wurde Steffen bei seinem Vor-Ort-Besuch in Erkner auch von Stefanie Richter vom Mittelstandverein. Sie unterstrich das Engagement der örtlichen Betriebe. Der LOS-Landrat selbst sagte: „Wir müssen hinkriegen, dass die Innenstadt ein sozialer Ort ist – ein echter Lebensraum für alle Generationen.“ Er denkt dabei nicht nur ans Einkaufen, sondern an ein Raum zum Verweilen, Begegnen und Wohlfühlen.
Im Rahmen des Termins in Erkner kam die Idee auf, nach Abschluss der Bauarbeiten die Einweihung der Friedrichstraße symbolisch mit einem kleinen Straßenfest zu feiern. Bis die letzten Bagger abgezogen sind, dauert es aber noch. Nach aktueller Planung sollen die Arbeiten bis voraussichtlich Oktober 2026 gehen.

