Im Februar 2016 hatten sich die Türen zur Kaiser’s Filiale in der Adlerstraße in Falkensee zum letzten Mal geschlossen. Seitdem steht das ehemalige Supermarkt-Gebäude leer. Lediglich in der nebenan befindlichen Einkaufspassage mit Ärzten im Obergeschoss herrscht noch Leben. Doch auch hier sind nicht alle Ladengeschäfte vermietet.
Bereits zur Schließung des Supermarkts war den Verantwortlichen der Stadt, allen voran Bürgermeister Heiko Müller (SPD), klar, dass hier unbedingt wieder ein Nahversorger hin muss, um den vielen Menschen, die im Falkenhorst und der sich anschließenden Parkstadt wohnen, adäquate Einkaufsmöglichkeiten zu bieten. Doch passiert ist fünf Jahre lang nichts.

Grundstück in Falkensee hat Besitzer gewechselt

Das ändert sich gerade. Denn das Grundstück, auf dem sich der ehemalige Supermarkt und die Einkaufspassage befinden, hat erneut den Besitzer gewechselt. Die Ratisbona Projektentwicklung KG als Eigentümerin will nun gemeinsam der Laborgh Investment GmbH das Gelände neu entwickeln. Am Montag stellten sie ihre Pläne im Stadtentwicklungsausschuss vor, am Dienstag machte man sich gemeinsam mit Landrat Roger Lewandowski (CDU) vor Ort ein Bild der derzeitigen Lage.

Sozialverträglicher Wohnungsbau und Einzelhandel geplant

Entstehen sollen neben einem Lebensmittelmarkt auch Platz für kleinteiligen Einzelhandel und ein Ärztehaus, sowie rund 300 Wohnungen - ein Teil davon als geförderter, sozialverträglicher Wohnungsbau. Dabei wird nicht nur das Gelände des ehemaligen Kaiser’s Supermarkts überplant, sondern auch der jetzige Bolzplatz, die Garagenanlage und der Rodelberg an der Coburger Straße. Dieses Grundstück gehört der stadteigenen Gesellschaft für Gebäudewirtschaft Falkensee mbH, kurz Gegefa. Ziel sei ein integrierter Standort mit Multinutzbarkeit, so Heiko Müller.

Verkehr soll von Schule weg gehalten werden

In der Diskussion steht dabei ein Grundstückstausch zwischen Gegefa und Ratisbona, so dass auf dem südlichen Teil des Grundstücks an der Adlerstraße gegenüber der Diesterwegschule eine reine Wohnbebauung und auf dem nördlichen Teil die Bebauung mit Einzelhandel und Zuwegung über die Coburger Straße erfolgen kann. Das würde den Verkehr von der Grundschule weg und aus dem Wohngebiet heraus halten.
Da die Gegefa keine Wohnungsbaugesellschaft, sondern eine Wohnungswirtschaft sei, wäre es praktisch, dass Ratisbona und Laborgh den kompletten Standort im Rahmen des Projekts entwickeln und bebauen und die Gegefa dann die entstandenen Wohnungen übernimmt - quasi als Tauschwert für das Grundstück.

Ärzte sollen neues Ärztehaus bekommen

Neben den reinen Wohnungen wollen auch über dem Lebensmittelhändler Wohnungen entstehen. Zwischen beiden Komplexen ist ein Parkhaus vorgesehen. Auch ein Bolzplatz soll laut den Vorplanungen wieder Teil der Anlage werden, ebenso wie Spielplätze im Innenhof und begrünte Dächer. Ebenfalls sollen die derzeit in der Passage ansässigen Ärzte gehalten werden. Der Bau soll in mehreren Abschnitten erfolgen, so dass ein neues Ärztehaus bereits bezugsfertig ist, bevor die Passage abgerissen wird. So müssten die Praxen nur einmal umziehen und keine Ausweichquartiere suchen.

Projekt könnte in vier bis fünf Jahren fertig sein

Für das Projekt soll ein vorhabenbezogener Bebauungsplan, der nur die beiden Grundstücke umfasst, erstellt werden. Wenn alles reiblungslos läuft und die Unterstützung durch die Stadtverordneten gegeben ist, könnte das Projekt bereits in vier bis fünf Jahren abgeschlossen sein, heißt es vom Projektentwickler. Im Stadtentwicklungsausschuss war die Meinung erstmal grundsätzlich positiv, auch wenn noch Klärungsbedarf bestand.
Die Ideenvorstellung der Investoren aus dem Stadtentwicklungsausschuss kann hier als PDF eingesehen werden.