Tesla Grünheide: Model Y, Model 2 und Semi-Truck? Was Elon Musk für die Gigafactory plant

Wird der Semi-Truck auch in Grünheide gebaut? Das Foto zeigt Tesla-Chef Elon Musk bei einer früheren Präsentation eines strombetriebenen Sattelschleppers und eines Roadsters.
Alexis Georgeson/Tesla/dpaVisionäre gelten in der Regel als unaufhaltsam, da macht auch Elon Musk keine Ausnahme. Obwohl der Ausbau seiner Gigafactory am Rande von Berlin in Grünheide noch einige Hürden nehmen muss (konkret: weitere Genehmigungen) und auch wenn die geplante Erweiterung noch längst nicht sicher ist, ist der Tesla-Chef mit seinen Gedanken längst einen Schritt weiter.
Am Rande seines jüngsten Fabrik-Besuches soll er die Produktion weiterer Modelle in Grünheide in Aussicht gestellt haben. Das berichtet das „Handelsblatt“ und beruft sich auf einen Aufritt vor Beschäftigten.
Musk: Model 2 kommt langfristig nach Berlin
Musk soll dabei gesagt haben, dass das geplante günstigere Tesla-Modell „definitiv langfristig nach Berlin“ kommen werde. Der Kompaktwagen, der als Einstiegsmodell gedacht ist, firmiert bislang unter der Bezeichnung Model 2 beziehungsweise Model Q und soll angeblich für 25.000 Euro zu haben sein.
Doch nur beim Model 2 soll es offenbar nicht bleiben. Musk spielt offenbar mit dem Gedanken, auch den Elektro-Sattelschlepper „Semi“ in der Grünheider Fabrik bauen zu lassen. „Ich denke, es macht Sinn, den Semi-Lastwagen auch in Europa in der Giga Berlin zu produzieren“, soll er gesagt haben. Bisher wird er nur in kleiner Stückzahl im Werk in Nevada (USA) produziert.
Konkurrenz für Tesla-Lkw in Europa
Laut Experten würde es für den Tesla-Lkw durchaus einen Markt in Europa geben. Noch ist der Großteil der Lastwagen hier mit Diesel-Antrieb unterwegs. Doch die Konkurrenz für Tesla wäre groß. Schließlich haben auch andere Hersteller bereits E-Trucks für sich entdeckt, darunter MAN, Mercedes und Renault.
In Nevada will Tesla die Produktion des Semi Ende 2024 hochfahren. Weitere Pläne sind nicht bekannt, weder für Grünheide noch für anderen Fabriken.
„Baby-Tesla“ in Grünheide: Start der Produktion offen
Wann es mit der Fertigung des Model 2, auch „Baby-Tesla“ genannt, in Grünheide losgehen könnte, ist ebenfalls offen. Noch wartet Tesla hier auf die Genehmigungen für den Ausbau. Erst, wenn diese vorliegen, kann eine zweite Produktionshalle entstehen.
Hinter den Kulissen wird in Grünheide frühestens 2026 mit einem Produktionsstart gerechnet. Zunächst soll es am Tesla-Hauptsitz in Austin losgehen. Nach aktueller Planung ist die Fertigung des Kompakt-Stromers hier ab dem zweiten Halbjahr 2025 geplant.
6.000 Model Y aus Grünheide pro Woche
In Grünheide werden seit der Eröffnung des Werkes im März 2022 ausschließlich Elektroautos vom Typ Model Y gebaut. 6.000 soll es im Moment pro Woche sein. Das US-Unternehmen will seine Produktion von geplanten 500.000 E-Autos im Jahr auf eine Million hochfahren. Dieses Ziel bekräftigte Musk auch nochmal bei seinem jüngsten Fabrik-Besuch – ungeachtet des Brandanschlags, des negativen Grünheider Bürgervotums zur Erweiterung und den aktuellen Baum-Protesten von Umweltaktivisten. „Ja, absolut“, sagt er auf die Frage, ob die Grünheider Fabrik in jedem Fall ausgebaut werden solle.
Bei seinem Auftritt vor den Beschäftigten soll Musk dem Bericht des „Handelsblatt“ zufolge auch Verschwörungstheorien geschürt haben. Da Tesla mit den Elektrofahrzeugen helfe, gegen den Klimawandel anzukämpfen, sei ein Anschlag im Namen des Umweltschutzes so albern, „dass ich mich frage: Waren hier größere Kräfte am Werk? Sind sie nur Marionetten und jemand anderes steht hinter ihnen?“, sagte Musk.



