Tote Frau in Erkner
: Familie sammelt Spenden für getötete Kamerunerin

Für die in Erkner getötete 24-jährige Sonya sammelt ihre Familie nun Spenden, damit ihr Leichnam nach Kamerun überführt werden kann. Sie hinterlässt eine dreijährige Tochter. So kann man helfen.
Von
Christian Heinig
Erkner
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Für die Erkner getötete 24-jährige Sonya sammelt ihre Familie nun Spenden, damit ihr Leichnam nach Kamerun überführt werden kann. Sie hinterlässt eine dreijährige Tochter. So kann man helfen.

Tatort Baekeland-Brücke in Erkner: Am 31. August ist hier die 24-jährige Sonya aus Kamerun angegriffen und getötet worden. Nun sammelt ihre Familie Spenden, damit „unsere kleine Schwester“ in ihre Heimat zurücküberführt werden kann.

Christian Heinig
  • Familie sammelt auf Gofundme Spenden, um Sonya nach Kamerun zu überführen.
  • Die 24-Jährige wurde an der Baekeland-Brücke in Erkner getötet – sie hinterlässt eine Tochter.
  • Tatverdächtig ist ihr Ex-Partner aus der Gemeinschaftsunterkunft, er sitzt in U-Haft.
  • Ziel sind 25.000 Euro für Rückführung und Beerdigung, Kosten werden transparent gemacht.
  • Die Polizei sucht Zeugen, das Jugendamt prüft die Betreuung des dreijährigen Kindes.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie soll gerade ihr Kind zur Kita gebracht haben, auf dem Rückweg wurde sie dann attackiert: Vor wenigen Tagen, in den frühen Morgenstunden des 31. August 2026, ist eine 24-jährige Kamerunerin an der Leo-Hendrik-Baekeland-Brücke im Stadtzentrum von Erkner (Oder-Spree) einer Gewalttat zum Opfer gefallen. Als mutmaßlicher Täter gilt ihr Ex-Freund, der zugleich Vater des gemeinsamen Kindes ist. Er soll sie nach bisherigen Erkenntnissen auf offener Straße mit einem Messer angegriffen und getötet haben.

Nach der Tat ist er laut Polizei zunächst geflüchtet, durch Zeugen-Hinweise konnte er aber kurz darauf in Tatort-Nähe gestellt und festgenommen werden. Der 29-Jährige, der aus dem Kongo stammt, sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wirft ihm Mord vor.

Das Gewaltverbrechen, das sich nur wenige Tage nach einem weiteren Femizid am Docemus-Campus im benachbarten Gosen-Neu Zittau ereignete, hat über die Erkner hinaus für Bestürzung gesorgt. Vor allem für die Familie der verstorbenen jungen Mutter ist eine Welt zusammengebrochen. Sie sammelt nun Spenden, damit „unsere kleine Schwester“, wie es in einem Aufruf heißt, zurück in die Heimat kommen könne.

Spenden für Sonya: Wofür das Geld gebraucht wird

„Wir möchten unserer kleinen Schwester eine würdige letzte Reise nach Kamerun ermöglichen“, schreibt die Familie auf der bekannten Plattform „Gofundme“. „Wir möchten ihr dort im Kreis ihrer Familie die letzte Ehre erweisen und ihr einen Ort geben, an dem ihre Angehörigen von ihr Abschied nehmen können“, heißt es. Und man möchte ihrer kleinen Tochter in dieser unvorstellbar schweren Situation beistehen und dafür sorgen, „dass die Erinnerung an ihre Mutter für immer lebendig bleibt“. Die Tochter soll den Angaben der Familie zufolge drei Jahre alt sein.

Ziel der Spendenaktion ist es, 25.000 Euro zusammenzubekommen. Diese Summe soll helfen, um die Rückführung und Beerdigung der getöteten Sonya zu ermöglichen. Die Familien schlüsselt in ihrem Aufruf dabei einzelne Posten für die geschätzten Kosten auf, darunter für das Bestattungsunternehmen (2.000), den Sarg (1.500) und den internationalen Lufttransport von Deutschland nach Kamerun (ca. 7.000 Euro).

Die genannten Beträge seien vorläufige Schätzungen, schreibt die Familie. Die tatsächlichen Kosten könnten sich nach den endgültigen Angeboten der Bestattungsunternehmen, Fluggesellschaften, Behörden und weiteren beteiligten Dienstleister ändern. Man werde die Verwendung der Spenden so transparent wie möglich halten. „Jede Spende hilft“, schreibt die Familie und fügt hinzu: „Von ganzem Herzen danken wir jedem Menschen, der uns mit einer Spende oder durch das Teilen dieser Spendenaktion unterstützt.“ Zwei Tage nach dem Start der Spenden-Kampagne (4.9.) waren bereits fast 8.000 Euro zusammen gekommen.

Opfer und Tatverdächtiger lebten in Gemeinschaftsunterkunft

Die getötete Kamerunerin hatte nach Angaben des Landkreises Oder-Spree mit ihrer Tochter in der Gemeinschaftsunterkunft in Erkner am Bahnhof gelebt, ebenso wie der Tatverdächtige. Diese befindet sich nur wenige Hundert Meter vom Tatort entfernt. Zuvor sollen sie bereits in einer anderen Unterkunft im Landkreis wohnhaft gewesen sein.

Was ist GoFundMe?

GoFundMe ist eine weltweit etablierte Spendenplattform mit Sitz in den USA (Redwood City, Kalifornien). Sie hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 34 Milliarden Euro an Spendengeldern gesammelt.

Die Plattform arbeite „intensiv daran, sicherzustellen, dass alle auf GoFundMe gesammelten Gelder ausschließlich für den in der Beschreibung genannten Zweck verwendet und alle Spenden sicher an die richtige Person weitergeleitet werden“, heißt es auf der Webseite. (red)

Nähere Angaben machte die Kreisverwaltung zu dem Opfer und dem mutmaßlichen Täter nicht. Auch nicht zur aktuellen Betreuungssituation der Tochter. Die Behörde betont aber, dass der Schutz des Kindes Vorrang habe. „Grundsätzlich prüft das Jugendamt in einer solchen Situation unverzüglich, ob die Betreuung und Versorgung innerhalb der Familie oder durch geeignete Angehörige sichergestellt werden kann“, heißt es.

Mögliches Tatmotiv: Streit über Umgang mit dem gemeinsamen Kind

Die Tochter der getöteten 24-Jährigen spielt offenbar eine Rolle für das mögliche Tatmotiv. Die Staatsanwaltschaft hatte in einer Mitteilung von einer „Streitigkeit über den Umgang mit dem gemeinsamen minderjährigen Kind“ gesprochen. Einzelheiten sind nicht bekannt.

Der Beschuldigte soll sich zum Tatvorwurf nur vage eingelassen haben. Ihm wird vorgeworfen, seine ehemalige Lebenspartnerin aus niedrigen Beweggründen mit einem gefährlichen Gegenstand getötet zu haben. Er verfügte laut Staatsanwaltschaft über eine befristete Duldung, die in wenigen Tagen (am 10. September) abgelaufen wäre. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen der Tat.

Der Tatort an der Baekeland-Brücke, die sich in Sichtweite von Bahnhof und Stadthalle befindet, ist inzwischen ein Ort der Trauer und des Gedenkens. Zahlreiche Menschen haben hier Blumen und Kerzen abgelegt, auch ein Bild der 24-jährigen Sonya wurde aufgestellt. Daneben steht in französischer Sprache: „Für immer in unseren Herzen.“

Link: Der Spendenaufruf für die getötete Kamerunerin ist online auf Gofundme erreichbar.